Leichenfund am Further Drachensee: Jetzt sind die Gerichtsmediziner gefragt

Nach dem Fund einer Leiche beim Drachensee in Furth im Wald (Landkreis Cham) laufen die Ermittlungen der Kriminalpolizei Regensburg auf Hochtouren. Wichtig wird zunächst sein, welche Ergebnisse die Arbeit der Rechtsmediziner zu Tage fördert. Ein Spaziergänger hat den skelettierten Körper am Freitag in einem Waldstück zwischen Wodsteg und Stauseemauer gefunden.
Ob die Todesursache überhaupt noch festgestellt werden kann, ist wegen des Zustands der Leiche unklar. Unter Umständen, so Corinna Wild, Sprecherin der Kripo Regensburg, können gegen Ende der Woche erste Ergebnisse mitgeteilt werden.
Dass der Leichnam, wie kolportiert wird, eine Jeanshose getragen hat, bestätigte die Sprecherin mit Hinweis auf laufende Untersuchungen nicht. Auch zur vermuteten Liegezeit konnte Wild keine Angaben machen.
DNA-Analyse soll den Ermittlern helfen
Vielmehr, so die Kripo-Sprecherin, könne man im Moment nicht sagen, aber: „Die Rechtsmedizin war von Anfang an in die Ermittlungen miteinbezogen.“ Weil die Leiche stark verwest ist, konnte noch nicht festgestellt werden, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt.
Die sterblichen Überreste sollen laut Wild noch in dieser Woche obduziert werden. Die dabei gewonnene DNA kann dann mit dem Erbgut vermisster Personen, die im In- und Ausland gesucht werden, abgeglichen werden.
Im Moment kann man noch gar nicht abschätzen, in welche Richtung es geht.Corinna Wild, Kripo
In der Nähe des Leichenfundorts wurde beim Erstellen des MZ-Luftbilds eine Spaziergängerin angetroffen. Angesprochen auf den Vorfall, winkte sie unwillig ab. Sie wolle von einer Leiche nichts wissen.
Natürlich ist der Vorfall derzeit Gesprächsthema in Furth im Wald. Viele fragen sich, wie es sein kann, dass an der Stelle, die von vielen Wanderern und Spaziergängern passiert wird, so lange eine Leiche unentdeckt liegen konnte.
Nachdem es in und um die Drachenstadt keine vermissten Personen gibt, wird weiter vermutet, es könnte sich um eine Person aus dem Nachbarland Tschechien handeln.
Wie geht es jetzt in dem Fall weiter?
Doch alle Mutmaßungen werden kein Ergebnis bringen. Das gibt es erst, wenn die Leiche vollständig obduziert wurde. Was, wenn es keinen DNA-Treffer in der Datenbank der Ermittlungsbehörden gibt? „Im Moment kann man noch gar nicht abschätzen, in welche Richtung es geht“, so Wild.
Man kann es ja mal versuchen: Eine E-Mail an Dr. Mark Benecke, Deutschlands bekanntester Forensiker, beantwortet dieser prompt. Die Frage: Kann man einen Zeitraum angeben, den eine Leiche im Wald gelegen haben muss, wenn sie zum Teil skelettiert ist? Antwort: „Skelettiert kann alles mögliche heißen, ich müsste tatsächlich Fotos des Geländes und der Leiche sehen.“
Eine große Rolle spielen im Zersetzungsprozess eines menschlichen Körpers Insekten, die sich von dem organischen Material ernähren oder ihren Nachwuchs dort ablegen. Laut wikipedia steht am Ende des Prozesses die Skelettierung.