Weniger Haushalte in Wackersdorf werden mit Glasfaser versorgt

Von Johann Ippisch · 19. September 2024 um 19:00

Keine erfreuliche Nachricht mussten die Mitglieder des Gemeinderates Wackersdorf in der ersten Sitzung nach der Sommerpause zur Kenntnis nehmen.

Die Deutsche Telekom AG hatte vor zwei Jahren der Gemeinde die Zusage erteilt, den Glasfaserausbau für den Ort Wackersdorf sowie den Ortsteilen Alberndorf, Irlach, Heselbach und Grafenricht eigenwirtschaftlich betreiben zu wollen. Nur für den Ortsteil Rauberweiherhaus, dem Industriegebiet Nord und einzelne Adressen von Imstetten galt diese Zusage nicht, für die die Gemeinde deshalb ein Förderverfahren eingeleitet hatte.

Ausbau auf 2025 verschoben

Die Bewilligung dieser Mittel wurde durch die entsprechende Förderstelle mittels schriftlichen Bescheids bereits im letzten Jahr zugesagt und der Ausbauvertrag steht. Kein geringerer als der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Telekom Region Süd (Bayern) bei Telekom Deutschland GmbH Jürgen Lück, der von Stefan Krantz (Telekom-Ansprechpartner für Kommunen und Landkreise) und Peter Flory unterstützt wurde, überbrachte die Botschaft selbst, dass sich nun der Ausbau des Glasfasernetzes in der Gemeinde Wackersdorf anders darstellt, wie im Jahr 2022.

Anstatt 1681 Adressen bzw. 2678 Haushalte mit dem schnellen Internet zu versorgen, werden es nun nur noch 1060 Adressen bzw. 1840 Haushalte sein. Der Ausbaustart für die Ortschaft Wackersdorf verschiebt sich auf das Jahr 2025. Lück betonte, dass die Ortsteile Grafenricht, Irlach, Heselbach, Alberndorf und das Gewerbegebiet „an der Fabrikstraße“ vorerst nicht eigenfinanziert durch die Deutsche Telekom AG ausgebaut werden.

Begründet wurde die Änderung des Ausbauvertrages von 2022 damit, dass die Kosten für den Tiefbau signifikant stark gestiegen sind. 15 bis 20 Prozent, konstatierte hier Lück. Insolvenzen von Tiefbaufirmen machten die Ausbauarbeiten nicht einfacher. Jürgen Lück unterstrich aber, dass alleine im Hauptort 1840 Haushalte von dem Ausbau profitieren werden und betonte auch, dass Telekom großes Interesse hat, die komplette Gemeinde mit Glasfaser zur versorgen.

Dies liegt selbstverständlich auch im Interesse der Gemeinde. „Glasfaser ist die Zukunft“, so Bürgermeister Thomas Falter (CSU). „Was sagen wir nun den Bürgern, die bereits Verträge abgeschlossen haben?“, so die Bedenken von Christian Hutterer (CSU). Regina Wirth (JU) erinnerte daran, dass Verträge zu halten sind, dem Lück aber damit entgegnete, dass die Investition alleine Telekom trägt, diese auch Verträge stornieren kann und Ausbauverträge auch korrigieren kann.

Frage der Förderung

Wann und wie nun die Ortsteile Alberndorf, Irlach, Heselbach und Grafenricht mit Glasfaser versorgt werden, ist derzeit völlig offen. Letztendlich ist dies auch eine Frage der Förderung. Ein neuer Förderverband braucht Zeit, so Bürgermeister Falter. Klaus Eckel von den IK-T Innovative Kommunikations-Technologien, der die bisherigen Fördermaßnahmen begleitete, konnte dazu ebenfalls nichts berichten, da künftige Förderungen abgewartet werden müssen.

Mit der Errichtung von Windenergieanlagen braucht sich die Gemeinde nicht beschäftigen. Aufgrund eines harten Ausschlusskriteriums (Brutreviere von Seeadler) ist bei der Sitzung des Planungsausschusses des Regionalen Planungsverbandes Oberpfalz Nord das vorgeschlagene Gebiet nahe dem WTF I herausgefallen.

Genehmigt wurde der Antrag der Firma Welco GmbH auf Erteilung einer immissionsschutzrechtlichen Genehmigung für Errichtung und Betrieb einer thermischen Reinigungsanlage für lackverschmutzte Vorrichtungen und Werkzeuge aus dem Prozess der Pulverbeschichtung und KTL-Lackieranlage. Armin Vogel (FW) brachte Kritik an, dass immer mehr gebaut wird, ohne dass vorher ein Bauplan bei der Gemeinde eingereicht wird. So auch der zu behandelnde Bauantrag auf Errichtung eines „Gartenhäuschens“ mit einem umbauten Raum von 160 Kubikmeter. Der Bauantrag wurde nachträglich genehmigt.