An der Spitze des Schwandorfer Müllkraftwerks bahnt sich ein Wechsel an

Von Philipp Breu · 18. Oktober 2025 um 05:00

Eine tragende Säule des Zweckverbands Müllverwertung Schwandorf (ZMS) wird sich in absehbarer Zeit verabschieden. Verbandsdirektor Thomas Knoll (63) bereitet seinen wohlverdienten Ruhestand vor. Nach einem geeigneten Nachfolger wird bereits akribisch gesucht. Dieser wird einige Herausforderungen zu meistern haben.

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Seit geraumer Zeit ist die entsprechende Stellenausschreibung öffentlich. „Im Zuge einer Altersnachfolge suchen wir eine herausragende Führungspersönlichkeit“, heißt es unter anderem darin. Die Einstellung soll zum nächstmöglichen Zeitpunkt erfolgen.

Die Anforderungen sind durchaus üppig. Aber das ist auch nicht sonderlich überraschend. Schließlich handelt es sich beim Verbandsdirektor um eine absolute Spitzenposition innerhalb des Zweckverbands.

Zu den Aufgaben des Verbandsdirektors zählen laut Stellenausschreibung unter anderem die Sicherstellung der gesamtverantwortlichen Leitung für alle technischen, kaufmännischen und rechtlichen Belange. Mitarbeiterführung ist ebenso Teil des Berufsalltags wie die stetige Weiterentwicklung des Zweckverbands und die Steuerung komplexer Großprojekte.

Thomas Knoll wird noch eine Weile bleiben

Rund zwei Dutzend Bewerbungen sind laut Knoll inzwischen mindestens eingegangen. Man habe früh mit der Ausschreibung begonnen. Denn die Erfahrung hätte gezeigt, dass sich eine Nachfolge in einer solchen Position schon einmal gut ein Jahr hinziehen könne.

„So schnell werde ich also nicht gehen“, versichert Knoll. Er scheidet erst dann aus dem Zweckverband aus, wenn der Nachfolger eingearbeitet ist. Und das kann sich noch bis Ende nächsten oder sogar bis Anfang übernächsten Jahres hinziehen.

Seit mittlerweile 16 Jahren zieht Thomas Knoll die Fäden beim ZMS. - Foto: Silke Reents

Thomas Knoll weiß, wovon er spricht. Schließlich ist er seit mittlerweile 16 Jahren Verbandsdirektor des ZMS. Weil er Anfang Januar seinen 64. Geburtstag feiert, ist es aber auch irgendwann an der Zeit, in den Ruhestand zu gehen. Doch bis dahin gibt es noch einiges zu tun. Deswegen denkt Knoll gerade noch gar nicht daran, was er mit seiner gewonnenen Freizeit anfangen möchte, wenn es soweit ist.

Unter dem Namen Triphönix läuft gerade das größte Projekt in der Geschichte des Müllkraftwerks. Die vier Ofenlinien werden erneuert. Nachdem die Ofenlinie 4 im Juli 2024 wieder in Betrieb ging, gilt es nun die nächste Phase des Umbaus zu bewerkstelligen.

Nun sind die Ofenlinien 1 bis 3 dran

Die drei Ofenlinien 1 bis 3 sollen durch zwei – die Ofenlinie 10 und die Ofenlinie 20 – ersetzt werden. Der Plan sehe vor, dass mit dem Abriss der Linien im Januar 2026 begonnen werden soll. Außerdem soll auf dem Gelände der Nabaltec AG eine neue Monoklärschlammverbrennungsanlage entstehen.

„Wir haben keinen zeitlichen Stress und werden die Übergangsphase gut hinbekommen. Ist mein Nachfolger entsprechend eingearbeitet, kann ich beruhigt in die Freistellungsphase gehen“, sagt Knoll.

Der Zweckverband Müllverwertung Schwandorf wurde 1979 gegründet. Ziel war es, den Restmüll zu beseitigen und hierfür ein Müllkraftwerk sowie ein Ferntransportsystem zu errichten. Heute umfasst der Zweckverband 17 Mitglieder, bestehend aus Landkreisen und Städten in der Oberpfalz, Franken und Niederbayern. Verbandsvorsitzender ist Schwandorfs Landrat Thomas Ebeling (CSU).

Herzstück ist das Schwandorfer Müllkraftwerk mit seinen rund 250 Mitarbeitern, in dem die Abfälle aus dem Verbandsgebiet verbrannt werden. Dabei erzeugt das Müllkraftwerk Strom, Dampf und Wärme. Es versorgt sowohl die städtische Fernwärme als auch die benachbarte Industrie mit Energie und speist Strom in das öffentliche Netz ein.