Max Legler: „Meine Niere war zertrümmert“ – Bad Abbacher Fußballer will wieder kicken

Von Martin Rutrecht · 18. Oktober 2025 um 19:00

Max Legler spricht es fast gelassen aus. „Es war knapp“, sagt der Fußballer des TSV Bad Abbach im Landkreis Kelheim. Ein Zusammenprall des 24-Jährigen mit einem Torhüter hatte lebensgefährliche Folgen. Eine Niere war „zertrümmert und ich hatte innere Blutungen“. Eine Not-OP rettete das Leben des Stürmers. Knapp einen Monat später denkt Legler schon an ein Comeback.

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Er will „den Kopf ein bisschen frei kriegen nach der schweren Zeit“. Legler unternimmt mit einem Kumpel einen Ausflug. „Ich kann schon wieder gehen und alles. Aber ich bin immer wieder müde.“ Auch mittags muss er sich hinlegen. Sein Körper stelle sich erst um – auf das Leben mit nur einer Niere.

Das Landesliga-Heimspiel am 20. September 2025 gegen den TSV Bogen, in dem es zum folgenschweren Zusammenprall kam, konnte für den Angreifer zunächst kaum besser verlaufen. „Ich fühlte mich nach einer Knie-Verletzung im Sommer erstmals wieder voll auf der Höhe. Bis dahin hatte ich noch mit angezogener Handbremse gespielt.“ Legler landete vor der Pause einen Doppelpack zur 2:0-Führung der Bad Abbacher.

In der 69. Minute bekam der Gastgeber einen Freistoß zugesprochen. Legler ging im Strafraum hoch zur Flanke – und wurde von Bogens Torhüter, der ebenfalls hoch stieg, in der Seite getroffen. „Ich wollte noch vorbei an ihm, aber er hat mich voll erwischt.“ Legler sackte zu Boden. „Ich hatte unglaubliche Schmerzen.“

Er selbst wollte keinen Rettungswagen

An „etwas Schlimmes“ dachte er zunächst nicht. „Ich bin in die Kabine und saß dort etwa eine halbe Stunde.“ Die Bauchschmerzen ließen nicht nach. Nach Spielschluss kamen die Teamkollegen und entschieden, einen Rettungswagen zu rufen. „Ich selbst hätte es wohl nicht getan“, so der 24-Jährige. Erst mit der Erstversorgung wurden die inneren Blutungen diagnostiziert. „Es war tatsächlich lebensgefährlich.“

Im Krankenhaus Barmherzige Brüder in Regensburg wurden die Blutungen in einer Not-OP gestoppt, am Montag darauf die Reste der linken Niere entfernt. „Laut Arztbrief war sie zertrümmert.“ Auch zwei Blutkonserven bekam er. Er wäre eine „halbe Prominenz“ in der Klinik gewesen. „Noch kein Arzt hatte erlebt, dass das im Fußball passiert war.“ Mehrere Tage lag der Kicker auf Intensivstation. „Die Schmerzen waren heftig.“

Meine Eltern waren damals im Urlaub. Ihnen war der Schock noch anzusehen, als sie zurückkehrten.“Max Legler, Fußballer

Zum medizinischen Drama kam ein familiäres: Leglers Eltern weilten im Urlaub. „Meine Brüder haben sie auf dem Laufenden gehalten.“ Bei der Rückkehr waren Vater und Mutter „noch sichtlich geschockt“. Der 24-Jährige hatte derweil schon wieder Zuversicht gefasst. „Ich bin noch jung, es geht auch mit einer Niere weiter“, waren seine ersten Gedanken nach den Eingriffen, erklärt er.

Der Zusammenhalt in der Familie habe ihn gestärkt. Die Eltern und die Brüder Alexander (26), der auch bei Bad Abbach kickt, und Viktor Legler (31) kümmerten sich um ihn. Auch die Anteilnahme von Freunden oder aus dem Team hat ihn bewegt. „Ich bekam über 100 Nachrichten.“ Viele schauten in der Klinik vorbei. „All das hat mich total gefreut.“

Max Legler wagte schon den Sprung in die Bayernliga, kehrte aber wieder zum TSV Bad Abbach zurück (r. der frühere Sportliche Leiter Didi Beyer). - Foto: Markus Schmautz

Nach wenigen Tagen wurde Legler entlassen. „Ich bin viel in meiner Wohnung, schlafe viel, esse, treffe mich aber auch mit Freunden“, sagt der gebürtige Bad Abbacher, der in Pentling lebt. Und er schaut im TSV-Training vorbei. „Ich bin Fußballer durch und durch. Darum möchte ich wieder auf den Platz zurückkehren.“

Rückkehr wird eine „Kopfsache“

Seitens der Ärzte gebe es keine Bedenken. Aktuell muss er sich einmal pro Woche einer Blutentnahme unterziehen, um die Werte zu überprüfen. „Ich darf nur wenig Salz essen und muss viel trinken.“ Das Comeback werde vor allem „eine Kopfsache“, sagt der Angreifer. „Ich werde anfangs sicher vorsichtiger sein.“ Vielleicht gebe es eine Präventionsmaßnahme, beispielsweise einen Schutz für die rechte Niere. Sein Papa habe nichts gegen eine Rückkehr („Das ist deine Leidenschaft“, sagt er), „Mama macht sich größere Sorgen“.

Im Frühjahr möchte der 24-Jährige wieder auf dem Platz stehen. „Es macht einfach Spaß, mit Mitspielern zu kicken, die auch deine Freunde sind.“ Deshalb habe er auch eine höherklassige Laufbahn – Legler kickte für Fortuna Regensburg in der Bayernliga – nicht weiter verfolgt. Auch seine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger an einer Förderstätte für Menschen mit Autismus will der 24-Jährige fortsetzen.

Das Verletzungspech hofft er hinter sich zu haben. „Anfang des Jahres hatte ich zwei Muskelfaserrisse, im Sommer einen Anriss des Innenbandes und ein gezerrtes Kreuzband, und jetzt eine zertrümmerte Niere. Das sollte für meine ganze Fußballer-Laufbahn reichen“, sagt Max Legler.

Seine Laufbahn führte bis in die Bayernliga

Beginn: „Wir waren Straßenkicker“, sagt Max Legler. Mit fünf Jahren startete er beim Peisinger SC.

Aufbruch: Nach seiner Jugend in der JFG Donautal Bad Abbach rückte er in der Corona-Spielzeit 2019/21 erstmals ins Landesliga-Team des TSV und blieb auch nach dem Abstieg in die Bezirksliga. Im Frühjahr 2024 ging er zum Bayernligisten Fortuna Regensburg und im Sommer zum FSV VfB Straubing.

Rückkehr: Im Frühjahr 2025 war er wieder in Bad Abbach. „Ich habe gemerkt, dass ich am liebsten mit meinen Freunden spiele.“ Mit dem TSV glückte ihm der Aufstieg in die Landesliga. Bisher hat Legler in Herrenteams 46 Tore erzielt