Millionenschweres Projekt: St. Anna Krankenhaus weihte neuen Trakt in Sulzbach-Rosenberg ein

Von Florian Wein · 4. September 2025 um 19:00

Zehn Jahre an Planungs- und Bauzeit haben ein Ende gefunden: Nun konnte in Sulzbach-Rosenberg der neue Kliniktrakt des St. Anna Krankenhauses eingeweiht werden – mit mehr als 400 geladenen Gästen. Vom Freistaat Bayern gab es für die aktuelle Umstrukturierungsmaßnahme eine Förderung in Höhe von 18,7 Millionen Euro.

Der Landrat hat das Krankenhaus immer im Blick – im wahrsten Sinne des Wortes. Bei der festlichen Einweihung des neuen Klinik-Traktes am St. Anna Krankenhaus Sulzbach-Rosenberg erwähnte Amberg-Sulzbachs Landrat Richard Reisinger, dass er von seinem Wohn- und Schlafzimmer stets auf das Gelände blicken kann.

Der Teil-Neubau des St. Anna Krankenhauses ist ein positives Beispiel dafür, wie wir die Herausforderungen der Krankenhausstrukturreform meistern können und werden.

Judith Gerlach, Bayerische Gesundheitsministerin

Somit konnte er auch die mehr als zehnjährige Planungs- und Bauzeit mitverfolgen, die nun ein feierliches Ende fand. Mehr als 400 geladene Gäste aus Politik, Gesundheitswesen, der Belegschaft und von Kooperationspartnern waren anwesend, um den Trakt, der mit braun-orange-gelblichen Farbelementen an der Außenfassade ein Hingucker geworden ist, zu eröffnen.

Bayerns Gesundheitsministerin Gerlach war zu Gast

Auch Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach ließ es sich nicht nehmen, einige Worte über den „Meilenstein für die Gesundheitsversorgung in der Region“ zu verlieren. „Der Teil-Neubau des St. Anna Krankenhauses ist ein positives Beispiel dafür, wie wir die Herausforderungen der Krankenhausstrukturreform meistern können und werden“, so die 39-Jährige. Der Freistaat Bayern fördere die aktuellen Umstrukturierungsmaßnahmen mit 18,7 Millionen Euro.

Landrat Richard Reisinger betonte, dass das neu errichtete Bauteil 5 der Klinik nicht nur die Versorgung kritisch und schwerstkranker Menschen verbessert. Damit würde man auch „attraktive Ausbildungs- und Arbeitsplätze schaffen – vor allem in einer immer älter werdenden Gesellschaft“.

Das Gebäude ersetzt einen Altbau aus den 1950er Jahren. Mit seiner Fassadengestaltung ist es auch ein Hingucker. - Foto: Florian Wein

Der hochmoderne Gebäudekomplex ersetzt einen Altbau aus den 1950er Jahren und ist direkt an das bestehende Krankenhaus angebunden. Er beherbergt auch eine neu konzipierte Berufsfachschule für Pflege, eine Intensivstation mit bis zu 14 High-Care-Plätzen sowie helle und großzügig gestaltete Dienst- und Funktionsräume. Damit hat sich die Intensivstation flächenmäßig fast verdoppelt.

Mit dem Neubau verfolgt das St. Anna Krankenhaus auch das Ziel, ein „Green Hospital“ zu werden. Dafür sorgen eine nachhaltige Energieversorgung über ein eigenes Blockheizkraftwerk, Photovoltaik-Anlagen und eine neue Technikzentrale. In Sulzbach-Rosenberg sieht man sich zudem als Vorreiter bei der Digitalisierung und betonte die Anwendung von KI-gestützter Diagnostik und digitalen Medikamentenplänen.

Appell an die Regierung

Im Jahr 2010 begann die Generalsanierung mit dem Neubau des Parkdecks. In zwei Bauabschnitten wurden in der Folge zahlreiche Bau- und Modernisierungsmaßnahmen am St. Anna Krankenhaus umgesetzt – darunter die Endoskopie, OP-Interimsbereiche, das Fachärztezentrum, das MRT und das neue Labor. Ein dritter Bauabschnitt zur Modernisierung der Hauptbettenstation ist bereits in Planung und erfolgt in den kommenden Jahren. Roland Ganzmann, Vorstand des Kommunalunternehmens Krankenhäuser des Landkreises, zeigte sich bei der Eröffnung begeistert: „Mit Bauteil 5 erreichen wir ein neues Niveau in der medizinischen Versorgung. Wir sind bereit für die Zukunft.“

Landrat Richard Reisinger appellierte zum Ende seiner Eröffnungsrede an Staatsministerin Judith Gerlach, dass der ländliche Raum weiterhin hinreichend und optimal stationär versorgt gehöre. „Ich gehöre zu den Babyboomern, wir rücken in den geriatrischen Lebensabschnitt vor“, so der Sulzbach-Rosenberger.

Er zeigte sich froh, dass vor seiner Haustüre nun etwas Ruhe einkehren kann. Vor allem die „300 Betonpfähle, die implantiert wurden“, konnte er als stiller Beobachter und Zuhörer nur zu gut wahrnehmen.