Die schwierige Unterquerung der Stadtbachbrücke in Waldmünchen

Auch wenn jetzt noch eine Ampel den Verkehr bremst, sind die Arbeiten an der Wasserleitung in der Staatsstraße/Hammerstraße schon weit fortgeschritten. In den nächsten Tagen steht den Bauarbeitern der Firma Fahrner aber ein besonderes herausforderndes Stück Arbeit bevor. Sie müssen die Stadtbachbrücke umgehen und das ist technisch durchaus herausfordernd, wie uns Julian Rasche vom Ingenieurbüro Brandl und Preischl erklärt.
Der entscheidende Grund für den etwas schwierigeren Leitungsbau ist die Enge. Für die neue Ringwasserleitung und zusätzlich zwei Stromleitungen Platz zu finden, ist schwierig. An der Engstelle rückt auf der einen Seite die Bebauung bis an die Straße heran. Auf der anderen Seite gibt es zwar den Gehweg, aber unter dem läuft auf der einen Seite der Stadtbach und auf der anderen Seite der Schaufelbach in Röhren. Beide Bäche fließen dann ebenfalls verrohrt unter der Brücke zusammen, um dann frei durch die Residenzanlage Richtung Schwarzach zu strömen. Unter dem Bach eine Leitung zu verlegen, wird auch schwierig, weil die Brücke sich auf eine Pfeilergalerie stützt, die in die Tiefe reicht und wie eine Wand massiv verbunden ist.
Die verworfene Idee
Soweit die Zustandsbeschreibung. Wo aber jetzt die Leitung verlegen? Eine mittlerweile wieder verworfene Idee war es, die Leitung per Spülbohrung unter den Bohrpfählen des Brückenbauwerks hindurchzuführen. Da hat man allerdings noch nich t gewusst, dass sie Pfeiler, die die Brücke des Stadtbaches stützen, bis in neun Meter Tiefe reichen und vermutlich auf gewachsenem Fels aufsitzen. Deswegen, so erklärt Bauexperte Rasche, habe man diese Idee verworfen. Eine Leitung in dieser Tiefe sei bei Problemen nicht mehr für die Stadtwerke zugänglich und zudem habe man befürchten müssen, dass bei Bauarbeiten an der Brücke auch die Wasserleitung mit betroffen sein könnte. Auch wären so die Hausanschlüsse sehr lang geworden.
Der aktuelle Plan sieht jetzt vor, so Rasche, die Wasserleitung und die beiden Stromleitungen der Stadtwerke in einem Stahlrohr unterhalb der verrohrten Bäche zu verlegen. Dazu wird auf Höhe der Zufahrt des Hauses Nummer 25 ein 3,50 Meter tiefes Loch gegraben. So kommt man unter die etwa 2,50 Meter tiefliegenden verrohrten Bachläufe. Stadtbach und Schaufelbach fließen in etwa auf Gehsteigbreite von links und rechts auf die Brücke zu. Auf Höhe der Brücke knickten die Rohre im 90-Grad-Winkel ab, schildert Rasche, und fließen dann wieder unverrohrt in Richtung Schwarzach weiter.
Etwa sechs Meter in beide Richtungen muss jetzt dann ein Rohr verlegt werden. Das Stahlrohr soll von der tiefen Baugrube aus in beide Richtungen verpresst werden.
Rohr für die Leitungen
Das Rohr mit 40 Zentimetern Durchmesser wird, wenn alles so läuft wie erwartet und geplant, durch den Boden geschoben und später freigespült. In das Rohr kommen anschließend eine 180er-Wasserleitung und zwei Leerrohre für eine Mittelspannungsleitung.