Ministerin Kaniber verleiht bayerischen Tourismuspreis an den Neustädter „Eisvogel“-Hotelier Karl Zettl

Von Martina Hutzler · 16. Oktober 2025 um 11:00

Der Bad Gögginger Hotelier Karl Zettl ist am Montag in München mit dem Bayerischen Tourismuspreis ausgezeichnet worden. Tourismusministerin Michaela Kaniber würdigte ihn in der Laudatio: „Kaum jemand hat den Kurort Bad Gögging so geprägt wie Karl Zettl.“

Insgesamt drei Touristik-„Motoren“ aus dem Freistaat sind am Montag bei dem Staatsempfang in München mit dem Preis „TouBy 2025“ geehrt worden. Einer der drei: Karl Zettl, Seniorchef des Hotels Eisvogel in Bad Gögging. Ihm hatte die Jury die Auszeichnung für sein Lebenswerk zugesprochen. Zurecht, wie Tourismus-Ministerin Michaela Kaniber bei der Feierstunde in der Münchner Residenz befand.

„Über Jahrzehnte hat er mit klarer Vision und unbeirrbarem Fleiß Beeindruckendes erreicht“, würdigte Kaniber laut Mitteilung ihres Hauses den 82-Jährigen. Er und die anderen beiden Preisträger seien „Leuchttürme der Branche“. Zettls Engagement sei „ein wichtiger Baustein für die gesamte touristische Infrastruktur in der Region“ gewesen, so Kaniber mit Blick auf die Bedeutung, die Bad Gögging in touristischer Hinsicht für den gesamten Landkreis Kelheim einnimmt.

Dazu beigetragen hat der gelernte Kaminkehrermeister und Kaufmann unter anderem, indem er das damals sogenannte „Fremdenverkehrsamt“ mit gründete und im zugehörigen Verein über 20 Jahre als Vorstand tätig war. Seine Vision: aus dem kleinen Bad Gögging einen anerkannten Kurort zu entwickeln.

Via Dach und Bau ins Hotel

Dabei hat er selbst kräftig mit angeschoben, nachdem er zuvor in München und in der Heimat in der Baubranche tätig war. 1982 übernahm Karl Zettl das „Café Eisvogel“ seiner Eltern in Bad Gögging. Es wurde zur Keimzelle des heutigen gleichnamigen Wellness- und Genusshotels mit Vier-Sterne-Superior-Klassifizierung.

Mittlerweile führt es seine Tochter Margit Zettl-Feldmann zusammen mit ihrem Mann Martin und Tochter Theresa. Freilich ist der Seniorchef weiterhin aktiv, wie es in der Laudatio des Ministeriums heißt: „Karl Zettl bringt sich weiterhin aktiv in die täglichen Abläufe ein und trägt mit seinem persönlichen Einsatz zur familiären Atmosphäre des Hauses bei“.

Lesen Sie hier ein Porträt zum 80. Geburtstag des Unternehmers: Karl Zettl aus Bad Gögging: vom Schornsteinfeger zum Klinikbesitzer

Als weitere Säule des Familienunternehmens etablierte Karl Zettl ab 1993 die „Römerbad-Kliniken“, zu dem heute das Haus Römerbad, das Haus „Kaiser Trajan“ und die „Villa Aurelia“ gehören. Um diesen Betriebszweig kümmert sich mittlerweile sein Sohn Karl Zettl jun. mit seiner Familie.

Seine Liebe zur Heimat habe den Seniorchef Karl Zettl zu seinem Engagement angetrieben. Damit habe er „entscheidend dazu beigetragen, dass Bad Gögging heute ein bedeutender Standort im bayerischen Gesundheitstourismus ist, so das Ministerium. Sein jahrzehntelanger Einsatz, der ihn auch in die Kommunalpolitik führte, „hat das Gesicht des Ortes nachhaltig verändert und geprägt“.

Nominiert vom Verband

Das kann man beim Kelheimer Kreis-Tourismusverband – der Zettl für den Preis nominiert hatte – nur unterschreiben. Der Hotelier sei „auch ein Stück weit ein Symbol und steht stellvertretend für die positive Entwicklung des Tourismus in der gesamten Region“, würdigt Geschäftsführer Florian Best.

Für den TouBy waren insgesamt rund 40 Personen aus dem gesamten Freistaat vorgeschlagen. Die drei Preisträger erhielten Figuren des Künstlers Bernhard Ludwig Rieger (Wallgau) aus Nymphenburger Porzellan.

Großes Begleit-Komitee für Karl Zettl (4.v. re.): Mit ihm und seiner Familie kamen auch MdL Petra Högl (re.), Bürgermeister Thomas Memmel (li.) sowie der Vorsitzende und der Geschäftsführer des Tourismusverbands, Martin Neumeyer und Florian Best (vorne v. li.) mit zum Staatsempfang mit Tourismusministerin Michaela Kaniber (3. v. re.) in die Münchner Residenz. - Foto: Florian Trykowski

Die weiteren Preisträger

„Touristiker des Jahres“ ist Daniel Weickel, der Tourismusleiter der oberbayerischen Gemeinde Kochel a. See. In den vergangenen Jahren hat er gezeigt, wie man auch mit begrenzten Ressourcen Großes im Tourismus leisten kann. Bestes Beispiel sind die unlängst eröffneten neuen Themenwege „König der Berge“ am Herzogstand. Ministerin Kaniber in ihrer Laudatio: „Daniel Weickel hat mehr als nur ein touristisches Angebot geschaffen. Es ist eine Einladung, das Zwei-Seen-Land neu zu entdecken – seine schöne Landschaft, seine Geschichte und den Geist eines Königs, der die Berge liebte und respektierte. Mit Leidenschaft, Kreativität und einem Blick über den Tellerrand prägt Daniel Weickel damit das touristische Profil von Kochel a. See.“

Die Kategorie „Nachwuchspreis“ ging an Marc-André Janz aus Ginolfs in Unterfranken. Zusammen mit seinem Bruder Florian hat er „Rhönmomente“ gegründet. Das Unternehmen bietet unter anderem Alpaka-Touren und regionale Bierwanderungen an. Außerdem eröffneten die Brüder im benachbarten Bischofsheim einen Laden. Dort verkaufen sie neben regionalen Spezialitäten auch Bekleidung aus Alpaka-Wolle. Dazu Kaniber: „Wer an einem ‚Rhönmoment‘ teilnimmt, spürt sofort die Begeisterung und tiefe Verwurzelung der beiden Brüder mit der Region. Sie arbeiten mit Rhöner Betrieben, Brauereien und Erzeugern zusammen, schaffen Arbeitsplätze, beleben die Rhön und setzen sich für nachhaltigen Tourismus ein. Dieses Brüderpaar zeigt, wie Tradition und Moderne zusammenpassen.“