Überraschende Kürbis-Trends 2025 in Kelheim: Tina Schefthaler vom Carlbauer verrät leckere Rezepte

Von Beate Weigert · 25. Oktober 2025 um 05:00

Die Kreisstadt steckt im Kürbis-Fieber: Während die Kleinen der „Klassiker“ begeistert, schlägt das Herz vieler Erwachsener für neue Sorten.

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Herbstzeit ist Kürbiszeit. Das bedeutet Hochsaison am Carlbauer-Hof in Affecking. Der fünfjährige Ferdinand und seine kleine Schwester Maya stehen mit ihrer Mama vor einem Regal mit den großen, leuchtend orangen Halloween-Kürbissen. Sie sind spätestens jetzt ein gefragter „Klassiker“. Welcher wohl der perfekte ist? Der Fünfjährige hat das letzte Wort. „Der da ist es“, sagt der Knirps und lässt die Frucht der Wahl nicht mehr los. Die diesjährigen „Renner“ fallen ein paar Nummern kleiner aus und sind längst ausverkauft.

Schwarz-weiße Boos

Die kleinen, flachrunden Zierkürbisse hören auf den Namen „Baby Boo“. Erschrecken muss da aber niemand. „Ich hätte es nicht gedacht, aber viele stehen in diesem Jahr auf schwarz-weiße Kürbis-Deko“, sagt Tina Schefthaler, die Tochter von „Carlbauer“ Josef Frischeisen, die sich nicht nur um die Pension, sondern auch den Hofladen kümmert.

Ein paar weiße „Baby Boos“ sind noch zu haben. Die schwarze Variante ist ausverkauft. - Foto: Beate Weigert

Während von der cremeweißen Variante noch letzte Exemplare zu haben sind, sind die schwarzen „Geschwister“ längst ausverkauft. Streng genommen ist der schwarze Winzling tief dunkelgrün, aber „er sieht aus wie schwarz“, weiß Tina Schefthaler. Ebenfalls kaum noch zu bekommen sind die hellgrau anmutenden „Beton“-Kürbisse (Sorte: Jarrahdale). Auch sie sind heuer bei der Kundschaft „in“.

So groß muss er sein! Ferdinand und seine Schwester Maya haben ihren Halloween-Kürbis gefunden. - Foto: Beate Weigert

Ferdinand und Maya sind solche Trends schnuppe. Sie freuen sich auf die Fratze, die sie mit der Mama in ihren orangen Riesen schnitzen werden, damit er zu Halloween mit einer Kerze darin schön-schaurig in der Dunkelheit leuchtet.

„Beton-Kürbisse“ sind „in“. - Foto: Beate Weigert

So wie das Herz der beiden Kelheimer Kinder zu dieser Jahreszeit für den „klassischen Kürbis“ schlägt, war es vor gut 30 Jahren bei Tina Schefthaler selbst. Bei einem Ausflug nach Baden-Württemberg kam die Familie auf den Kürbis. Damals waren diese in Kelheim noch kein großes Thema.

40 verschiedene Sorten

Eine große, bunte Kürbisdeko und ein Verkauf begeisterten die Frischeisens und sie beschlossen das Fruchtgemüse künftig selbst anzubauen. Mittlerweile kultiviert Josef Frischeisen 40 verschiedene Sorten. Vom Hokkaido, den die meisten als beliebten Speisekürbis kennen, bis zum „Baby Boo“.

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Spätestens jetzt ist klar, dass auch der Kürbis „Moden“ unterliegt. Als Frischeisen startete, waren Speisekürbisse „Exoten“. Die Leute kauften vor allem Zierkürbisse. Besonders gut kamen die mit Warzen oder Schwanenhals an. Heute geht der Verkauf von Zier-Fruchtgemüse zurück, die Speisevarianten sind vielfältiger geworden. Spaghetti-, Butternuss- oder auch Gorgonzola-Kürbisse sind gefragt. Während die Halloween-Kürbisse bald Saisonende haben, gibt es die Geschwister aus der Verzehrkategorie den ganzen Winter über.

