Schutz vor Starkregen: Im Siegenburger Ortsteil Niederumelsdorf kann es bald los gehen

Lange haben die Bewohner von Niederumelsdorf darauf gewartet: Der Zuwendungsbescheid ermöglicht Siegenburg nun, mit dem Bau der Rückhaltebecken zu starten - allerdings in anderer Form wie ursprünglich gedacht.
Überflutete Keller, Schlamm und Wassermassen auf den Straßen: Das, was die Bewohner des Siegenburger Ortsteils Niederumelsdorf Anfang Juni 2018 erlebten, soll sich nicht mehr wiederholen. Durch die Tallage des Ortes und die erosionsanfälligen Böden ist der Ort anfällig für Überschwemmungen bei Starkregen.
Zwei Rückhaltebecken sollen künftig dafür sorgen, dass das Wasser nicht mehr unkontrolliert abfließt. Eine Geldspritze gibt es vom Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern im Rahmen der Initiative „boden:ständig“. Am Dienstagnachmittag erhielt die Gemeinde Siegenburg nun den Zuwendungsbescheid. Demnach können 60 Prozent der Kosten, das sind 567.000 Euro von insgesamt 822.000 Euro, gefördert werden. „Das ist ein sehr schöner, hoher Betrag“, meinte Bürgermeister Johann Bergermeier. „Ohne diese großzügige Förderung wäre die Maßnahme sehr schwer durchführbar.“ Beim Baugebiet Hochstädter Feld Ost hätte ein Auffangbecken bereits gezeigt, wie sehr solche Maßnahmen wirkten. „Das galt lange Zeit als unbebaubar.“
Ausschreibungen starten
Nun kann der Markt loslegen. „Wir schreiben es gleich aus, heute Nachmittag noch“, meinte Bergermeier, mit einem Schmunzeln, denn ganz so schnell geht es nun doch nicht. Die Ausschreibungen werden nun vorbereitet, so dass mit einer baldigen Auftragsvergabe noch in diesem Jahr und einem Baubeginn 2026, sobald es die Witterung zulässt, zu rechnen ist.
Rückblende: Vor fast genau zwei Jahren stand Bergermeier mit Hans-Peter Schmucker vom Amt für Ländliche Entwicklung und mit den Planern in Niederumelsdorfs Mitte zum offiziellen Projektstart. „Damals schon meinte ich, was nützt der schönste Dorfplatz, wenn er überschwemmt wird“, so Schmucker rückblickend. Der Antrag sei Ende April 2023 eingegangen und die Maßnahme am 26. September eingeleitet worden. Vor allem Grundstücksverhandlungen verzögerten den Start. Eine von drei geplanten Maßnahme, die Wegeanhebung am Lindenweg, wird es deshalb nicht geben.
Dass es in der Praxis oft nicht so schnell geht mit der Umsetzung, das weiß auch Klaus Amann vom VöF. Auch, wenn der Handlungsdruck nach Starkregenereignissen für gewöhnlich groß sei. Das Projekt „boden:ständig“ selbst sei indes im Jahr 2014 in Jauchshofen gestartet, wie Amann berichtete. Nach den Überschwemmungen in Niederumelsdorf habe man auf Initiative von der Kommune Roggen-Saatgut bereit gestellt. Das habe vor allem auf Hopfengärten einen sehr hohen Speichereffekt.
Roggensaat ist Standard
Durch Simulationen, Beobachtungen über die Verläufe des Regenwassers sowie Gespräche mit Landwirten habe man dann die entsprechenden Maßnahmen vorplanen können. Wo die Rückhaltungen am besten platziert seien, habe sich dann nach und nach herauskristallisiert. „Wichtig ist, dass Flächen verfügbar sind, sonst bringt die ganze Planung nichts“, so Amann.
Bergermeier fügte an, dass es damals nur durch die Beratung von VöF und der Landesanstalt für Landwirtschaft möglich war, die Landwirte zu überzeugen. Und so wurde, wie Amann bemerkte, die Roggensaat hier, die auf den Hopfenfeldern ausgebracht wurde, die Initialzündung auch für andere „boden:ständig“-Projekte in der Hallertau war, „und heute ist sie hier fast Standard“.
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Wo die Roggensaat alleine nicht ausreicht, können eben auch Rückhaltebecken helfen. Und dass es nun bald losgehen kann mit dem Bau in Niederumelsdorf, das erleichtert vor allem auch die betroffenen Anwohner. Gemeinderatsmitglied Richard Zausinger meinte, dass jeder, der ein Hochwasser erlebt habe, wisse, wie Emotionen hochkochen können. „Wichtig ist für mich, dass wir nun beginnen können.“ Denn es sei immer schwierig, den Menschen zu erklären, warum etwas so lange dauert.