Käse, Salami oder Pantoletten: Die häufigsten Gründe für Produktrückrufe

Von Milch über Wurst bis hin zu Bio-Pantoletten und Kettlebells – Produktrückrufe gibt es in fast allen Branchen. Wir haben uns die häufigsten Gründe für Rückrufaktionen angesehen.
Seit 2011 werden auf dem Internetportal lebensmittelwarnung.de, das vom für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) betreut wird, aktuelle Rückrufe veröffentlicht. Dabei ist der Name nicht Programm.
Zwar finden sich dort mehrheitlich Produkte wie Milch, Wurst und Käse, Brotaufstriche oder Süßwaren, die in den großen Supermarktketten wie Edeka, Rewe, Globus oder den Discountern Aldi und Lidl verkauft werden. Aber auch andere Waren. So werden dort wie etwa im September 2025 Kettlebells-Gewichte von Action oder Bio-Pantoletten der Marke BioLife aufgelistet.
Die häufigsten Gründe für Produktrückrufe sind Verunreinigungen von Lebensmitteln, teilt die Verbraucherzentrale mit. Sie nennt dabei „Bakterien wie Salmonellen oder Listerien, Pestizidrückstände, unzulässige Inhaltsstoffe oder Fremdkörper“.
Rückrufe wegen Salmonellen, Listerien und E.coli
Auch das BVL bestätigt: Salmonellen sind häufige Ursache für Lebensmittel-Rückrufe. Allein im Jahr 2025 habe es bislang 227 Rückrufe gegeben, 2024 waren es 310. 2025 waren zum September 199 Lebensmittel zurückgerufen worden, bei den meisten seien „biologische Kontaminationen“ der Grund gewesen. Darunter waren Salmonellen erneut mit die häufigste Ursache. Diese Bakterien können schwere Magen-Darm-Erkrankungen auslösen.

Neben Salmonellen seien es vor allem Listerien oder E. coli, weswegen Nahrungsmittel zurückgerufen werden. Aber auch Schimmelpilze oder Viren zählen laut BVL zu den Ursachen. Diese Mikroorganismen können bereits im lebenden Nutztier vorkommen und dann über den Schlachtprozess, die Rohmilch etc. in die Lebensmittelkette gelangen. „Außerdem können Lebensmittel bei Ernte, Herstellung und Verarbeitung kontaminiert werden“, heißt es.
Auch Grenzwertüberschreitungen Grund für Rückrufe
Aber auch bei so genannten Bedarfsgegenständen finden sich mangelhafte Produkte, die aus dem Handel genommen werden müssen. 19 waren das bis September 2025. Hier sind zumeist Grenzwertüberschreitungen der Grund für den Rückruf. Bei den genannten Bio-Pantoletten wurde in der Lederdecksohle ein erhöhter Chrom VI-Wert festgestellt. Das ist ein so genanntes Kontaktallergen, das zu Hautreaktionen führen kann.
Bei den Kettlebells von Action hingegen wurden erhöhte Werte von ionisierender Strahlung registriert, die über einen längeren Zeitraum ein nicht näher differenziertes Gesundheitsrisiko darstellen können, so heißt es bei Lebensmittelwarnung.de. Weitere Kategorien bei sind kosmetische Produkte oder ganz neu seit 2024 Baby- und Kinderprodukte.
Massive Zunahme von Produktrückrufen
Auffällig ist: Während in den ersten sechs Jahren bis 2017 auf Lebensmittelwarnung.de insgesamt nur gut 600 Produktwarnungen veröffentlicht wurden, sind es mittlerweile allein jedes Jahr über 300. Diese massive Zunahme erklärt das BVL in einer Mitteilung vor allem mit dem gestiegenen Sinn für Verbraucherschutz und „einem verantwortungsvollen Management, mit dem Unternehmen ihr Verantwortungsbewusstsein und ihre Vertrauenswürdigkeit sicherstellen“. Zudem hätte sich mittlerweile der technische Fortschritt vor allem bei Analyse- und Testmethoden sehr weiterentwickelt, so dass bereits kleine Verunreinigungen oder Abweichungen nachgewiesen werden könnten.