Südostlink hinterlässt seine Spuren – Bauarbeiten bei Nittenau laufen auf Hochtouren

Voraussichtlich 2027 soll der Südostlink ans Netz gehen. Die Bauarbeiten auf der rund 540 Kilometer langen Gleichstromtrasse zwischen Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt und dem niederbayerischen Landshut laufen auf Hochtouren – und sind auch bei Nittenau im Landkreis Schwandorf nicht zu übersehen.
Auf einer Strecke von rund 16 Kilometern Länge wird der Südostlink künftig das Stadtgebiet durchqueren. Derzeit wird unter anderem auf einem rund 900 Meter langen Abschnitt nahe Brunn gearbeitet. Um das Projekt zu realisieren, ist eine Menge Personal in Nittenau präsent: Rund 25 Mitarbeiter des Netzbetreibers Tennet arbeiten derzeit vom Containerdorf am Stadtrand aus und planen, koordinieren und überwachen den Bauablauf.
Die Tiefbauarbeiten werden von Mitarbeitern der Firma Strabag AG geplant und ausgeführt. Im Südostlink-Abschnitt zwischen Pfreimd und Pfatter, zu dem Nittenau gehört, sind rund 200 Strabag-Mitarbeiter im Einsatz.
Bei Brunn kann man derzeit nördlich der SAD1 das Prinzip der Verlegung gut erkennen: Zunächst werden zwei bis zu 1,90 Meter tiefe, parallel verlaufende Kabelgräben ausgehoben. Dabei werden der Ober- und der Unterboden abgetragen und entlang der Baustrecke getrennt voneinander gelagert. Laut Tennet sollen die riesigen Erdhaufen mit Saatgut begrünt werden, um Bodenerosion zu vermeiden und Unkräuter zu unterdrücken.
45 Meter breiter Arbeitsstreifen wird während Bauphase benötigt
Außerdem werden pro Kabelgraben je zwei Schutzrohre verlegt, in die die Stromkabel eingezogen werden. Anschließend werden die Gräben mit Hilfe des Aushubs wieder geschlossen.
Die neue Stromtrasse braucht eine ganze Menge Platz: Für die beiden Kabelgräben wird dauerhaft ein Schutzstreifen mit rund 15,5 Metern Breite eingerichtet. Während der Bauphase benötigen die Trupps allerdings vorübergehend Arbeitsstreifen von in Summe rund 45 Metern. Auf Nittenauer Gebiet gibt es auch das eine oder andere Hindernis, das die Erdkabel überwinden müssen: Das prominenteste Beispiel ist der Regenfluss, der unterquert werden muss.
So müssen wir beispielsweise im Bereich von Neuhaus Fällungen durchführen, die in den nächsten Wochen starten werden.Mitteilung von Tennet über anstehende Rodungen
Dieser rund 650 Meter lange Teilabschnitt werde man „voraussichtlich noch heuer finalisieren“, heißt es dazu von Tennet. Einige weitere geschlossene Unterquerungen, zum Beispiel von Straßen, im Bereich von Nittenau seien bereits abgearbeitet oder würden „in den nächsten Wochen fertiggestellt“. Zudem stehen noch Fäll- und Rodungsarbeiten aus. „So müssen wir beispielsweise im Bereich von Neuhaus Fällungen durchführen, die in den nächsten Wochen starten werden“, heißt es dazu von Tennet.
Schwierige Vorarbeiten
Ist im Nitttenauer Gebiet in nächster Zeit noch mit schwierigen Baustellenverhältnissen zu rechnen? „Gasleitungen oder andere Fremdinfrastrukturen wie Straßen oder Gewässer sind weniger herausfordernd, müssen aber in vielen Fällen durch eine Horizontalspülbohrung unterquert werden“, heißt es dazu von Tennet.
Die größte Herausforderung bei dem Projekt sind dem Netzbetreiber zufolge nicht die aktuell laufenden Tiefbauarbeiten selbst, sondern Aspekte, die im Vorfeld abgearbeitet werden mussten – zum Beispiel archäologische oder hydrologische Maßnahmen, ohne die die Tiefbauarbeiten nicht starten könnten.
Hintergrund
• Ziel: Der Südostlink soll Windstrom aus dem Norden und Osten Deutschlands nach Süden transportieren, aber umgekehrt auch Sonnenstrom aus Bayern in den Norden. Die Übertragungskapazität beträgt zwei Gigawatt. Der bayerische Abschnitt wird vollständig mittels Erdkabeln realisiert.
• Startschuss: In Bayern wurden die ersten Erdkabel für den Südostlink im Herbst 2024 verlegt, und zwar im Landkreis Hof. Die Fertigstellung ist für 2027 geplant.