Von wegen alles Easy in Cham: Kultwirt Bobesch Schneider sucht schon wieder einen Nachfolger

Easy-Fans müssen jetzt ganz tapfer sein: Es wird so schnell wohl nichts mit der Wiedereröffnung der Kult-Disco. Auch der neueste Interessent ist wieder abgesprungen, teilt der langjährige Chef Christian „Bobesch“ Schneider aus seiner Wahlheimat Paraguay mit.
Während es bei ihm 30 Grad plus hat, muss er sich zwischen Gartenarbeit und Feriengästebetreuung mit den düsteren Neuigkeiten im Chamer Herbst befassen. „Es ist wieder einmal am Geld gescheitert“, lässt er frustriert durchklingen.
Im September kam der 56-jährige Aussteiger sogar extra von Südamerika zurück nach Deutschland, um die Wiedereröffnung des Easy in Cham mitzufeiern. Er hatte sich auf Stammgäste, Freunde und Bekannte gefreut und wollte mit ihnen feiern.
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Unstimmigkeiten mit Pächter
Doch die Easy Bar, wie ein großes Transparent über dem Eingang bereits Wochen vorher verkündete, wartet bis heute auf ihr Revival. Unstimmigkeiten mit dem ersten Mieter, der das Easy von den Vorpächtern übernehmen wollte, führten zum Aus des Projekts. Dabei hatte der 36-Jährige im Gespräch mit unserem Medienhaus versprochen, wieder alle Veränderungen zurückzubauen und das Easy im alten Glanz erstrahlen zu lassen. Die Lions Bar, wie das Easy zwischenzeitlich hieß, sollte wieder zur ursprünglichen urigen Rock-Location werden.

Seit September warten die Easy-Fans nun auf eine Eröffnung, die so schnell wohl nun doch nicht kommen wird, wie Schneider einräumt. Hatte er sich noch Ende September zuversichtlich gezeigt, dass er sich mit dem nächsten Interessenten schnell einig werden würde, hat sich diese Hoffnung nun Anfang der Woche zerschlagen. Finanzielle Gründe führt Schneider auch in den Sozialen Medien auf der Facebook-Seite des Easy für das Scheitern eines neuen Vertrags an. „Es gab wohl Schwierigkeiten, das Geld aufzutreiben“, sagt Schneider. „Heutzutage ist das nicht mehr so einfach, und auch die Brauereien strecken so schnell nicht das Geld für ein Lokal vor.“
1700 Euro Pacht, 25.000 Ablöse
Über die Socials sucht Schneider nun von Paraguay aus weiter nach einem Pächter der Immobilie auf der Schanze und wirbt damit, dass für den künftigen Wirt über dem Easy auch eine kleine Wohnung zu mieten wäre. „Herschenken kann ich das Ganze ja auch nicht“, verteidigt Schneider die 1700 Euro Pacht für das Lokal. Plus 25.000 Euro Ablöse fürs Inventar.
Traurig: Auch das Personal stünde schon Gewehr bei Fuß, bereit für eine Wiedereröffnung: „Die Räume des Easy und quasi das komplette Team stehen fertig bereit“, schreibt Schneider auf der Easy-Seite in einem Post. Einige frühere Easy-Mitarbeiter hatten bei den Renovierungsarbeiten im Sommer mitgeholfen und wurden wie Schneider von dem plötzlichen Aus der Pläne völlig überrascht. Schneider hofft weiterhin, dass sich noch jemand findet, der die Disco, die er fast drei Jahrzehnte lang geführt hat, wieder zum Leben erweckt.
Gesucht: „Potenter Pächter“
„Wir sind jetzt erneut auf der Suche nach einem potenten Pächter.“ Und weiter: „Es ist halt schade, dass das jetzt nicht gleich etwas geworden ist, weil jetzt eine gute Zeit wäre für eine Wiedereröffnung. In den Wintermonaten gehen die Leute doch noch eher weg als im Sommer, wo es viele Feste gibt.“ Es klingt wie die unendliche Geschichte: Im Herbst 2023 hatten Samantha und Tobia Orlandini das Easy von Christian Schneider übernommen; Nicht einmal ein Jahr später hatten sie es zur Lions Bar umgestaltet, statt Disco- war Barbetrieb angesagt.
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Nach dem Aus im Frühjahr hatte Verpächter Schneider zunächst einen früheren Stammgast als Nachfolger präsentiert, der das Easy wieder wie in früheren Zeiten führen wollte. Nach Unstimmigkeiten hatte Schneider schnell einen weiteren Interessenten an der Hand, der jedoch diese Woche aufgrund finanzieller Schwierigkeiten sein Angebot zurückziehen musste.