Diese sieben vermeintlichen „Heiz-Tipps“ können Sie teuer zu stehen kommen

Von Christoph Eberle · 1. November 2025 um 11:06

Alle Jahre wieder zu Beginn der Heizsaison kursieren allerlei Mythen rund um die Heizung – etwa, dass die Wärmepumpe für viele Gebäude nicht geeignet ist. Oder vermeintliche „Heiz-Tipps“, die unterm Strich ein Sparen am falschen Ende sind und einem teuer zu stehen kommen können.

1. Die Heizung nachts ganz abschalten? Schon das Absenken der Temperatur um nur 1 Grad Celsius spart im Durchschnitt fünf bis sechs Prozent Heizenergie. Also die Heizung nachts abschalten und so kräftig sparen? Besser nicht! Laut Verbraucherzentrale kostet es mehr Energie, den über Nacht ausgekühlten Raum wieder auf Temperatur zu bringen. Besser ist eine Nachtabsenkung der Heiztemperatur, zum Beispiel auf 16 Grad.

2. Einzelne Räume gar nicht heizen? Laut Verbraucherzentrale sollten alle Räume in der Wohnung auf mindestens 16 Grad geheizt werden – sonst droht Schimmelgefahr! Den zu entfernen, kann deutlich teurer werden als die gesparten Heizkosten. Von gesundheitlichen Folgen ganz zu schweigen.

3. Weniger genutzte Räume durch geöffnete Türen „mitheizen“? Hier ist die Schimmelgefahr laut Verbraucherzentrale sogar noch höher – wenn so warme, feuchte Luft aus einem geheizten Raum in kühlere Räume gelangt und dort an den kalten Wänden kondensiert.

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4. Fenster lieber kippen statt ganz öffnen? Wenn man das Fenster nur kippt, wird es im Raum nicht so kalt und man muss weniger heizen? Falsch gedacht: Das Fenster in Kippstellung kühlt die umliegenden Wände aus, verschwendet so Energie und erhöht ebenfalls die Schimmelgefahr. Denn auch die Luftfeuchte wird so nicht effektiv aus dem Raum gebracht. Besser ist laut Experten vier bis fünf mal am Tag kurz Stoßlüften.

5. Den Heizkörper auf höchste Stufe stellen, dann wird es schneller warm? Falsch – das Thermostat am Heizkörper ist kein „Gashebel“, sondern wählt nur die Endtemperatur aus. Stufe 3 steht dabei für 20 Grad. Stufe 5 für 28 Grad. Wer zu stark aufdreht, verschwendet so Energie – vor allem wenn es am Ende so heiß im Raum ist, dass wieder gelüftet wird, um zu kühlen.

6. Die Wassertemperatur zu niedrig einstellen? Auch beim Wasser für Dusche oder Badewanne kann man Heizkosten sparen – aber bitte nicht zu viel. Der Verein Deutsche Ingenieure (VDI) und die Verbraucherzentrale empfehlen für Warmwasserspeicher eine Mindesttemperatur von 60 Grad Celsius. Ansonsten drohe die Gefahr von Legionellenbefall – mit entsprechenden möglichen gesundheitlichen Folgen.

7. Mit Elektroheizlüftern kann man günstig heizen? Falsch gedacht – sie sind laut einer Untersuchung der Stiftung Warentest aufgrund der Stromkosten die teuerste Variante zum Heizen. im Gegensatz zur Wärmepumpe, die aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme gewinnt. Zudem seien die Geräte nicht für Dauerbetrieb geeignet und können schnell überhitzen. Heizlüfter seien vielmehr dazu gedacht, um einen Raum schnell mal anzuwärmen.

8. Müll im Holzofen verheizen? Warum teures Brennholz kaufen, wenn man doch Brennbares wie Plastikflaschen, Joghurtbecher, Altpapier, Altkleider und Ähnliches zuhause hat? Weil es verboten ist – und unterm Strich noch teurer werden kann! Zum einen kann der Ofen laut Holger Frischhut aus Moosthenning (Landkreis Dingolfing-Landau), Obermeister der Kaminkehrer-Innung Niederbayern kaputt werden. Zum anderen drohen hohe Bußgelder.