Albanisches Paar übernimmt Rhaner Bräustüberl: Neuerungen sollen die Chamer überraschen

Fast fünf Monate mussten die Chamer warten – kommende Woche wird das Rhaner Bräustüberl wiedereröffnet. Das neue Pächterpaar ist mitten in den Vorbereitungen für das Soft-Opening am Samstag, 25. Oktober. Ferhan und Ermina Djaferi werden mit ihrer Familie das alteingesessene Traditions-Gasthaus in Chams Mitte weiterführen.
„Auch die Vorhänge sind wieder da, die passen ja so gut zum Jugendstil des Gebäudes“, freut sich Stefanie Plößl. Die Chefin der Rhaner Brauerei ist glücklich, dass schon bald wieder der Ofen angeschürt wird im traditionsreichsten Gastro-Objekt der Brauerei.
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„Das Geheimnis ist gelüftet“, verkündet Rhaner Bräuchef Dr. Alois Plößl beim Vorstellungstermin im Rhaner Bräustüberl den Pächterwechsel im Aushängeschild der Brauerei. Viele Chamer hätten in den vergangenen Monaten nachgefragt, wann denn das Lokal wieder öffne; gleichzeitig habe es auch etliche Interessenten gegeben, die das Restaurant gerne übernommen hätten. „Aber in der heutigen Zeit kann man ein Lokal eigentlich nur mit unglaublich viel Manpower führen“, weiß Plößl. Und die bringe das neue Pächterpaar mit einer großen Familie im Hintergrund mit.
Manpower im Hintergrund
Der künftige Bräustüberl-Chef hat mit zwei Cousins, die wie er aus der Branche kommen, und einem Bruder, der für das Gastro-Projekt in Cham mit seiner Familie aus Italien herziehen wird, ein Umfeld, das sicherstellen soll, dass der Betrieb im Gasthaus auch dann weitergeht, wenn einmal jemand ausfällt. „Das war uns ein Anliegen“, betont Plößl.
Wir sind sehr sehr sicher, dass Cham wieder ein tolles Restaurant bekommt.
Dr. Alois Plößl, Rhaner Brauereichef
Ferhan Djaferi hat bereits in Mazedonien ein Restaurant geführt, und ist vor sechs Jahren nach Cham gekommen, wo er in der Küche des Rossini im Bräustüberl gearbeitet hat. Er kennt die mediterrane Küche also bereits gut, die er auch künftig anbieten wird. Zusammen mit seinem Bruder habe er schon lange nach einem gemeinsamen Projekt gesucht, wo sie zusammen arbeiten können. Der Bruder arbeitet in Italien ebenfalls als Koch, „und ich habe nur das Allerbeste über ihn gehört“, verspricht Plößl.
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Dass sie einen Teil der weit verzweigten Familie Djaferi bereits über das Rossini in Schwandorf, ebenfalls ein Gastro-Objekt der Rhaner Brauerei, und das Chamer Bräustüberl kennen, war mit ausschlaggebend für die künftige Zusammenarbeit, betont das Ehepaar Plößl.

Die Karte im Rossini im Rhaner Bräustüberl soll zwar auch künftig viele gewohnte italienische Gerichte bieten, auch Pizza und Pasta, aber sie soll sich dadurch auszeichnen, dass sie sehr abwechslungsreich gestaltet wird. „Es soll sehr viel regional und saisonal angeboten werden“, verspricht Plößl. Wechselnde Tagesgerichte sollen dem Rechnung tragen. „Im Grunde soll sich hier jeder wohlfühlen, es soll nichts Abgehobenes werden, aber man soll auch wissen, dass man hier dann, wenn man möchte, auch was ganz Besonderes bekommen kann.“
Neu: ein Lieferdienst
So soll das Lokal nicht nur abends ab 17 Uhr, sondern auch wieder mittags von 11 bis 14 Uhr geöffnet haben, mit einer speziellen Mittagskarte. Und ganz neu: Die Chamer können sich auf einen weiteren Lieferdienst freuen. Zumindest im Umkreis von circa zehn Kilometern wollen die neuen Pächter künftig die Speisen auch nach Hause bringen. Montags soll wie bisher Ruhetag sein.
„Wir sind sehr sehr sicher, dass Cham wieder ein tolles Restaurant bekommt“, verspricht Plößl. Bis zum Soft Opening soll noch an der Technik in der Küche gefeilt werden. So bekommt das Rhaner Bräustüberl einen speziellen Induktionsherd, für den sogar die Leitungen verstärkt werden mussten. „Das ist über dem Standard“, weiß Plößl, „der verbraucht so viel Strom wie ein kleines Elektroauto.“
Der Pachtvertrag läuft über fünf Jahre, mit Option auf Verlängerung, verrät Brauerei-Chef Plößl.
Das sind die Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag von 11 bis 14 und ab 17 Uhr bis 22.30 Uhr wird das Rossini im Rhaner Bräustüberl geöffnet sein. Das gilt übrigens auch für den Tag des Soft-Openings, den 25. Oktober.
Trendwende in der Gastro-Szene
• Personal: Dass das Rossini im Rhaner Bräustüberl auch künftig mediterrane Küche anbieten wird, ist kein Zufall: Dr. Alois Plößl betont, wie wichtig heute mehr denn je ein großer Personalbestand ist, wenn man ein Restaurant nicht nur erfolgreich eröffnen, sondern auch halten will. „Am besten geht das mit einer großen Familie im Hintergrund, die mithilft, und mit Leuten, die man im Notfall nicht erst drei Wochen lang anlernen muss, sondern die sofort einspringen können.“ Das sei bei den neuen Pächtern im Rhaner Bräustüberl der Fall.
• Preise: Klar sei daher auch, dass die Preise in der Gastro steigen mussten – denn die Sicherheit, dass man im Schichtdienst Personal vorhalten kann, kostet eben Geld. Dazu komme, dass es immer mehr Auflagen im Gastro-Bereich gebe, die erfüllt werden müssten, und die Bürokratie in den letzten Jahren deutlich gestiegen sei. „Die Leute meinen immer, man müsste ein Lokal nur übernehmen, und dann läuft das von alleine.“ Deshalb habe er auch mehreren Interessenten für das traditionsreiche Objekt in Cham abgesagt. „Da war schon nach dem ersten Gespräch klar, dass das nicht funktionieren wird.“
• Herzblut: Die jetzige Pächterfamilie kenne er selbst bereits gut, und sie sei ihm auch von anderen ans Herz gelegt worden. So habe der Chef des Schwandorfer Rossini, auf dessen Meinung Plößl sehr viel Wert legt, gesagt: „Wenn die es machen, dann passt das.“