Teller noch schön dekorieren... - Foto: Beate Weigert

Bei Tina Schefthaler kommt Kürbis meist als Beilage auf den Teller, sagt sie. Im Herbst und Winter müssen Gerichte bei ihr bunt sein. Zu Halloween ist auch bei ihr daheim ein geschnitzter Kürbis Pflicht. Diesmal will die 37-Jährige mit Tochter Paula zu Ausstechformen greifen. Die hämmert man mit einem kleinen Gummihammer in den Kürbis. Gegebenenfalls muss der Papa ran.

Tina Schefthaler rückt heuer ihrem privaten Halloween-Kürbis mit Ausstechformen wie der kleinen Hexe zu Leibe. - Foto: Beate Weigert

■ Aufruf: Schicken Sie uns Ihr schönstes Foto mit Kürbis- oder Halloween-Deko. Bitte geben Sie auch den Namen des Fotografen an. Die besten Fotos veröffentlichen wir in einer der nächsten Ausgaben. Kontakt: E-Mail: kelheim@mittelbayerische.de, Stichwort: Kürbis und Co.

Rezept für Halloween-Kürbis: Fruchtfleisch wird zur Marmelade

• Kürbis-Apfel-Marmelade: Zutaten: 900g Kürbis, 600 g Äpfel, eine halbe Zitrone, 200 ml Apfelsaft, 750 g Gelierzucker; Zubereitung: Kürbis schälen und putzen; Äpfel schälen, vierteln, Kerngehäuse entfernen; Kürbis und Äpfel klein schneiden; Zitrone auspressen; Zitronen- und Apfelsaft, Kürbis und Äpfel aufkochen, 30 Min. weich kochen; Fruchtmus fein pürieren; Gelierzucker zugeben und alles 4-5 Min. unter Rühren kochen lassen; heiß in saubere Gläser füllen; diese für ein paar Minuten auf Kopf stellen und dann umdrehen; abkühlen lassen, etikettieren, lagern oder verschenken.

Rezept: Kürbis & Knolle

Bunter Kartoffelsalat mit lauwarmen Kürbis-Spalten und Roter-Bete-Creme (4 Personen):

• Kartoffelsalat: Zutaten: 800 g Kartoffeln (z.B. Trüffelkartoffeln und Linda), 100 ml Gemüsebrühe, eine halbe Knoblauchzehe, 5 EL Rapsöl, 2 EL weißer Balsamico-Essig, Salz, Pfeffer, etwas Zucker, Lauchzwiebel, Kürbis- und Walnusskerne, Kürbiskernöl;

• Zubereitung: Kartoffeln mit Schale dämpfen und etwas abkühlen lassen; Kartoffeln in Scheiben schneiden; aus Brühe, Rapsöl, Essig, Salz, Pfeffer, Zucker einen Sud vorbereiten und über die Kartoffeln gießen; gut durchziehen lassen; Kerne anrösten, mit Lauchzwiebeln, Kürbiskernöl und Kernen garnieren.

• Kürbisspalten: Zutaten: 1 kl. Hokkaidokürbis, Salz, Pfeffer, Honig, Rapsöl; Zubereitung: Kürbis in dünne Spalten schneiden und in einer Pfanne mit Rapsöl bei geringer Hitze anbraten; kurz vor Ende der Garzeit mit etwas Honig glasieren und mit Salz und Pfeffer würzen.

• Rote-Bete-Creme: Zutaten: 40g Rote Bete, 200g Frischkäse, etwas gemahlenen Kümmel, Salz, Pfeffer, eine halbe Knoblauchzehe, etwas Olivenöl; Zubereitung: Alle Zutaten in eine Schüssel geben und mit einem Pürierstab fein mixen.