Bestatterin organisiert Spendenaktion für Familie nach schwerem Unfall im Landkreis Cham

Der Unfall vergangenen Donnerstag in der Gemeinde Traitsching (Landkreis Cham), bei dem eine 39-Jährige, ihre Tochter und ihre Enkelin schwer verletzt wurden, hat noch schlimmere Folgen nach sich gezogen. Eine Spendenaktion soll die Familie nun wenigstens finanziell unterstützen: tägliche Fahrtkosten ins Krankenhaus, Umbauten im Haus – und zwei Beerdigungen.
Donnerstagmorgen, 8 Uhr: Ein Auto kommt auf der Verbindungsstraße zwischen Dinzling (Gemeinde Traitsching) und der B20 von der Straße ab, überschlägt sich mehrfach, bleibt in der Wiese auf dem Dach liegen: Die Insassen: Die 39 Jahre alte Elke Odpiast aus der Gemeinde Zell, ihre 20-jährige Tochter Mia und die erst drei Jahre alte Enkelin. Alle drei werden bei dem Unfall schwer verletzt, Mia wird mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Bestatterin Tina Ruhland-Feiner hat nun für die Familie eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Damit soll die Familie in dieser schweren Zeit zumindest finanziell unterstützt werden: tägliche Fahrtkosten ins Krankenhaus, Umbauten im Haus – und zwei Beerdigungen.
Denn die Familie hat nicht nur die offensichtlichen Unfallfolgen zu verkraften. Nur zwei Tage vor dem Unfall starb die Ur-Uroma des kleinen Mädchens – und Mia verlor wegen des Unfalls ihr Baby; sie war im sechsten Monat schwanger.

Erst am Tag vor dem Unfall waren sie noch bei mir wegen des Begräbnisses der Ur-Uroma und haben mir erzählt, dass das Baby im Dezember, Januar auf die Welt kommen wird.Tina Ruhland-Feiner, Bestatterin, Spendenorganisatorin
„Ich bitte euch von Herzen um Unterstützung. Jeder noch so kleine Beitrag hilft – sei es für die Beerdigungskosten, die vielen Fahrten zu den Kliniken, oder einfach, um dieser Familie in dieser unfassbar schweren Zeit ein Stück Hoffnung zu schenken“, schreibt Ruhland-Feiner auf der Webseite der Spendenorganisation GoFundMe. Die Bestatterin („in memoria“) ist privat mit der Familie bekannt und ist selbst merklich angefasst von der Sache. „Erst am Tag vor dem Unfall waren sie noch bei mir wegen des Begräbnisses der Ur-Uroma und haben mir erzählt, dass das Baby im Dezember, Januar auf die Welt kommen wird.“ Die Aktion habe sie mit der Familie abgesprochen. „Ich musste einfach etwas tun“, sagt sie.
Durch Unfall Baby verloren
Während das kleine Mädchen inzwischen wieder aus dem Krankenhaus entlassen ist, sind ihre Tante und ihre Oma inzwischen beide nach Passau verlegt worden. Opa Daniel pendelt täglich zwischen Zell-Alletswind und Passau, um seine Frau und seine Tochter zu besuchen. „Mia hat Beinbrüche, einer davon war ein offener Bruch, die Beine sind beide fixiert worden“, erzählt Odpiast.

Weil Mia zunächst dann auf der gynäkologischen Station war, stellten die Ärzte erst später die vielen anderen Unfallfolgen fest. „Mia hat auch das Brustbein gebrochen, das Schlüsselbein und die Hüfte. Vor Mitte nächsten Jahres wird sie sicher nicht wieder gehen können. Und auch dann muss man erst schauen, ob sie wieder richtig laufen kann“, sagt der Papa. Seine Tochter sei praktisch aus dem Auto geschleudert worden. Seiner Frau gehe es verhältnismäßig besser, sie müsse aber ebenfalls noch einmal an der Hand operiert werden. „Aber alles egal, Hauptsache, sie werden wieder gesund.“
Arbeitgeber unterstützt
Odpiast ist derzeit von seinem Arbeitgeber freigestellt. Sein Chef ist auch der Präsident seines Motorradclubs, „der kennt unsere ganze Familie auch privat. Mein Chef hat mich am Unfalltag nach Regensburg ins Krankenhaus gefahren, dann nach Straubing, dann weiter nach Passau, und dann wieder zurück.“ Ihm werde in der Arbeit der Rücken freigehalten: „Es gibt noch Chefs, die ein Herz haben.“ Am Telefon klingt Odpiast so, wie er sagt, dass er sich fühlt: „Komplett aus der Bahn geschmissen.“

Für das verstorbene Enkelchen wird eine Feuerbestattung geplant, wenn seine Mama aus dem Krankenhaus entlassen wird und die gesamte Familie dabei sein kann. „Es ist wichtig, dass auch Mia sich richtig verabschieden kann.“
Familie hat ein schlimmes Jahr hinter sich
Der Unfall reiht sich ein in ein von schlimmen Ereignissen geprägtes Jahr für die Familie. Der Opa war lange Zeit krank und auf Intensivstation, Mias Schwester hatte ebenfalls einen Unfall, bei dem sie allerdings nicht so schlimm verletzt wurde, und dann noch der Tod der Ur-Uroma kurz vor dem Unglück vergangene Woche.
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Spendenorganisatorin Ruhland-Feiner fasst zusammen: „Der Ehemann, Vater und Opa steht nun vor einer großen Herausforderung. Er versucht, alles zu stemmen: Die täglichen Fahrten zwischen den Kliniken, die Beerdigungen, die Sorgen um seine Familie – und das alles mit einem Herzen voller Schmerz und Angst. Zugleich benötigt sein Vater pflegerische Unterstützung Zuhause. Psychisch ist die gesamte Familie sehr angeschlagen und könnte finanzielle Unterstützung gut gebrauchen.“
Hier können Sie Spenden
Unter https://www.gofundme.com/f/eine-familie-am-rande-ihrer-krafte-bitte-helft-mit kann jeder, der möchte, die Familie unterstützen.