Telekom startet mit Glasfaserausbau in Wackersdorf – Der Weg dorthin war steinig

Als „Happy End eines Weges mit Herausforderungen“ betitelte Wackersdorfs Bürgermeister Thomas Falter den Termin am Dienstagnachmittag. Neben dem Rathaus, an der Ringstraße, erfolgte der symbolische Spatenstich für den eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau der Telekom. Dieser findet nun aber in deutlich abgespeckter Form statt.
Rückblick: Bereits im Jahr 2022 hatte die Telekom der Gemeinde Wackersdorf zugesichert, den Glasfaserausbau für den Hauptort Wackersdorf sowie den Ortsteilen Alberndorf, Irlach, Heselbach und Grafenricht eigenwirtschaftlich betreiben zu wollen. Nur für den Ortsteil Rauberweiherhaus, das Industriegebiet Nord und einzelne Adressen von Imstetten galt diese Zusage nicht. Die Gemeinde hatte hier deshalb ein Förderverfahren eingeleitet.
Doch dann folgte im Herbst 2024 die Rolle rückwärts. Wegen Kostenexplosionen im Tiefbau musste der Telekommunikationsriese seine Pläne deutlich eindämmen. Statt alle Ortsteile eigenwirtschaftlich ans schnelle Netz anzubinden, konzentrierte man sich nur noch auf den Hauptort. Das heißt: Von den ursprünglich angedachten 1681 Adressen, beziehungsweise 2678 Haushalten blieben nur noch 1060 Adressen, beziehungsweise 1840 Haushalte übrig.
Glasfaser ist eine Schlüsseltechnologie
Wie die Ortsteile Alberndorf, Irlach, Heselbach und Grafenricht mit Glasfaser versorgt werden, war plötzlich wieder völlig offen. Und es war auch klar: Der Glasfaserausbau im Hauptort Wackersdorf wird sich zeitlich deutlich verzögern.
Die Nachricht sorgte bei der Gemeindeverwaltung selbstredend für Frust. Es folgten intensive Gespräche mit der Telekom. Das Ergebnis: Der Hauptort Wackersdorf wird im Jahr 2025 durch die Telekom ans schnelle Netz angebunden. Für die anderen Ortsteile wurden neue Förderverfahren beantragt. Die Marschroute war klar: Kein Ort soll vergessen werden.
Es ist auch ein Versprechen: Wer dabei sein möchte, ist dabei.Thomas Falter, Wackersdorfs Bürgermeister
Diesen Satz wiederholte Bürgermeister Falter am Dienstag. Er hat sich das Thema Glasfaser bereits seit 2019 auf die Fahne geschrieben. Umso mehr freute er sich, dass es nun endlich los geht. An der Ringstraße erfolgte der sehnlichst erwartete Spatenstich, der den eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau im Hauptort Wackersdorf einläutete. Der Rathauschef hob die Bedeutung dieses Schrittes hervor. Glasfaser sei eine „zentrale Schlüsseltechnologie für Gegenwart und Zukunft“, so Falter. Und es gehe heute um mehr als nur um die Verlegung einer Speedpipe. „Es ist auch ein Versprechen: Wer dabei sein möchte, ist dabei“, sagte der Bürgermeister.
18 Kilometer Glasfaser werden durch den Hauptort verlegt
Stefan Krantz, Konzernbevollmächtigter der Telekom, bedankte sich bei der Gemeinde Wackersdorf für die Zusammenarbeit. Man habe zumindest für den Hauptort das Versprechen halten können, den Glasfaserausbau eigenwirtschaftlich zu realisieren. Wichtig sei nun, dass die Bürger das Angebot auch wahrnehmen. Nur so könne der weitere Ausbau finanziert werden. In Wackersdorf sollen bis Ende 2027 mehr als 1800 Haushalte die Möglichkeit erhalten, ans schnelle Netz angebunden zu werden. Dafür werden rund 18 Kilometer Glasfaser durch den Hauptort verlegt und 19 Verteiler gebaut.
Das Glasfasernetz biete laut Krantz einige Vorteile: Es sei wesentlich stabiler, ermögliche hohe Bandbreiten bis zu einem Gigabit pro Sekunde und steigere auch den Wert einer Immobilie. Die Telekom verlegt auf Wunsch auch Glasfaser von der Straße bis ins Haus. Dieser Anschluss sei kostenlos, sofern die Immobilienbesitzer einen Glasfasertarif buchen und ihre Zustimmung geben. Wer zur Miete wohnt, muss lediglich einen Glasfasertarif buchen. Die Telekom würde sich dann um alles weitere in Absprache mit dem Hauseigentürmer kümmern.
Telekom macht sich Straßensanierung gleich zunutze
„Wer einen kostenfreien Hausanschluss zum Glasfasernetz haben möchte, muss jetzt einen Glasfasertarif buchen und mit der Telekom Kontakt aufnehmen. Nur so erspart man sich und den Nachbarn, dass später noch einmal die Straße aufgemacht werden muss. Außerdem werden dann 800 Euro Anschlussgebühren fällig“, so Krantz. Im nächsten Jahr könnten die Preise sogar nochmal deutlich steigen. Anschließend griffen Falter, Krantz, Mitarbeiter der Telekom, der beteiligten Baufirmen und der Gemeindeverwaltung zum Spaten.

Im Hintergrund röhrten die Baumaschinen. Denn die Ringstraße wird gerade auf einer Länge von etwa 340 Metern zwischen Rathaus und der Einmündung Friedhofstraße saniert, inklusive Wasser- und Abwasserleitungen, Gehwegen, Parkflächen und Straßenbeleuchtung. Das macht sich die Telekom gleich zu nutze – und verlegt hier die ersten Glasfaserkabel.
So geht es in Sachen Glasfaserausbau in Wackersdorf weiter
• 2025/2026 werden die Ortsteile Rauberweiherhaus, Irlach und Imstetten sowie das Industriegebiet Nord erschlossen. Der Ausbau erfolgt hier mit finanzieller Unterstützung durch Bund, Land und Gemeinde – mit Ausnahme eines Teils von Rauberweiherhaus, der wie der Hauptort eigenwirtschaftlich durch die Telekom versorgt wird.
• Für die Ortsteile Alberndorf, Grafenricht, Heselbach und das Gewerbegebiet an der Fabrikstraße hat die Gemeinde neue Förderprogramme auf den Weg gebracht.
• Bereits seit 2017 mit Glasfaser versorgt sind die Ortsteile Meldau und Mappenberg.