Wahl des Amberg-Sulzbacher Landrats: Michael Rischke aus Ursensollen tritt wieder für SPD an

Von Gerhard Spies · 12. Oktober 2025 um 19:00

Noch vor Wochen tendierte er dazu, nicht mehr zu kandidieren. Jetzt tritt Michael Rischke aus Ursensollen doch noch einmal für seine Partei an. Einstimmig nominierte ihn die Versammlung der SPD Amberg-Sulzbach am vergangenen Samstag für die Wahl des Landrats bei der Kommunalwahl 2026.

Es ist damit das dritte Mal, dass der SPD-Kreisvorsitzende, Kreisrat und weitere stellvertretende Landrat Michael Rischke diese Aufgabe übernimmt. „Uns fällt allen ein Stein vom Herzen, dass er es macht“, brachte Uwe Bergmann, ehemaliger Landratskandidat, die Stimmung seiner Partei auf den Punkt. Schließlich sei es ja nicht einfach, gegen den Amtsinhaber und Quotenkönig Richard Reisinger (CSU) anzutreten. Dieser hatte bei der Wahl im Jahr 2020 drei Viertel aller Stimmen auf sich vereinen können.

Es geht heute um mehr als nur eine Nominierung, es geht um ein Signal.

Michael Rischke, Kandidat der SPD Amberg-Sulzbach für die Wahl des Landrats

Rischke ist damit der vierte Kandidat für den Urnengang am 8. März 2026. Die Freien Wähler hatten bereits Stefan Kroher (Auerbach) und die ÖDP Marianne Badura (Etzlwang) nominiert. Die Nominierung von Richard Reisinger selbst dürfte seitens der CSU nur eine Formsache sein, nachdem dieser ja schon seine Bereitschaft signalisiert hatte, noch einmal anzutreten. Es wäre seine vierte Amtsperiode.

„Es geht heute um mehr als nur eine Nominierung, es geht um ein Signal“, erklärte der 63-Jährige vor der Versammlung. Dass er der älteste Bewerber sei, sei kein Nachteil, sondern aufgrund seiner Erfahrung ein Vorteil.

Einsatz für Krankenhäuser im Landkreis ist ein Schwerpunkt

Rischke nannte auch wichtige Aufgaben des Landkreises in den kommenden Jahren. „Wir stehen zu unseren Krankenhäusern im Landkreis. Die Gesundheitsversorgung darf nicht zum Spielball von Renditeinteressen werden“, betonte er. Einstimmig nominierten schließlich die 39 Stimmberechtigten Rischke zum Landratskandidaten am 8. März 2026.

Als zweite wichtige Aufgabe musste die SPD-Versammlung die Kandidatenlisten für den Kreistag zusammenstellen. Weil es 60 Sitze im Kreistag gibt, nominierte die SPD auch 60 Frauen und Männer. Bis Platz 30 hielt die Partei auch ihr Prinzip der Gleichberechtigung durch, immer Männer und Frauen abwechselnd zu nominieren. In der zweiten Hälfte der Liste gingen ihr allerdings die weiblichen Bewerberinnen aus.

Die Kandidaten der SPD für den Amberg-Sulzbacher Kreistag

• Platz 1-10: Michael Rischke (Ursensollen); Bettina Moser (Sulzbach-Rosenberg); Uwe Bergmann (Schnaittenbach); Lisa Hartinger (Kümmersbruck); Winfried Franz (Neukirchen); Angelie Leißner (Auerbach); Michael Göth (Sulzbach-Rosenberg); Beate Dietrich (Hirschau); Peter Danninger (Auerbach); Brigitte Bradl (Auerbach)

• Platz 11 bis 20: Hans Ram (Ensdorf); Isabell Ebert (Birgland/Illschwang); Felix Müller (Auerbach); Hildegard Gebhardt (Hirschau); Günther Cermak (Auerbach); Veronika Frenzel (Kümmersbruck); David Mandrella (Kümmersbruck); Susanne Trenz (Auerbach); Daniel Hutzler (Schnaittenbach); Elisabeth Strobl (Freudenberg)

• Platz 21-30: Daniel Weidner (Hahnbach); Heike Hartmann (Neukirchen); Michael Scherer (Sulzbach-Rosenberg); Anna-Lena Schertl (Auerbach); Norbert Mitlmeier (Ursensollen); Anna Heigl (Poppenricht); Udo Fechtner (Kümmersbruck); Gabi Rubenbauer (Sulzbach-Rosenberg); Andreas Koch (Freudenberg); Evi Teich (Rieden)

• Platz 31-40: Hans Hartinger (Kümmersbruck); Ralf Schneider (Hirschbach); Gerd Geismann (Sulzbach-Rosenberg); Klaus Kurz (Edelsfeld); Rudi Wild (Hirschau); Holger Joschko (Sulzbach-Rosenberg); Peter Metschl (Auerbach); Bastian Bartmann (Ensdorf); Josef Götz (Hahnbach); Johannes Ambros (Poppenricht)

• Platz 41-50: Robert Klima (Auerbach); Gerhard Schnabel (Rieden); Josef Birner (Hirschau); Horst Kölbel (Edelsfeld); Mario Eckl (Poppenricht); Heike Bär (Birgland/Illschwang); Markus Baumgärtl (Auerbach); Markus Zagel (Poppenricht); Markus Hackl (Schmidmühlen); Thomas Steiner (Sulzbach-Rosenberg)

• Platz 51-60: Ismail Ertug (Kümmersbruck); Georg Söldner (Rieden); Volker Jung (Hahnbach); Felix Dötsch (Auerbach); Peter Karzmarczyk (Kümmersbruck); Norbert Gradl (Auerbach); Karl-Heinz König (Sulzbach Rosenberg); Anja Rönnebeck (Ursensollen); Manfred Kick (Schnaittenbach); Heike Graf(Sulzbach-Rosenberg)

Ziel der SPD bei der Kommanulwahl: Mehr Kreistagssitze

Winfried Franz, Fraktionssprecher der SPD im Kreistag, hatte das Schlusswort bei der Versammlung in Oberleinsiedl (Gemeinde Ursensollen). „Es war eine solidarische Versammlung, die auch viele junge Mitglieder der Partei nach vorne gebracht hat“, sagte er.

In Erinnerung an das Motto des ehemaligen SPD-Landrats Armin Nentwig, „Der Landrat für alle“ sein zu wollen, würde für Rischke das Motto „Der Landrat für dich“ gut passen. Mit Blick auf die aktuellen zehn Sitze der SPD im Kreistag gab Franz das Ziel „Zehn plus“ aus.