Weltrekord geschafft – Finian Garvey marschiert den Limes in 47 Tagen

Von Jochen Dannenberg · 23. Oktober 2025 um 17:00

Es war ein archäologisches Experiment und es ist geglückt. In 60 Tagen wollte Finnian Garvey den Limes abwandern – und das als germanischer Krieger, in original germanischer Ausstattung! Er hat es geschafft – sogar deutlicher schneller als erwartet. Am Donnerstag traf er am Zielort Bad Gögging ein.

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Nach nur 47 Tagen erreichte Finnian Garvey mit durchgelaufenen Lederschuhen den Kurort. Viele Fans, darunter Neustadts Bürgermeister Thomas Memmel, bereiteten ihm einen begeisterten Empfang. „Ich bin froh und unendlich dankbar, es geschafft zu haben“, sagte der Abenteurer, Outdoor-Mensch und ehemalige Scharfschütze ein ums andere Mal. „Es war eine sehr schöne Reise, bei der ich viele freundliche Menschen kennengelernt habe.“

Seine Reise „auf Schusters Rappen“ führte ihn auf und neben dem Limes von Rheinbrol im nördlichen Rheinland-Pfalz bis nach Bad Gögging. Finnian Garvey wollte damit zweierlei erreichen. Einerseits einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde und andererseits auf das kulturelle Erbe des römischen Reiches aufmerksam machen. Der Eintrag ins Guinness-Buch dürfte ihm sicher sein, die Reise ist hinreichend – auch über elektronisch ermittelte Daten – dokumentiert.

Die Herausforderung war dabei nicht nur die Wegstrecke und das tägliche Marsch-Pensum, das sich mit durchschnittlich 20 Kilometern in einem Rahmen hielt, den auch „normale Wanderer“ bewältigen. Die Herausforderung lag in den Umständen der Reise. Finnian Garvey marschierte nicht in modernen Trekking-Schuhen, sondern in Ledermokassins. Dreimal hat er die Schuhe auf seiner Tour durchgelaufen, weshalb immer wieder Fußballen und Ferse durch die Löcher in den Sohlen schauten.

Großes Lob

Dazu kam die Ausrüstung: keine Multifunktionsjacke, sondern ein gewebtes Tuch, außerdem eine Lanze und ein Schild, um sich zu verteidigen und ein Sack für die wenigen Habseligkeiten, die er mit auf die Tour genommen hatte. Und: Übernachtet wurde in den fast sieben Wochen ausschließlich in der Natur, zuletzt am Limes-Turm in Hienheim – immerhin auf Stroh. Entsprechend sahen die Wünsche des Outdoor-Menschen am Ziel aus: „Ich sehne mich nach normalen Schuhen und nach einem warmen Bad“, sagte er – am Donnerstag übrigens in der Limes-Therme.

Lob gab es für die Aktion von allerhöchster Stelle. Dr. Markus Gschwind, Koordinator für das Archäologische Welterbe beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (BLFD) in München, stellte kurz vor dem Erreichen des Ziels fest: „Also, was wirklich auch faszinierend ist, ist die körperliche Leistung. Es werden am Schluss fast 1000 Kilometer sein, die er zu Fuß systematisch gelaufen ist, immer im Freien geschlafen hat, also nie in geschlossenen Räumen mit diesen unglaublich einfachen Lederschuhen. Ich hätte nicht gedacht, dass er das schafft. Meinen höchsten Respekt!“

Werbung für Geschichte

Bürgermeister Thomas Memmel lobte, dass es Finnian Garvey gelungen sei, „auf unsere lange Geschichte aufmerksam zu machen und die Menschen zu zeigen, wie sie hier gelebt haben“. Wobei dem Abenteurer die Werbung für die Geschichte der Region fraglos gelungen ist. Die Berichterstattung in den Medien war groß. Finnian Garvey feuerte sie selbst immer wieder an. Mit seiner kleinen Kamera und dem Handy berichtete er unentwegt von seiner Tour. Jeder Fan wusste also immer ganz genau, wo er sich gerade aufhielt.

Ein herzlicher Empfang wurde Finnian Garvey in Bad Gögging bereitet. Die Tourist-info hatte sogar ein Spruchband mitgebracht. - Foto: Jochen Dannenberg

Für Finnian Gravey war das kein Problem. „Vor allem bin ich jemand, der das Leben spüren will. Draußen. Echt. Ungefiltert“, sagt er. Und an dieser Begeisterung lässt er andere gerne teilhaben.

Letzte Etappe: Mit der Fähre ging es über die Donau. - Foto: Jochen Dannenberg