Kein Ablaufdatum auf Flaschen: Wie lange ist Sekt eigentlich haltbar?

Von der großen Party an Silvester sind noch einige Flaschen Sekt übrig und Sie fragen sich, wie lange ist der Schaumwein eigentlich noch haltbar? Ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) sucht man auf Sektflaschen nämlich vergeblich. Wir verraten Ihnen, wie lange Sekt genießbar ist, und wie er am besten gelagert wird.
Fürst von Metternich, Freixenet, Mumm, Henkell oder Rotkäppchen - die bekannten Sektmarken sind gerne mal im Angebot, und man kauft sie dann auf Vorrat. „Werden ja nicht schlecht“, so das geläufige Argument. Das stimmt allerdings nicht so ganz.
Auf den Sektflaschen wird anders als etwa beim Wein eher selten ein Jahrgang aufgedruckt. Aus welchem Jahr die Trauben dieser Flache geerntet wurden – der Verbraucher erfährt es nicht. Sekt muss mindestens 10 Prozent Alkoholgehalt haben, Prosecco 10,5 und Spumante 11. Und hier liegt die Crux: Ab einem Alkoholgehalt von 10 Prozent müssen die Flaschen nicht mehr mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum versehen werden, erfährt man beim Verbraucherportal Ökotest. Das erklärt, warum das MHD beim Bier (durchschnittlich 4,8 Prozent) aufgedruckt wird, beim Schnaps (33 Prozent) aber nicht.
Sektflasche verliert mit der Zeit Kohlensäure
Anders als beim Wein, bei dem manche Sorten mit den Jahren immer besser werden sollen, können kohlensäurehaltige Getränke wie eben Sekt mit den Jahren an Geschmack verlieren. Das liegt an der Kohlensäure, die im Lauf der Monate aus der Flasche entweicht – auch wenn der Korken noch rappelfest sitzt. Bis heute wurde keine Möglichkeit gefunden, diesen Prozess zu verhindern.
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Daher sagen Ökotest und Verbraucherzentrale Bayern ganz klar: Sekt sollte nur einige Monate, maximal drei Jahre aufgehoben werden. „Dunkel und kühl bei 8 bis 15 Grad“ sollten die Flaschen gelagert werden, so Ökotest auf seiner Homepage. Sekt mag zudem stehend mit Korken nach oben gelagert werden, anders als die Weinflasche, die lieber liegt.
Und woran erkennt man nun, ob der Inhalt der gerade geköpften Sektflasche noch gut ist? „Sektglas füllen, schauen, schnuppern, vorsichtig kosten.“ Wenn der Sekt goldklar und perlig sei sowie den unverwechselbaren Geruch und Geschmack aufweise, dann könne man den Perlwein laut Ökotest trinken (auch wenn er schon länger als drei Jahre im Schrank steht). Ist das aber nicht mehr der Fall, dann sollte der Traubensprudel besser entsorgt werden. Wobei zu alter Sekt keine gesundheitlichen Gefahren birgt, sondern einfach nur nicht mehr gut schmeckt.
Angebrochene Sektflasche kommt in den Kühlschrank
Wer Mumm, Metternich und Co. nicht auf einmal leeren kann, der bewahrt die angebrochene Flasche gut verschlossen im Kühlschrank auf. „Bis zu drei Tage“, rät die Verbraucherzentrale Bayern. Der „Löffel in den Flaschenhals“-Trick wird von den Experten indes generell als Mythos bezeichnet. Eine entkorkte Flasche Sekt verschließt man daher am besten mit einem richtigen Flaschenverschluss. So bleibt der prickelnde Trinkgenuss am längsten erhalten.