Geschäfte, die es früher einmal gab: Kennen Sie diese Läden noch?

Edeka, Rewe, Globus, Aldi und Lidl sind heute unsere wichtigsten Versorger, wenn es um Dinge des alltäglichen Lebens geht. Früher aber gab es viel mehr Geschäfte und Handelsketten. Wir blicken zurück. Erinnern Sie sich noch an diese Läden?
Früher gab es in jeder Ecke einer Innenstadt einen Supermarkt. Viele dieser Ketten gibt es heute nicht mehr, die meisten wurden von Edeka und Rewe aufgekauft.
Früher mit markantem Logo: MiniMal

MiniMal zum Beispiel. Den Laden erkannte man schon von weitem an seinen markanten Strichmännchen. Bis 2006. Dann ging dieser Supermarkt, der einst zur Leibrand-Gruppe gehörte, in der Rewe-Holding auf. Im September 2006 bekam der letzte MiniMal-Markt das Rewe-Logo.
Gute Adresse: Kaiser`s Tengelmann

Kaiser`s Tengelmann konnte sich sogar relativ lange gegen die Konkurrenz von Edeka und Rewe behaupten. 2017 war aber Schluss. Dann übernahm Edeka, der aber einige Filialen an Rewe weiter verkaufte.
Einst einer der größten Discounter: Plus

Wissen Sie noch, wo die kleinen Preise wohnen? Genau, bei Plus. Seit den 1970er Jahren, lange bevor es Lidl in Deutschland gab, war Plus neben Aldi mit über 2000 Filialen einer der größten Discounter. 2010 war aber Schluss. Edeka übernahm die Kette und formte sie zu Netto um.
Auch Real gibt es nicht mehr

Real war bei vielen Familien erste Anlaufstelle für den samstäglichen Wocheneinkauf. Denn die Kette war bekannt für besondere Rabattaktionen wie „kauf 3, zahl 2“. Der Wochenprospekt war meistens auch dicker als der Konkurrenz. Aber die Rechnung ging nicht auf. 2023 meldete Real Insolvenz an. Rewe übernahm 14 Filialen, Kaufland drei und Edeka eine. Für die restlichen 45 Märkte fand sich kein Interessent, sie wurden zum März 2024 geschlossen.
Schlecker - Vorgänger von dm und Rossmann

Hätte man bei Schlecker gewusst, wie erfolgreich dm und Rossmann in den 2020er Jahren sind, vielleicht wäre die Drogeriekette doch zu retten gewesen. So aber verschwand das blaue Schild mit den weißen Versalien aus den deutschen Städten, Schlecker meldete 2012 Insolvenz an. Alle einst 8.000 Filialen (15.000 in ganz Europa) wurden nach und nach dicht gemacht.
Hertie - früher ein Warenhaus für die ganze Familie

Hertie war der Inbegriff für Warenhäuser. Wie auch bei Karstadt und Kaufhof bekam man hier alles – vom Apfel bis hin zu Designer-Luxusuhr. Und natürlich auch Spielzeug, weshalb ein Bummel durch Hertie am Samstagnachmittag ein Spaß für die ganze Familie war. Hertie wurde 1994 von Karstadt übernommen, der dank der massiven Konkurrenz aus dem Internet aber selbst ins Trudeln geriet. Man tat sich zwar noch mit Galeria Kaufhof zusammen, aber auch die Galeria Karstadt Kaufhof GmbH musste schließlich während Corona 2020 Insolvenz anmelden.
Praktiker und seine 20 Prozent

„20 Prozent auf alles – außer Tiernahrung“ – diesen Slogan von Praktiker kannte jeder. 2013 aber war Schluss mit dem stationären Baumärkten. Praktiker konzentrierte sich ausschließlich aufs Online-Geschäft, das bis heute funktioniert.
WOM – World of Music

Wer als Teenager und junger Erwachsener in den 80er und 90er Jahren auf dem Land wohnte, fuhr gerne mal nach München oder Nürnberg zum Shoppen. Denn die großen Modeketten wie zum Beispiel H&M gab es damals nur dort. Ein Muss dann auch: Ein Abstecher zu WOM - World of Music. In dem riesigen Musikladen - in München strategisch günstig zwischen Hauptbahnhof und Marienplatz gelegen, konnte man sich stundenlang aufhalten und durch die neuesten Charts oder viel geliebte Klassiker hören. Rock, Pop, heavy Metal, Punk, Schlager, Klassik - bei WOM gab es alles. Erst auf Vinyl, dann auf CD. Bis 2010. Da wurde die letzte Filiale der einst 18 in ganz Deutschland geschlossen. Viele waren zuvor schon in die Karstadt-Warenhäuser integriert worden.
Der Club Bertelsmann

Das Geschäftsmodell von der Club Bertelsmann war simpel- und daher erfolgreich. Als Club-Mitglied schließt man eine Art Abo ab, das alle drei Monate zum Kauf eines Buches verpflichtet. Der Haken - die Bücher waren beim Bertelsmann-Club erst vier Monate nach der Erscheinung erhältlich. Dafür aber eben auch billiger. Zudem konnte man sich viele andere Artikel, etwa aus dem Bereich Medien, Deko oder Haushalt zum günstigen Preis sichern. Aber auch hier war die Online-Konkurrenz zu groß. 2015 wurden die Filialen geschlossen.
Videotheken im Prä-Netflix-Zeitalter

Videotheken – wer sich im Prä-Netflix-Prime-Zeitalter einen gemütlichen Abend mit Hollywood-Kino im heimischen TV machen wollte, kramte nach seiner Mitgliedskarte und fuhr in seine Haus-Videothek. Dort fand man je nach Stimmungslage auf VHS oder später DVD bzw. Blu-Ray Thriller, Komödien, Kinderfilme, Romanzen, Horror oder auch Streifen für Erwachsene. Vom neuen Blockbuster bis hin zum zeitlosen Klassiker in Schwarz-Weiß, in den Regalen war alles aufgereiht. Trotz der zunehmenden Konkurrenz der Streaming-Dienste wie Netflix oder Prime Video konnten sich Videotheken vereinzelt noch relativ lange halten. Aber spätestens Corona setzte auch dieser Ära endgültig ein Ende. Die letzte Videothek im Landkreis Passau zum Beispiel schloss 2020.