Chamer Holz für Münchner Forsthaus: Firma Teredo baut Holzhaus im Grünwalder Forst

Von Martin Hladik · 21. Oktober 2025 um 16:50

So gut könnte man sich keine Geschichte ausdenken: Eine Waldmünchner Firma baut in München zusammen mit anderen Firmen aus dem Landkreis Cham ein Vollholzhaus. Und zwar mit Holz aus dem Gebiet des Forstbetriebes Roding, das bei der Firma Teredo zu Vollholzwänden zusammengesetzt wurde.

Genutzt wird das Gebäude künftig von Förstern der Bayerischen Staatsforsten. Das Holzhaus aus dem Bayerwald-Landkreis liegt in einer Rodungsinsel des Grünwalder Forstes, einem 20 Quadratkilometer großen Waldgebiet südlich von München.

Firmen aus dem Landkreis

Zum ersten Mal ist das Unternehmen Teredo dabei als Generalunternehmer aufgetreten, berichte Firmenchef Sepp Karl stolz. Dafür habe er sich aber auf Partner verlassen können, die ihm und seinem Unternehmen seit langen bekannt sind. Und die wollte er im Zuge eines Pressetermins am Erfolg der Fertigstellung und der Übergabe des Gebäudes mit teilhaben lassen.

Sepp Karl dankte zusammen mit seinem Sohn Sebastian Karl dem Elektro-Unternehmen Schmid aus Waldmünchen, vertreten durch Christian Schmid. Ebenfalls aus Waldmünchen kommt die Haustechnik Vetter Gmbh, vetreten durch Sebastian Grygar. Peter Kolbeck vertrat das gleichnamige Bauunternehmen in Furth im Wald. Gartenbauer war das Unternehmen Pohl Gärten , vertreten durch Jürgen Pohl und Jürgen Helfrich.

In seiner kurzen Ansprache betonte Karl, dass er sich bei dem Projekt auf Firmen verlassen habe, mit denen er bereits öfter zusammengearbeitet habe, einzige Ausnahme sei Pohl Gärten gewesen. „Das hat alles gut geflutscht “ und hat „super funktioniert“, sagte Sepp Karl. Für ihn diene der Pressetermin dazu, zu zeigen , „was im Landkreis Cham für Hund daheim sind“. Das gegenseitige Kennen und das Vertrauen zueinander ist für Sepp Karl das Geheimnis einer gut funktionierenden Baustelle und einer erfolgreichen und zügigen Fertigstellung.

Mit dem Ort der Baustelle mitten im Grünwalder Forst sei er sehr zufrieden gewesen. In München selbst, so sagt Sepp Karl, hätte ihm eine Baustelle wenig Spaß gemacht. Im Grünwalder Forst allerdings sei Platz gewesen, und man habe niemanden gestört.

Das Gebäude mit 520 Quadratmetern Wohnfläche, so Sebastian Karl, sei aus Vollholzelementen gefertigt. Die 660 Festmeter Rundholz seien vom Forstbetrieb Roding bei Furth im Wald und zum Teil noch bei Geigant und Stamsried geschlagen worden, erzählte Sepp Karl weiter. Das Holz sei in Viechtach geschnitten und getrocknet worden. In Waldmünchen sei der Dachstuhl entstanden und in Arnschwang die 34,5 Zentimeter dicken Vollholzwände, die bei dem Forsthaus in München sowohl außen wie innen das Holz sichtbar zeigen würden.

Ein 1,9-Millionen-Euro-Projekt

Ausdrücklich lobte Sepp Karl deswegen den „Mut der Architektin“ Lisa Schex , ein solches Vollholzhaus entworfen zu haben. Karl machte aber auch deutlich, dass der Schritt zum Generalunternehmer für ihn nicht einfach gewesen sei. Aber zum Zeitpunkt der Ausschreibung 2023 sei der Markt wegen Corona sehr schwierig gewesen. Man habe sich seine Arbeit suchen müssen und aus der Not eine Tugend gemacht. Nachdem er sein Angebot, in das er viel Arbeit gesteckt habe, „habe ich sechs Wochen nix gehört“. Für ihn sei das „der Wahnsinn“ gewesen. Erst dann habe er erfahren, dass er als günstigster Anbieter den Auftrag für das 1,9-Milionen-Euro-Projekt erhalten habe. Für ihn, der sonst für private Bauherren tätig ist, sei dies ein durchaus schwieriges Prozedere gewesen, da nur das billigste Angebot zähle, er, Karl, aber großen Wert auf Qualität lege.

Die Architektin lobte in einem Presseartikel, dass es wichtig gewesen sei, das Haus anstelle eines alten Forsthauses auf eine bereits versiegelte Fläche zu stellen und damit den Landverbrauch zu minimierten. Zudem sei ein Baustoff aus der Region genutzt worden, der CO2 spare. Künftig würden in dem Holzhaus vier Parteien wohnen. Schon im November würden drei Förster der Bayerischen Staatsforsten einziehen.