Im Airport in Obertraubling gibt es mächtig was auf die Ohren

Von Jürgen Scharf · 18. Oktober 2025 um 15:00

Udo Dirkschneider ist der wohl bekannteste deutsche Metal-Sänger. Und er ist Fan von einer Halle in Obertraubling im Landkreis Regensburg: dem Airport. „Dem gefällt es hier einfach, das sagt er uns immer wieder“, erzählt Hallenbetreiber Arthur Theisinger. Damit das so bleibt, und es den anderen schier unzähligen Künstlern, die hier ein- und ausgehen, ebenfalls gefällt, hat Theisinger einiges investiert: „Viel Arbeit – und auch viel Geld.“

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Vor zwölf Jahren ist der Burglengenfelder eher zufällig zum Betreiber der Event-Halle geworden. Früher gab es hier eine Diskothek. Theisinger hatte die Räume aber schon zu dieser Zeit immer wieder für Konzerte gebucht. „Dann rief mich der Besitzer an und erzählte, dass der Disko-Pächter seit Monaten keine Miete mehr gezahlt hat. So fing das alles an.“

Viel in die Halle investiert

Das Airport stand somit nämlich kurz vor dem Aus. Theisinger hatte aber bereits wieder etliche Konzerte angesetzt und Tickets verkauft. Er nahm sich ein Herz und pachtete die Halle mit einem Geschäftspartner selbst. Weil der Partner später dann ausstieg, betreibt er das Airport nun alleine. „Das hat alles ein paar Nerven gekostet“, erzählt er. Einen „höheren sechsstelligen Betrag“ habe er über die Jahre ins Gebäude investiert. Insbesondere wegen des Brandschutzes. Und als alles fertig saniert war, kam Corona. „Ja, da gab es damals ein paar Abende mit trüben Gedanken, wir konnten ja nichts mehr machen“, sagt er.

Die Outdoor-Bühne für Open-Airs im Sommer - Foto: Jürgen Scharf

Heute, vier Jahre danach, schaut die Welt anders aus. Im Airport ist nun wieder voller Betrieb. Etwa 70 Konzerte oder sonstige Veranstaltungen wie Kabaretts gibt es hier pro Jahr. Von ihm aus könnten es sogar ein paar mehr sein, sagt Theisinger, das Konzertgeschäft sei nach Corona aber nie ganz auf das Niveau von vorher zurückkehrt. Viele Menschen hätten sich einfach daran gewohnt, zu Hause zu bleiben und dort zu feiern, glaubt er.

Davon lässt sich Theisinger offenbar aber nicht beirren. Er passe das Programm immer wieder neu an, sagt er. Insbesondere harter Rock und Metal gehe sehr gut. Und mit der Halle will er beste Bedingungen dafür bieten. Die Sound-Anlage ist gemietet. „Das machen wir bewusst, um sie jedes Jahr auf den neuesten Stand bringen zu können.“ Und quasi ständig werde am „Innenleben“ der Halle weitergefeilt. Etwa am großen Backstage-Bereich für die Künstler. Alleine drei Umkleideräume gibt es hier. Zudem einen großen Catering-Saal mit Bier vom Fass und direktem Zugang zur Bühne. Immer wieder gebe es Riesen-Lob von den Musikern, sagt Theisinger. Die Halle werde von manchen für Tournee-Proben auch gleich für mehrere Tage gemietet.

Einer der Umkleideräume für die Künstler - Foto: Jürgen Scharf

Hinter dem Gebäude ist eine Sommerbühne für Open Airs fest installiert. Es brauche jedes Jahr im Kern nur ein paar Stunden Aufbau, dann sei auch diese einsatzbereit. „Das ist eben unser großer Vorteil: Wir haben für Events alles fest vor Ort, alles ist schon da.“ Bisweilen habe er allerdings das Gefühl, dass gerade direkt in der Stadt Regensburg viele Menschen nicht wissen, wie nah das Airport eigentlich ist. „Dabei bist du zum Beispiel mit dem Bus bereits in ein paar Minuten da.“

Rund 1000 Leute passen ins Airport. Mit diesem Fassungsvermögen sei die Halle für mittelgroße Club-Konzerte ideal und wegen der festen Ausstattung dafür im Raum Regensburg quasi einzigartig, findet Theisinger. Der Konzertraum sei auch bewusst eher breit angelegt, damit die Leute möglichst nah an der Bühne stehen – „im Gegensatz zu vielen anderen Hallen, die sehr lang gezogen sind und wo du dann weit hinten stehst“. Das Prunkstück im Airport ist aber zweifellos die Bühne. „Die haben wir extra groß, zwölf auf neun Meter, konzipiert, damit auch aufwendige Produktionen genug Platz haben.“

Ian Paice gibt sich die Ehre

In Obertraubling wird es die kommenden Jahre also weiter mächtig was aufs Ohr geben. In ein paar Tagen schon, am 24. Oktober, tritt dort etwa der Schlagzeug-Weltstar Ian Paice mit einer Deep-Purple-Tribute-Band auf. Und in Januar macht auch ein deutscher Metal-Star mal wieder Station: Udo Dirkschneider. Er kommt eben wirklich gerne ins Airport.