Bad Abbacher Torschütze muss notoperiert werden – Bogens Trainer tritt zurück

Eine lebensgefährliche Verletzung, die eine Not-OP nach sich zog, ein übereifrig wirkender Schiedsrichter, drei außergewöhnlich zustande gekommene gelbe beziehungsweise rote Karten und ein Trainer-Rücktritt: Der 2:1 (2:0)-Heimsieg von Fußball-Landesligist TSV Bad Abbach gegen den TSV Bogen rückte das an sich Gebotene auf dem Spielfeld in den Hintergrund.
Erfreulich hingegen sind die tabellarischen Folgen für den Aufsteiger: Nach dem 12. Spieltag beträgt das Polster zur Abstiegszone nun schon zehn Punkte. Am Freitag gastiert das auswärtsstarke Bad Abbach (3/2/1) beim im Ranking vorne mitmischenden SSV Eggenfelden, der jedoch seit 210 Minuten auf einen eigenen Torerfolg wartet.
Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.
Spielertrainer Simon Sigl nach dem Rot wegen Flaschenwurfs
Nach dem Abpfiff erkundigten sich Spielertrainer Simon Sigl und der sportliche Leiter Sepp Schuderer, warum ihnen eine Karte unter die Nase gehalten wurde. Florian Gierstorfer wurde bei einem Konter in die Zange genommen, der Pfiff blieb aber aus. Der sich für seine Einwechslung warm machende Simon Sigl warf daraufhin seine in der Hand haltende Plastikflasche zwischen die Beine – und sah dafür Rot (74.). „Ich habe nicht mal stark geworfen, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, schüttelte Sigl den Kopf.
Trainer tritt zurück
Knapp zehn Minuten später sah der nun in der Verantwortung stehende Sepp Schuderer Gelb, weil er – wie es in einem Spiel gang und gäbe ist – nach einem Zweikampf die Hände von sich gespreizt hatte. „So etwas habe ich noch nie erlebt, das ist doch ein Theater“, schimpfte Schuderer. Der Unparteiische Matthias Schubert gab beiden zu verstehen, dass die Schiedsrichter angehalten seien, bei diesen Vergehen so zu handeln. Nicht alltäglich kam übrigens das Rot für Bogens Michael Kraskov (90.+5) zustande - wegen Beleidigung eines Gegenspielers, in diesem Fall von Sebastian Pfann. Kaum in der Kabine angekommen erklärte Bogens Peter Gallmeier angesichts von bisher nur einem Sieg seinen Rücktritt.
Legler mit Sanka in die Klinik
Das alles geriet wenige Minuten später vollends in den Hintergrund. Nach einem Zusammenprall (63.) mit dem das Knie anziehenden Bogener Torhüters wurde Max Legler lange behandelt und eine Viertelstunde nach dem Abpfiff vom Sanka abgeholt. Zur Not-OP an der erheblich beschädigten linken Niere, noch gestern lag Legler auf der Intensivstation. Fußball gespielt an sich wurde auch: Max Legler (2., 11.), Gierstorfer (13./Latte, 20., 39.) und Justin Bolfrey (20.) ließen klare Chancen liegen, ehe Legler einen Doppelpack schnürte (44., 45.+3). Nach der Pause kratzte Lukas Zeitler einen Schuss von der Linie (49.), nach einer Ecke verkürzte Bogens Thomas Kelbel noch zum 1:2 (53.).