Kripo ermittelt in Nabburg: Wollte 26-Jähriger zwei Menschen sterben sehen?

Von Martin Kellermeier · 14. Oktober 2025 um 17:03

Szenen wie in der Kriminalfilm-Reihe Tatort spielten sich am Sonntagabend im Nabburger Stadtgebiet im Landkreis Schwandorf ab. Die Ermittler vermuten: Ein 26-jähriger polizeibekannter Drogenkonsument wollte die Ex-Freundin seines Vaters und wohl auch diesen selbst sterben sehen. Ein Passant war auf die Tat aufmerksam geworden, nachdem sich eines der Opfer mit einem Sprung aus dem ersten Stock retten konnte.

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Wie Polizeisprecherin Melanie Bäumler auf Anfrage der MZ berichtete, war ein größeres Polizeiaufgebot am Sonntag gegen 23.30 Uhr in einem Wohn- und Geschäftshaus im Bereich der Stadt Nabburg im Einsatz.

Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler bekam der 26-jährige Tatverdächtige, ein Deutsch-Thailänder, in seiner Wohnung Besuch von seinem 55 Jahre alten Vater. Diese bewohnte er mit einer 53 Jahre alten Frau. Nach Informationen unserer Zeitung soll es sich dabei um die Ex-Freundin des Vaters des Tatverdächtigen handeln.

Frau mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen

Die Situation eskalierte offenbar schnell. Laut Polizei soll der 26-Jährige das frühere Pärchen eingesperrt und es unter anderem dazu gezwungen haben, Drogen zu nehmen. Auch soll er erwirkt haben, dass die Frau mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen wurde. Die Ermittler gehen davon aus: Im nächsten Schritt hätte der Tatverdächtige das Opfer verbrennen und töten wollen.

Der Mann rief nach Hilfe und der Polizei. Und er schrie, dass sie umgebracht werden sollten.Ein Augenzeuge

Doch der Plan misslang. Der Vater des mutmaßlichen Täters konnte sich mit einem beherzten Sprung aus dem ersten Stockwerk ins Freie retten und die Polizei rufen. Die Beamten konnten sodann die 53-Jährige aus der Wohnung holen. Sie erlitt laut Polizeisprecherin Bäumler leichte Verletzungen.

Tatverdächtiger soll bei der Festnahme Widerstand geleistet haben

Der 26-Jährige wurde als Tatverdächtiger festgenommen. Er soll dabei aggressiv gewesen sein und Widerstand geleistet haben. Weil er während der Tat wohl unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand und sich in einem psychischen Ausnahmezustand befand, wurde er in eine Fachklinik eingewiesen. Die Kriminalpolizei Amberg ermittelt wegen versuchten Totschlags gegen den Deutsch-Thailänder. Noch am Dienstag sollte er dem Haftrichter vorgeführt werden.

Ein Passant, der am späten Sonntagabend zufällig an dem Wohn- und Geschäftshaus vorbeispazierte, war auf die Tat aufmerksam geworden. Er hatte nach eigenen Angaben gesehen, wie der 55-Jährige aus dem Fenster sprang. „Der Mann rief nach Hilfe und der Polizei. Und er schrie, dass sie umgebracht werden sollten“, berichtete der Zeuge gegenüber der MZ. Während des Einsatzes habe er dann noch gehört, dass der Tatverdächtige seinen Vater wohl „unter einem Vorwand“ in die Wohnung gelockt habe.

Die Polizei sei in dem Wohn- und Geschäftshaus in der Vergangenheit schon mehrmals im Einsatz gewesen, berichtete ein Anwohner. „Bislang war das aber nichts Wildes“, sagte der Nabburger.