Flammen loderten aus Scheune bei Burglengenfeld: Erste Hinweise zur Brandursache

Der strahlend blaue Himmel, der sich am Dienstag über Burglengenfeld (Landkreis Schwandorf) spannte, wurde am Vormittag durch eine riesige schwarze Rauchwolke getrübt. Die Ursache: Ein Großbrand in der Umlandgemeinde Pilsheim. Trotz aller Bemühungen der Feuerwehren geht der Sachschaden in die Hunderttausende. Offiziell gibt es zwar noch keine konkreten Angaben zur Brandursache – wohl aber eine plausibel erscheinende Erklärung.
Als die Feuerwehren am Dienstag kurz nach 10 Uhr alarmiert wurden, war schon von weitem eine Unheil verkündende Rauchsäule zu sehen. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte in Pilsheim standen auf dem Gelände eines Dreiseithofs bereits eine Maschinenhalle und mindestens eine Scheune in Vollbrand. Umgehend wurde Verstärkung angefordert. Dadurch wollte man vor allem Problemen bei der Löschwasserversorgung vorbeugen.
Wohngebäude konnte gerettet werden
Am Ende kämpften 260 Feuerwehrmänner und -frauen, die zwanzig verschiedenen Feuerwehren aus zwei Landkreisen angehörten, unter Leitung des Pilsheimer Kommandanten Martin Brechler gegen die Flammen. Oberstes Ziel war es laut Kreisbrandrat Christian Demleitner, eine sogenannte Widerstandslinie aufzubauen, um das Wohngebäude des ehemaligen Bauernhofs zu schützen. In ihm lebt rund ein Dutzend rumänischer Staatsbürger zur Miete. Sie verdienen als Fahrer diverser Paketzustelldienste ihr Brot.

Als das Feuer ausbrach, waren freilich nur vier Bewohner daheim. Einer von ihnen berichtete gegenüber der MZ, er habe mit als Erster den Brand bemerkt. Ein Traktor sei in Flammen gestanden. Umgehend habe er den Notruf gewählt.
Einsatzkräfte waren schnell Herr der Lage
Nach rund einer Stunde hatte die Feuerwehr die Lage unter Kontrolle, nach zwei Stunden konnten die ersten Einheiten abrücken. Bei ihrer Bilanz stellten KBR Demleitner und Burglengenfelds Polizeichef Franz Wenig erleichtert fest, dass es keine Verletzten Personen gegeben habe. Bis auf einige Hühner seien auch keine Tiere verendet. Der Halter mehrerer Pferde, der einen der betroffenen Stadl angemietet hat, hatte seine Tiere auf der Koppel gehalten.

Zu der möglichen Brandursache befragt, hielten sich sowohl der Kreisbrandrat als auch der Erste Polizeihauptkommissar zurück. Allerdings konnte die MZ trotzdem eine plausible Erklärung in Erfahrung bringen: Ein Unternehmer aus der Region, der die Maschinenhalle nutzt, berichtete, ein Dienstleister habe ein geliehenes landwirtschaftliches Gerät zurückgebracht und mit seinem Traktor in die Halle rangiert. Als er das Gerät abkoppelte, habe er Feuer unter der Motorhaube seines Bulldogs bemerkt. Versuche, die Zugmaschine aus der Halle zu fahren, seien gescheitert.
Eine Maschine war besonders wertvoll
Der Unternehmer beklagt einen Schaden in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro. Als größten Verlust nannte er einen Amphibienbagger, den er für Aufträge in der Gewässerschutzpflege einsetzte. Allein dieses Maschine habe eine Viertelmillion Euro gekostet.

Eine 70-jährige Frau, der das Wohngebäude am Dreiseithof gehört, verfolgte die Löscharbeiten sichtlich bewegt. Im Obergeschoss des Hauses, das sich nur wenige Meter von der Maschinenhalle entfernt befindet, habe sich bis vor 20 Jahren ihr Schlafzimmer befunden, berichtete sie. Und nach einem Blitzeinschlag unweit ihres Anwesens habe sie in ständiger Angst gelebt, auch ihren Hof könnte es treffen – und die Flammen würden sie nachts im Schlaf überraschen.

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