Neue Shopping-Events für Regensburg: Drei Nächte und ein Sonntag mehr

Sollte der Regensburger Stadtrat dem Vorschlag der Verwaltung zustimmen, können sich Shopping Queens und Kings die Abende des 28. November und des 12. Dezember sowie den Nachmittag des 30. November schon einmal rot im Kalender anstreichen.
Seit August gelten die Regeln des neuen Ladenschlussgesetzes in Bayern. Bisher wussten die Regensburger nicht, was dies für sie bedeutet. Jetzt ist klar: Schon in wenigen Wochen könnten Shopping-Begeisterten drei zusätzliche Einkaufsevents ins Haus stehen.
Denn das neue Ladenschlussgesetz sieht unter anderem vor, dass Gemeinden höchstens vier verkaufsoffene Sonn- und Feiertage freigeben können, so lange diese in Zusammenhang mit einem besonderen Anlass stehen, der dies rechtfertigt. Weiterhin dürfen Kommunen höchstens acht Shoppingnächte einführen, in der zwischen 20 und 24 Uhr eingekauft werden darf. Beides soll über eine Rechtsverordnung geregelt werden.
Das steht in der Verordnung
Nun ist diese mit den Einzelhändlern abgestimmte Verordnung fertig. Am Donnerstag soll der Verwaltungsausschuss über den Vorschlag der Stadt beraten. Die Entscheidung wird der Stadtrat wenige Stunden später treffen. In der Vorlage ist zu lesen, dass sich die Verwaltung dazu entschieden hat, neben dem zweiten Sonntag im Oktober, an dem die Geschäfte in der Altstadt jetzt auch schon geöffnet haben dürfen, einen weiteren verkaufsoffenen Sonntag am ersten Adventssonntag einzuführen, wenn dieser in den November fällt.
Auf die Frage, warum es nicht insgesamt vier verkaufsoffene Sonntage sind, wie es das Gesetz maximal erlaubt, erklärt Juliane von Roenne-Styra, Pressesprecherin der Stadt, dass diese Option laut Gesetz nur dann bestehe, wenn die Öffnung in Zusammenhang mit einem besonderen Anlass steht. Diese Voraussetzung erfüllen ihrer Auskunft zufolge lediglich der zweite Oktobersonntag wegen des Herbstfestes und der erste Adventssonntag im November wegen der Christkindlmärkte. Laut der Vorlage ist beim Herbstfest mit einer Besucherzahl von bis zu 25 000 Personen zu rechnen, die Christkindlmärkte brachten es demnach vor Corona täglich auf 15500 Besucher, wobei die Verwaltung von einer steigenden Tendenz ausgeht.
Shoppingnächte sollen in Zukunft am 2. Oktober stattfinden, soweit es sich bei diesem Tag um einen Werktag handelt, sowie am vierten Freitag im November und am zweiten Freitag im Dezember. Das Gesetz würde noch fünf weitere Nächte erlauben. Allerdings habe sich die Stadt laut von Roenne-Styra mit den Einzelhandelsvertretern von Faszination Altstadt und dem Stadtmarketing abgestimmt. Dies habe eine Festlegung auf diese drei Nächte ergeben.
Diese Verordnung soll in Kraft treten, sobald sie im Amtsblatt erscheint. „Wir gehen davon aus, dass die Verordnung im Anschluss an die Beschlussfassung zeitnah im Amtsblatt veröffentlicht wird“, sagt von Roenne-Styra. Zum Vergleich: Bei der Beschlussfassung über die Sperrzeitverordnung im Dezember 2024 sind nach ihrer Auskunft elf Tage zwischen Beschlussfassung und Veröffentlichung vergangen. Sollte der Stadtrat dem Vorschlag der Verwaltung am Donnerstag also zustimmen, können sich Shopping Queens und Kings die Abende des 28. November und des 12. Dezember sowie den Nachmittag des 30. November schon einmal rot im Kalender anstreichen.

Während das Donau-Einkaufszentrum und die Regensburg Arcaden die Geschäfte zu den Shoppingnächten öffnen dürfen, ist dies bei den verkaufsoffenen Sonntagen lediglich am ersten Adventssonntag möglich. „Eine Öffnung am verkaufsoffenen Sonntag im Oktober anlässlich des Herbstfestes ist nicht möglich, da dieser örtlich auf die Regensburger Altstadt beschränkt ist“, erklärt von Roenne-Styra.
Maxi Frank, Center Managerin der Regensburg Arcaden, sieht in den Verkaufsnächten eine Stärkung für den Regensburger Einzelhandel. „Die Regensburg Arcaden werden sich an diesen Nächten selbstverständlich beteiligen. Wir sind überzeugt, dass Einkaufsnächte ein Format mit großem Potenzial sind, da sie vielen Menschen die Möglichkeit bieten, entspannt nach Feierabend einzukaufen und die Innenstadt lebendig zu erleben“, kündigt sie an. Allerdings hätte sie sich auch eine verkaufsoffene Nacht im ersten Halbjahr gewünscht – beispielsweise rund um Ostern. Deswegen wolle sie nun prüfen, ob es die Möglichkeit gibt, zusätzliche Einkaufsnächte eigenständig zu planen. Zudem wünscht sie sich, an beiden verkaufsoffenen Sonntagen teilnehmen zu können.
Passt der Umsatz?
Thomas Zink, Geschäftsführer im Donau-Einkaufszentrum (DEZ), dagegen sagt, dass der verkaufsoffene Sonntag in der Vergangenheit kein besonders umsatzstarker Tag im DEZ gewesen sei. „Das Personal ist trotz der Zuschläge zum Gehalt oftmals nicht motiviert. Wenn dann der Umsatz nicht passt, macht die Sonntagsöffnung für den Händler auch keinen Spaß“, erklärt er. Wie er im DEZ mit der Option umgeht, ist noch offen. „Wir werden die Thematik mit dem Mieterbeirat diskutieren, wie wir uns dazu positionieren“, kündigt Zink an. Das gleiche gelte für die Shopping-Nächte.
Auch Anton Neugirg, Leiter der Buchhandlungen bei Pustet, hatte zuletzt angemerkt, dass er die Zuschläge für die Mitarbeiter und die erzielten Umsätze bei diesen Events spitz gegenrechnen müsse. Händler aus der Altstadt hatten kritisiert, dass ihnen das neue Gesetz nicht weit genug geht. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) dagegen warnte vor einer Entwicklung, die zu Lasten der Beschäftigten im Einzelhandel gehen könnte.