Appell an Kreistag Kelheim: „Krankenhaus in Mainburg muss erhalten bleiben“

Von Martina Hutzler · 20. Oktober 2025 um 11:00

Vor der heutigen Sitzung des Kelheimer Kreistags fordern die Mainburger Hausärzte und die Krankenhaus-Bürgerinitiative erneut: Mainburg müsse als Krankenhaus erhalten bleiben.

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Die jüngsten Fragezeichen hinter der Krankenhausreform des Bundes und hinter der Ingolstädter „Medizinstrategie“ entfachen im Kreis Kelheim die Debatte um die Ilmtalklinik Mainburg neu.

Wie berichtet, hat der Kreistag eigentlich bereits beschlossen, dass die Ilmtalklinik (ITK) Mainburg zur „Sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtung“ (SüV) umgebaut werden soll. Mit diversen ambulanten und stationären medizinischen Angeboten, aber ohne stationäre Notaufnahme und Intensivmedizin.

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Diese Umwandlung bezeichnen die „Hausärztinnen und Hausärzte der Region Mainburg“ als einen „gravierenden Fehler“. Denn „wir erleben in unseren Praxen täglich, wie wichtig eine wohnortnahe und schnell verfügbare stationäre Versorgung ist – besonders bei Notfällen, akuten Erkrankungen oder Arbeitsunfällen“, heißt es in der von Dr. Luitpold Kistler und Dr. Anja Kistler versandten Stellungnahme.

Kritik an Wegfall der 24-Stunden-Notaufnahme

Neben einer allgemeinen Verschlechterung des medizinischen Angebots in der ITK sehen die Allgemeinmediziner und Internisten „besonders kritisch den geplanten Wegfall der 24-Stunden-Notaufnahme und der Intensivstation“. Denn die nächste „vollwertige Notaufnahme“ sei mindestens 30 Minuten entfernt.

Sie fordern daher „den Erhalt einer Tag- und Nacht-Notfallversorgung, die Sicherstellung zentraler Fachbereiche wie Kardiologie, Gastroenterologie, Viszeralchirurgie und Unfallchirurgie sowie eine umfassende ambulante Zulassung für Endoskopie und Radiologie“ samt 24/7-Herzkatheterdienst. Zudem brauche man weiterhin die berufsgenossenschaftlich-ärztliche Versorgung bei Arbeitsunfällen.

Ähnlich argumentiert die Bürgerinitiative „Rettet das Krankenhaus Mainburg“. Deren Sprecherin Annette Setzensack begrüßt zwar, dass die ITK Mainburg nochmals auf die Tagesordnung des Kreistags kommt. Der „Erhalt der Akutversorgung“ im dortigen Haus sei aber längst noch nicht gesichert, warnt Setzensack, die selbst für die ÖDP im Kreistag sitzt. Denn nach wie vor sei Mainburg als SüV geplant.

Für eine solche Einrichtung könne der Träger aber nicht gleichzeitig Leistungsgruppen beantragen - was eine Voraussetzung ist, um im künftigen Krankenhaus-Stufenmodell Leistungen abzurechnen. Entsprechende „politische Vorstöße“, die in der Sitzung heute zur Debatte stehen, seien deshalb „eine Mogelpackung“.

Denn Leistungsgruppen seien erst ab Krankenhäusern der Grund- und Regelversorgung vorgesehen. „Wer also eine SüV beantragen will, entscheidet sich automatisch für einen deutlich geringeren Leistungsumfang“, ist die Mainburgerin überzeugt. Sie fordert für Mainburg „ein Akutkrankenhaus mit Basisnotfallstufe“. Eine SüV erfülle dies nicht, „auch wenn es von der Politik so verkauft wird“.

Die Kreistagssitzung beginnt am Montag, 20. Oktober, bereits um 13 Uhr im Kelheimer Landratsamt.