Neustädter SPD fordert mehr Tempo bei Großprojekten

Von Jochen Dannenberg · 18. Oktober 2025 um 19:00

Spätestens jetzt dürfte auch in Neustadt a.d. Donau der Kommunalwahlkampf beginnen, denn die SPD hat ihren Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters benannt.

Der SPD-Ortsverein setzt auf Roland Artinger. Der ist bisher vor allem als Stadtrat und aufgrund seines Engagements in vielen Vereinen bekannt. Roland Artinger ist selbstständiger Friseurmeister, 59 Jahre alt, verheiratet und Vater einer Tochter.

Der Wahl Artingers zum SPD-Spitzenkandidaten ist ein längerer Findungsprozess im Ortsverein vorausgegangen. Im Frühjahr des Jahres zeichnete sich bei einer Klausurtagung des Ortsvereins ab, dass es drei Kandidaten, die alle der Stadtratsfraktion angehören, geben könnte. Neben Roland Artinger hatten auch Sabine Rieger und Stefan Wagner ihre Bereitschaft zur Kandidatur erklärt. Die Entscheidung bei am Ende sogar fünf Aspiranten fiel schließlich bei einer Sitzung vor wenigen Tagen.

Nach der Wahl bekannte Artinger selbstbewusst und glücklich: „Da lief alles auf mich zu.“ Und SPD-Fraktionssprecher Bernhard Rieger stellte fest: „Mit Roland Artinger setzt die SPD nun auf Erfahrung und Bodenständigkeit.“ SPD-Stadtratskollege Stefan Wagner lobt den Kandidaten: „Er ist einer von uns. DLRG, Fischerfreunde und Schützen – in vielen Vereinen ist Roland Artinger eine feste Größe.“

Tatsächlich ist der Kandidat für das Bürgermeisteramt ein Neustädter Urgestein. Er stammt aus einer Neustädter Familie und hat nach der Schule eine Ausbildung zum Friseur in Abensberg absolviert. Nach der Gesellenprüfung im Jahr 1984 erfolgte die Meisterprüfung bereits 1987. Beide Elternteile haben viele Jahre in der Krankenhausstraße einen Friseurbetrieb geführt, den er im März 1988 übernommen hat. Damit kennt der 59-Jährige nicht nur die Probleme der Friseurinnen und Friseure, denn er war auch als Innungsmeister gewählt, aber auch Unternehmerprobleme sind ihm nicht fremd.

Dem Neustädter Stadtrat gehört er seit 2021 an. Roland Artinger rückte damals für Marcel Prause nach, der kurz zuvor noch als Spitzenkandidat der Sozialdemokraten in den Wahlkampf gezogen war, dabei aber dem Kandidaten der CSU, Thomas Memmel, unterlegen war. Stadtrats-Newcomer Artinger vertritt im Haupt- und Werkausschuss die SPD-Fraktion.

„Ich freue mich auf den Wahlkampf“, sagte Roland Artinger im Gespräch mit dieser Zeitung. „Wir haben große Aufgaben in Neustadt vor uns.“ Einen Schwerpunkt für die Kommune sieht er im Projekt der Wärmeauskoppelung bei der Bayernoil-Raffinerie. Daneben stehe die Sanierung der Kläranlage an: „Die arbeitet am Limit, sie ist an der Belastungsgrenze. Da müssen wir schnell vorwärts kommen.“ Außerdem ist dem 59-Jährigen das Thema Inklusion wichtig. Sie sei eine gesellschaftliche Aufgabe, hier gehe ers darum, Plätze in Kindergärten und -krippen zu schaffen. Schließlich, betont Artinger, müsse die städtebauliche Entwicklung vorangetrieben werden. Nicht vermissen möchte der SPD-Kandidat das Neustädter Hallenbad. Dort hatte seine Leidenschaft für das Schwimmen begonnen. Diese Themensetzung entspricht auch dem Motto der SPD für den Wahlkampf: „Ökologisch, sozial, gerecht und ökonomisch“.

Bernhard Rieger ergänzt: „Die SPD im Stadtrat hat die letzten Jahre die Rathauspolitik konstruktiv begleitet. Das bedeutet aber keinesfalls, dass wir mit allen Projekten übereinstimmen. Insbesondere bei Großprojekten, wie z.B. beim Kindergartenbau und bei den Bildungseinrichtungen ist zu wenig passiert.“

Weiter versichert Rieger: „Es ist keinesfalls beabsichtigt, eine Materialschlacht loszutreten, wie sie bei der Bürgermeisterwahl in Abensberg beobachtet werden konnte. Bereits bei der letzten Kommunalwahl vor sechs Jahren hatte Bürgermeisterkandidat Marcel Prause gezeigt, dass man mit persönlichem Einsatz ein gutes Ergebnis erreichen kann.“ Der Wahlkampf solle kein überflüssiges Papier produzieren, das die Umwelt belaste. Voraussichtlich im November soll dann die Stadtratsliste folgen.