Wasserwacht Burglengenfeld feierte 75. Geburtstag mit Kommersabend

Von Stefan Barte · 14. Oktober 2025 um 11:00

Aller guten Dinge sind drei, so lautet das Sprichwort, wenn man ein gelungenes Ereignis zu feiern hatte. Am Freitagabend startete die Wasserwacht Burglengenfeld daher den dritten Teil und letzten Teil ihrer Geburtstagsfeierlichkeiten zum 75-jährigen Bestehen ihrer Ortsgruppe.

Nach dem Faschings-Piratenball im Geburtstagskinderlook und der legendären Poolparty zusammen mit dem Bulmare im Sommer stand nun der Kommersabend als abschließendes Element auf dem Programm. Dieser sollte allerdings in einem innovativen Rahmen, jenseits der geltenden Konventionen stattfinden, da war sich die Ortsgruppe der Wasserwacht Burglengenfeld einig. So wurden die Gäste kurzerhand in den Kinosaal 3 des Starmexx Erlebniskinos eingeladen.

Mit Popcorn und Cola

Schon am Eingang begrüßte das Empfangskomitee, bestehend aus einem Spalier der Jugend, die Gäste auf dem roten Teppich. Ausgestattet mit stilechtem Kinoequipment in Form von Popcorn und Cola, wurde man gleich einmal auf den etwas anders laufenden Abend eingestimmt. Kaum nahmen die 150 Gäste ihre Kinosessel in Beschlag, forderte Vorsitzender Christian Jobst bei seiner Begrüßung alle wieder auf, sich zu erheben.

Jede in seiner Rede erwähnte Persönlichkeit durfte sich anschließend wieder hinsetzen. Übrig blieben die besonderen Unterstützer der Ortsgruppe, die mit einem Sonderapplaus als Dank geehrt wurden. Auch der Rückblick über die 75 Jahre Wasserwachts-Geschichte gestaltete sich anders, als gedacht.

Nachdem Jobst auf die Anfangszeiten von 1950 bis in das Jahr 1990 blickte, plauderten jeweils die ehemaligen Vorsitzenden über ihre Zeit und die Herausforderungen, mit denen sie zu kämpfen hatten. Sie boten dabei tiefe Einblicke und Anekdoten, die sie mit zeitgenössischem Bildmaterial auf der großen Leinwand eindrucksvoll hinterlegten.

Es begann Dietmar Jocob, der einen Zeitraum von 15 Jahren abdeckte. Sie nannten sich „die jungen Wilden“ und machten alles anders, hatten einen anderen Drive und lösten die bis dahin geltende starre Denkweise auf. Sie gründeten Zeltlager, führten Spiele ohne Grenzen ein, veranstalteten Discopartys und vollbrachte einen Imagewandel der Wasserwacht. Weg von den Einsatzkräften in der Badehose, sondern Integration in den Rettungsdienst, spezialisiert auf das Wasser.

Es folgte Michael Arnold, der die traurige Zeit von 2005 bis 2009 beschrieb. Da gab es weder ein Hallenbad, noch ein Freibad. Die Ortsgruppe trainierte in Regensburg und in Kallmünz. Ihre Gummiboote hießen Rosi und Quicksilver und waren der ganze Stolz.

Dann kam alles auf einmal. Umzug vom OBAG- Gelände in das RK-Haus und Eröffnung des Bulmare. Ein Wendepunkt der Ortsgruppe: die Mitgliederzahlen explodierten. Die bis dahin erfolgreiche und als Aushängeschild geltende Showgruppe wurde aufgelöst.

Die vier Vorsitzenden der Wasserwacht in zeitlicher Reihenfolge: Dietmar Jacob, Michael Arnold, Philipp Wolf und Christian Jobst (v. l.) führten die Gäste durch die Zeit ihres jeweiligen Vorsitzes und zeigten die Entwicklung der Ortsgruppe auf. - Foto: Stefan Barte

Über die folgenden 16 Jahre berichtete Philipp Wolf. Er beschrieb den eingeschlagenen Weg als Wandel von der „Badehosentruppe“ hin zu einem gut ausgebildeten, professionellen Wasserrettungsdienst. Heute sieht er auf einen Verein mit vielen Sparten, die eines auszeichnet: Sie brannten und brennen stets für die Wasserwacht, was sie fest zusammenhalte. Stolz könne man darauf sein, nahezu jedem Vorschulkind einen Schwimmkurs anzubieten.

Wolf blickte ebenso auf die Anschaffung einer Einsatzdrohne zurück sowie auf die schlagkräftige SEG. Als besonderen Höhepunkt hob er den Bau des Vereinshäuschens im Flussbad heraus, der zum Dreh- u Angelpunkt des gesellschaftlichen Lebens geworden sei. Die Corona-Einschränkungen wären eine der größten Herausforderungen gewesen, die bewältigt werden mussten.

Die Zeit zwischen den einzelnen Epochen nutzten die Ehrengäste für Gruß- und Dankesworte. Es begann der stellvertretende Landrat Richard Tischler (FW), gefolgt vom dritten Bürgermeister der Stadt Burglengenfeld Sebastian Bösl (SPD), dem stellvertretenden Kreisgeschäftsführer BRK Schwandorf, Joachim Seeliger, und abschließend Michael Arnold in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Kreiswasserwacht.

Das 1000. Mitglied bestimmt

Abschließend wurde noch das 1000. Mitglied der Ortsgruppe per Losentscheid bestimmt. Diese Ehre wurde der ehemaligen Vorsitzenden Sieglinde Babel und dem Ehrenmitglied Hans Fischer zuteil. Aus der Lostrommel zogen sie den Namen eines knapp siebenjährigen: Samuel Löffler. Er wird anlässlich der Weihnachtsfeier entsprechende Würdigung erfahren.

Der gemütliche Teil des Abends startete dann im festlich geschmücktem Foyer des Kinos, wo ein riesiges, in Eigenregie gestaltetes Buffet auf die Gäste wartete und keine kulinarischen Wünsche offen lies.