Nach Aus für Schuhmode Hofbauer in Furth: Bürgermeister Bauer wehrt sich gegen Kritik

Aus nach 30 Jahren, deutliche Kritik an der Stadt und ihren Baumaßnahmen: Die Filiale von Schuhmode Hofbauer in Furth im Wald (Landkreis Cham) schließt mit einem Rumms. Bürgermeister Sandro Bauer bedauert die Entscheidung, weist die Kritik aber als unbegründet zurück.
Das Unternehmen hatte Dienstag bekanntgegeben, dass der Standort in Furth wegen struktureller und lokaler Herausforderungen nicht mehr zeitgemäß sei. Als Hauptgründe nennt die Geschäftsleitung in einer Pressemitteilung zum einen die Gegebenheiten der Verkaufsfläche. Das Geschäft erstrecke sich über mehrere Etagen, das sei für eine „kundenfreundliche Präsentation“ nicht optimal.
Hofbauer: Kunden fahren lieber in andere Filialen
Zum anderen habe die Kundenfrequenz in den vergangenen Jahren abgenommen, was maßgeblich auf die zahlreichen Baumaßnahmen im unmittelbaren Umfeld des Ladens zurückzuführen sei. Die Kunden würden seitdem nach Cham oder in andere umliegende Orte fahren.
Der Räumungsverkauf aufgrund der Filialschließung hat bereits begonnen und läuft bis Jahresende, teilt das Schuhhaus Ludwig Hofbauer e. K. mit, das in Chammünster sitzt. Entlassungen werde es keine geben, denn die Mitarbeiterinnen könnten in umliegenden Filialen eingesetzt werden, heißt es in der Pressemitteilung.
Das Schuhgeschäft gibt es unter anderem auch in Cham, Waldmünchen, Bad Kötzting und Lam. Das Schuhhaus Hofbauer ist ein in fünfter Generation geführtes Familienunternehmen mit über 130-jähriger Tradition. Aktuell werden über 20 Filialen in der Oberpfalz, in Niederbayern und in Franken betrieben.
Bürgermeister: Zufahrt meistens offen
Den Vorwurf, die Baumaßnahmen, hätten zum Umsatzrückgang beigetragen, kann Furths Bürgermeister Sandro Bauer nicht nachvollziehen. Gerade das Schuhgeschäft Hofbauer konnte seiner Aussage nach auch während der Bauphase meist ungehindert angefahren werden.
Zudem sei die Straße durch Lebensmittler gegenüber aufgewertet worden. Bei der Schuhgeschäftseröffnung habe es den noch nicht gegeben.
Grundsätzlich bedauert Bauer jede Geschäftsschließung. Auch deswegen habe man unter anderem mit der Hoferinsel, der Sanierung von Lorenz-Zierl-Straße und Himmelreich, die alle im direkten Umgriff des Schuhgeschäfts liegen, viel für die Steigerung der innerstädtischen Attraktivität getan. Da wo die Leute wohnen wollen, spazieren gehen, wo eine hohe Ausbauqualität bestehe, da erhöhe sich auch die Kundenfrequenz. „Wie gesagt, bedauerlich, aber jetzt muss man halt schauen, dass wieder jemand kommt“, so Sandro Bauer.