Denkmal mit Dachschaden: Bekanntes Haus in Regensburg muss dringend saniert werden

Hier geht's nass nei: Ein bedeutendes Hausdach in der Regensburger Altstadt muss dringend saniert werden – und zwar so schnell wie möglich. Deshalb drückt die Stadt nun auf das Gaspedal.
In einer Beschlussvorlage, von der der Regensburger Stadtrat am Donnerstagabend Kenntnis nehmen soll, sind die Probleme im Runtingerhaus in der Keplerstraße ausführlich geschildert. Darin heißt es, dass in dem historischen Gebäude, dessen Bau rund um das Jahr 1200 begonnen hat, im Juli ein größerer Wasssereinbruch durch die Decke kam. Im Runtingerhaus ist unter anderem das Amt für kulturelles Erbe der Stadt Regensburg untergebracht.
Büros sind gefährdet: Dach in der Regensburger Altstadt ist undicht
Die Verwaltung geht allerdings davon aus, dass es schon zuvor kleinere Wassereinbrüche gab, weil das Dach undicht ist. Diese Vorfälle seien allerdings unbemerkt geblieben. Die spezielle Konstruktion der Dächer und ihr Zustand trügen dazu bei, dass es wiederholt zu Wassereinbrüchen kommen kann. Das wiederum gefährde die darunter liegenden Büros. Das will man freilich verhindern – und zwar schnell.
Um weitere Schäden zu vermeiden, müsse man noch vor Einbruch des Winters mit der Sanierung des Daches beginnen, betont die Verwaltung in der Vorlage. Andernfalls drohten langfristige Schäden.
Das Runtingerhaus wurde um das Jahr 1200 herum erbaut. Es ist eines der besterhaltenen Patrizierhäuser in Regensburg, dass auf eine bewegte Geschichte zurückblickt. Zeit seines Bestehens wurde es vielfach genutzt und einige Male saniert. In den 1960ern liefen beispielsweise umfassende Arbeiten an dem bedeutenden Haus. Heute ist in dem Gebäude in der Keplerstraße auch das Regensburger Stadtarchiv angesiedelt.
Das Dach des Runtingerhauses ist – ebenso wie der gesamte Bau – historisch bedeutsam. Der gut erhaltene kreuzverstrebte Sparrendachstuhl auf dem gotischen Turmbau ist ein Beispiel für die vielfältigen Dachkonstruktionen in der Altstadt. Das schrieb die Stadt Regensburg vor etwa zwei Jahren anlässlich des Tags des offenen Denkmals, bei dem der Dachstuhl besichtigt werden konnte. Es sei ein wertvoller Schatz, der in der Domstadt gar nicht so bekannt sei, hieß es damals.
Runtingerhaus in Regensburg: Dacheindeckung muss erneuert werden
Der Sanierungs-Plan der Verwaltung sieht nun vor, einen Teil der Dacheindeckung abschnittsweise abzubrechen. Dazu kommen Maurerarbeiten und die Entfernung des durchnässten Materials. In der Folge soll die Dacheindeckung erneuert werden.
Die Arbeiten haben ihren Preis: Die Verwaltung veranschlagt laut Vorlage Kosten in Höhe von etwa 405.000 Euro. Das Geld soll dabei aus der sogenannten Deckungsreserve kommen – also einer Art Notgroschen der Stadt.
Das Besondere an der Vorlage: Es handelt sich um eine sogenannte „dringende Anordnung“. Das heißt, dass der Stadtrat lediglich von den geplanten Maßnahmen Kenntnis nehmen kann.