Stadtbild-Debatte, die Zustände am Regensburger Bahnhof und eine dritte Toilette

Ganz Deutschland diskutiert über die Aussagen von Kanzler Friedrich Merz über das Stadtbild. Eine Mehrheit der Deutschen gibt ihm Recht, weil sie ihn nicht, wie mancher Polit-Linker, missversteht: Gemeint sind nicht die Menschen mit Migrationshintergrund, die in unserem Land arbeiten und sich integrieren. Derweil wollen die Grünen eine dritte Toilette für Regensburg - dabei gibt es noch nicht mal ordentliche öffentliche Klos bei uns.
Die Stadtbild-Debatten sind es, die unser politisches Klima derzeit so vergiften. Dabei wären sie eigentlich komplexer als der unterkomplexe Satz des Bundeskanzlers Friedrich Merz: Es gebe „im Stadtbild noch dieses Problem“. Regensburg hat bundesweit Schlagzeilen gemacht mit diesem Stadtbild. Nicht alles, was in den Boulevardmedien landete, gab den tatsächlichen Zustand wahrheitsgemäß wider. Aber erst kürzlich bin ich an einem Sonntag durch die Albertstraße gelaufen.
Zwei offenbar verfeindete Gruppen sind aufeinander losgegangen. Sie riefen auf Arabisch Beschimpfungen, jedenfalls vermute ich das. Schließlich trennten sich die Gruppen wieder, es kam nicht zu Gewalt. Aber: Natürlich haben wir am Bahnhof und darüber hinaus ein Problem. Dass nun über 60 Prozent der Deutschen das sehen wie Merz, sollte auch uns Journalisten zu denken geben. Zwar haben auch 120 000 Menschen bei der Protestaktion „Wir sind die Töchter“ unterzeichnet. Doch wer sich Bilder der Demos anschaut, der sieht eine elitäre weiße Gruppe. Dabei sind es doch gerade die Menschen mit Migrationshintergrund, die sich von den Aussagen von Merz zu Unrecht angesprochen fühlen.
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Um es mal klar zu schreiben: Ich lebe gerne in einer bunten Stadtgesellschaft und es ist mir völlig, wirklich völlig egal, wo jemand herkommt. Ich gehe gerne in die unterschiedlichsten Restaurants zum Essen und genieße andere Küchen aus aller Herren Länder. Ich habe ausländische Freunde, ich finde, jeder, der hierherkommt und seinen Lebensunterhalt selbst verdient, soll eine Chance bekommen.
Wenn man dort tagsüber unterwegs ist, dann hat man den Eindruck, man ist nicht mehr im eigenen Land. Dabei sind das alles sicher kreuzbrave Menschen.Christian Eckl
Aber ich verstehe auch nicht, wieso die Stadt in dem abgeranzten Gebäude in der Maximilianstraße die Anlaufstelle für Asylbewerber untergebracht hat. Wenn man dort tagsüber unterwegs ist, dann hat man den Eindruck, man ist nicht mehr im eigenen Land. Dabei sind das alles sicher kreuzbrave Menschen. Aber in Kombination mit dem Problem herumlungernder, aggressiv wirkender junger Männer am Bahnhof und in der Albertstraße wirkt das eben auf viele Regensburger auch abschreckend. Damit wir uns da auch nicht falsch verstehen: Mein Appell wäre, die Ausländerbehörde wieder ganz normal ins Bürgerzentrum im Neuen Rathaus zu integrieren.
Es gibt doch gar keinen Grund, Ausländerangelegenheiten irgendwie separat abzuhandeln. Also, zurück dorthin, wo alle Regensburger ihre Amtsgeschäfte erledigen!
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Zurück zur alltäglichen Kommunalpolitik. Man hat den Eindruck, den Parteien ist es wichtig, wenige Monate vor der Wahl klarzumachen, für was sie stehen. Die Grünen, die schon bei der Spendenaufstockung für Sea-Eye durchblicken haben lassen, dass ihr Kurs pro Migration ist, werben jetzt mit einem Beschluss für die Dritte Toilette.
Braucht Regensburg wirklich eine solche Toilette?
Ich frage mich, wann die Grünen zuletzt eine der Regensburger Toiletten besucht haben. Also die am Neupfarrplatz verdient nicht mal den Namen Toilette, so runtergeranzt ist die. Warum man da noch eine dritte – beziehungsweise vierte, denn eine Behindertentoilette gibt es auch – braucht, bleibt mir ein Rätsel. Ich war erst kürzlich in München im NS-Dokumentationszentrum zu Gast. Dort gibt es eine dritte Toilette. Als ich auf die gehen wollte, wollte sie gerade eine auf den ersten Blick „heterosexuell gelesene CIS-Frau“ verlassen. Die ist ganz schön erschrocken über mich. Und ausgesehen hat es darin wie – ich erspare Ihnen Details. Es mag ja sein, dass es wenige Menschen gibt, die weder auf die Herren-, noch auf die Damentoilette gehen wollen. Aber braucht Regensburg wirklich eine solche Toilette? Sind das unsere Probleme, die wir haben? Ich glaube nicht.
Ein Problem, das viele Anwohner haben, sind die 24-Stunden-Läden. Brücke-Stadtrat Florian Rottke hatte bereits im vergangenen Jahr nachgefragt, ob man diese nicht auch stärker reglementieren könnte. Ich wäre für ein Alkohol-Verkaufsverbot ab einer bestimmten Urzeit. Denn das Problem sind doch vorwiegend laute, ohnehin schon alkoholisierte Nachtschwärmer, die sich noch ein Bierchen reinpfeifen wollen.