Schattengarten auf der Landesgartenschau in Furth im Wald: Betreiber ziehen Fazit

Drei Top-Touristiker, Alexander und Rolf Schüler sowie Ulrich Stöckerl, haben mit ihrem Schattengarten auf der Landesgartenschau (LGS) in Furth im Wald (Landkreis Cham) mitgemischt. Mit Begeisterung.
Was übrig bleibt und wie es jetzt weitergehen muss, damit die Euphorie des Sommers in die Zukunft gerettet werden kann, haben sie im Gespräch erläutert.
Wir sitzen im Café. „Das ist unser zweites Büro“, sagt Rolf Schüler, die anderen beiden lachen. Auf den ersten Blick eine unkonventionelle Feststellung. Unkonventionell, wie die Drei selbst. Aber in der Kaffeehausatmosphäre lässt sich besser Ideen spinnen und entwickeln, als im Büro. Rolf und Ulrich kennen sich seit der Bundeswehr. Als Stöckerl im Anschluss an die Zeit die Idee hatte, an einen Teich einen Bunker zu bauen, damit man unterirdisch die Fische beobachten kann, haben ihn die meisten für verrückt gehalten.
Einer hat nicht gelacht
Rolf Schüler nicht. Er rückte mit dem Bagger an und half. Seither sind rund 40 Jahre vergangen, heute lacht keiner mehr, im Gegenteil: Die Erlebniswelt Flederwisch der Schüler-Brothers, Stöckerls Wildgarten und die Felsengänge, die gemeinsam betrieben werden, hat die Drei an die Spitze der Toptouristiker in der Region gespült.
Kein Wunder also, dass sie gefragt wurden, ob sie für die Landesgartenschau etwas machen wollen. Sie wollten, aber auf ihre ganz eigene Art – flederwisch- und wildgartenlike. Ohne großes Konzept sind sie die Sache angegangen. „Die Ideen entstehen meist beim Bauen.“
Geworden ist es ein mystischer, teilweise apokalyptischer kleiner Park mit Skulpturen und Sitzmöglichkeiten und anderen Dingen, wie dem großen Göttersitz. „Unsere Sicht, wie ein Garten aussehen soll , ist ja eine völlig andere“, hat LGS-Geschäftsführerin Claudia Knoll bei der Dankesfeier für alle Beteiligten lachend gesagt (wir berichteten).
Positive Resonanz von allen Seiten
Aber auch sie musste einräumen, dass die Umsetzung gelungen war. Positive Resonanz gab es von allen Seiten: „Die Leute waren begeistert“, so Alex Schüler. Viele haben auch die Möglichkeit genutzt und nach dem Gartenschaubesuch noch den Erlebniswelten einen Besuch abgestattet. Das persönliche Fazit ist also durchweg positiv, auch weil man viele Werbeflyer unter die Leute gebracht hat und die Besucher ganz erstaunt waren, wie schön Furth im Wald ist.
Ein Beispiel hat Rolf Schüler. Ein Busfahrer, der eine Gruppe in die Drachenstadt kutschiert hat, sagte ihm, er sei Mitglied in mehreren Vereinen und würde sicher mit jedem einzelnen wiederkommen. „Dann“, so der Touristikprofi, „ist es auch egal, wo er zuerst hingeht. Diesmal zu uns, nächstes Mal zu Uli, alle profitieren davon.“ Stöckerl nickt: „Dann gehen sie noch in der Gastronomie essen, trinken einen Kaffee oder gehen shoppen.“
Das sei das Konzept, das für die Zukunft wichtig sein wird. Die Besucherzahl kontinuierlich steigern. „Bad Kötzting ist die Gesundheitsstadt, Cham Kreis- sowie Einkaufsstadt und wir sind dann die Touristikstadt“, so Stöckerl.
Die Gartenschau war aber auch aus einem anderen Grund ein grandioser Erfolg, da sind sich alle drei sicher. Der Zusammenhalt unter den Ehrenamtlichen, aber auch bei allen anderen, die mitgeholfen haben, war hervorragend. Diese positive Stimmung gelte es abzusichern. Den Blick nur auf eine Steigerung von Veranstaltungen zum Beispiel in der Parkarena zu werfen, findet Rolf Schüler falsch. „Events haben wir ohnehin viele.“
Wichtig wird demnach sein, wie man mit den materiellen Dingen umgeht. Die großen Blumentöpfe in der Stadt sollten beispielsweise bleiben. Auch die Blumendeko vor der ehemaligen Apotheke sei ein belebendes Element. Auch den Weinstand würde man gerne wieder sehen. Ohne zu viel zu verraten, sagt er, es habe schon positive Signale seitens der Stadt gegeben. Apropos Parkarena: Es wird sich zeigen, wie sie von Veranstaltern nachgefragt wird, denkbar wäre für Alex Schüler auch die Further Messe dort hinzuverlegen. Wenn es ein Gartenthema gibt, wäre man auch dabei.
Der Schattengarten bleibt
Der Schattengarten bleibt erst einmal. Dazu gehören auch die Tonmasken, der Zipperersteg und die Ruhebänke. Weg kommt beispielsweise der Pflanzroboter und einige andere Dinge aus dem apokalyptischen Bereich. „Unser Plan ist es, den Garten im kommenden Jahr noch einmal zu pflegen und ihn danach der Stadt zu übergeben.“ Ein teures Geschenk, schließlich hat man gemeinsam rund 40.000 Euro investiert.
Mitgemacht haben sie anfangs, weil es in den sozialen Netzwerken so viele negative Kommentare gab. Da habe man sich gesagt: „Wir schimpfen nicht, sondern machen als Vorbilder mit.“ Inzwischen ist man mächtig stolz, dabei gewesen zu sein. In der Erlebniswelt Flederwisch wird ein Schaukasten installiert, da kommen die Dankesurkunden rein und darüber steht: Wir waren dabei!