Auf der Äußeren Kötztinger Straße im Bereich Furth im Wald kann es schon mal brenzlig werden

Die Äußere Kötztinger Straße zwischen Furth im Wald und der Kreuzung nach Bad Kötzting, beziehungsweise Eschlkam, hat es in sich. Eigentlich zu schmal, ist auch der Belag an manchen Stellen tückisch. Ob sich daran in den kommenden Jahren etwas ändert, weiß Dr. Richard Bosl, Abteilungsleiter Straßenbau für den Landkreis Cham am staatlichen Straßenbauamt in Regensburg.
Wer zum ersten Mal über den Streckenabschnitt fährt, kann schon einen Schreck bekommen. Die Straße hat einige Unebenheiten, gefühlte Löcher und ähnliches. Man muss schon konzentriert bleiben, will man nicht ins Schlingern geraten. Außerdem kann es bei Brummi- und Traktorengegenverkehr gerade in dem Waldstück eng werden.
Strecke wird oft gemieden
Bosl kennt das Problem natürlich. „Mir haben auch schon einige Leute erzählt, dass sie nicht gerne oder gar nicht über die Äußere Kötztinger Straße fahren, weil die so eng ist.“ Er weiß auch, dass es immer wieder zu brenzligen Situationen kommt.
Sein Amt ist für die Staatsstraße 2161, wie das rund sechs Kilometer lange Stück offiziell heißt, zuständig. Tatsächlich sei es im siebten Ausbauplan für Staatsstraßen in Bayern zusammen mit 665 anderen Problemabschnitten enthalten gewesen. „Der Plan ist“, so Bosl, „im Jahr 2011 in Kraft getreten.“ Auf der Homepage des Bayerischen Verkehrsministeriums ist nachzulesen, dass Ende 2020 „gut 42 Prozent der darin enthaltenen Projekte der ersten Dringlichkeitsstufe fertiggestellt oder im Bau befindlich“ waren.
Der Further Abschnitt wurde in die Kategorie zwei eingestuft. Davor lag noch die Kategorie „1R“. Diese Straßen können aber nur dann in Angriff genommen werden, wenn sie mit einer aus der ersten Klasse getauscht werden können. Geduld wäre also von Nöten gewesen. Aber im Jahr 2021 wurde der Ausbauplan ohnehin nicht mehr weiterverfolgt, weiß Abteilungsleiter Bosl. Die damalige Verkehrsministerin Kerstin Schreyer ließ in einer Meldung wissen: „Er wird nur noch Projekte umfassen, die dem Netzausbau dienen, also Ortsumgehungen, Straßenverlegungen und Ausbauprojekte mit Anbau von Fahrstreifen. Für jedes neue Projekt muss ein wirtschaftliches Nutzen-Kosten-Verhältnis nachgewiesen werden. Danach wird bewertet, wie bedeutsam das Vorhaben ist und wie es sich vor Ort unter anderem auf Anwohnerinnen und Anwohner, Arten-, Umwelt- und Klimaschutz und Verkehrssicherheit auswirkt.“
Ein Ausbau ist also endgültig in weite Ferne gerückt. Mittelfristig in den nächsten zehn bis 15 Jahren sei nicht daran zu denken. Doch was müsste überhaupt in Angriff genommen werden? Auch das weiß der Fachmann: Die Straße ist demnach eigentlich zu schmal. Das gilt auch für die Bankette. Die Entwässerung, einschließlich Regenrückhaltung, müsste geregelt werden. Das würde Landkauf entlang des Weges bedeuten. Im Bereich der ehemaligen Mülldeponie könnte sogar eine Verlegung des Streckenverlaufs notwendig werden.
Mir haben auch schon einige Leute erzählt, dass sie nicht gerne oder gar nicht über die Äußere Kötztinger Straße fahren, weil die so eng ist.Dr. Richard Bosl, Straßenbauamt Regensburg
Also dann die kleine Variante, eine Sanierung der Oberfläche? Tatsächlich findet regelmäßig eine Befahrung der Strecken statt, weiß Bosl. Dabei wird der Zustand mittels modernster Technologie bestimmt. Auch für die 2161 gibt es eine aktuelle Erhebung. Dabei ist herausgekommen, dass zwei rund 500 Meter lange Abschnitte sanierungswürdig wären. Auf einer Skala von eins bis sieben bewegen sie sich im Bereich vier bis fünf. Da wird also noch viel Wasser den Chamb hinterfließen, ehe dort neu asphaltiert wird. Dritte Möglichkeit: den Verkehr, der zum Teil auf 70 oder 80 Kilometer heruntergedrosselt ist, noch weiter zu bremsen. Das, so Bosl, müsse das Landratsamt entscheiden. Dann würde es eine Verkehrsschau zusammen mit Polizei, der Stadt und seiner Behörde geben. Danach könnte entschieden werden.
Kein Unfallschwerpunkt
Ein Unfallschwerpunkt ist die Äußere Kötztinger Straße derzeit zum Glück nicht, sagt Erster Polizeihauptkommissar Josef Weindl. Der Stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Furth im Wald kann sich nur an einen, allerdings schlimmen Unfall im September 2024 erinnern. Ein Wagen kam nach einer Linkskurve rechts von der Straße ab und stürzte über eine Böschung in den angrenzenden Wald (wir berichteten). Zwei junge Frauen wurden schwer verletzt.