Naturschützer in Regensburg warnen: Parkhaus am Unteren Wöhrd wird „Klotz am Bein“

Von Juliana Ried · 9. Oktober 2025 um 19:00

Im Juli hatte Raimund Schoberer, Kreischef des Bund Naturschutz (BN), den Stadtratsbeschluss zum Bau eines Parkhauses am Unteren Wöhrd samt damit verbundener Verkehrsberuhigung noch eine „große Verbesserung“ genannt – unter anderem wegen der Begrenzung des Baugrunds auf das Areal des ehemaligen Eisstadions. Am Donnerstagnachmittag holte er mit Albrecht Muscholl-Silberhorn und Oliver Ehrlich, ebenfalls Mitglieder der BN-Kreisvorstandschaft, zum Rundumschlag gegen das Projekt aus.

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„Was wir jetzt vorgelegt bekommen haben, lehnen wir entschieden ab“, sagt Schoberer. Sein Fazit zum Parkhaus: „Das wird ein Klotz am Bein.“ Zu dieser Auffassung sei der BN gekommen, nachdem er sich intensiv mit dem Bebauungsplanentwurf beschäftigt habe, den die Stadt erneut öffentlich ausgelegt habe. Bald sollen die Stadträte darüber entscheiden, vorher aber will Schoberer sie und die Öffentlichkeit warnen.

Der BN nennt die Planung klimaschädlich. Der Bebauungsplan sei ein Freibrief für Baumfällung nach Bedarf. „Es kann nicht sein, dass auf einer Donau-Insel das Grün so unter die Räder kommt“, wettert Schoberer. Die BN-Anregungen, mehr Grün zu schaffen, seien nicht aufgegriffen worden. Dazu sei das Parkhaus unnötig. Bestehende Bauten wie der auf dem Tech-Campus am Galgenberg hätten einen „Riesen-Leerstand“, so Muscholl-Silberhorn. Finanziell sei das Vorhaben nicht vermittelbar und wohl nicht zulässig, klagt der BN. Während die Regierung der Oberpfalz der Stadt Sparen verordnet habe, solle hier der motorisierte Individualverkehr mit einem zweistelligen Millionenbetrag gefördert werden.

Zudem blockiere die Mobilitätsdrehscheibe mit insgesamt circa 1000 Parkplätzen die Verkehrswende, bei der Regensburg ohnehin hinterherhinke. Gleichzeitig behandle der Bebauungsplan die Verkehrsberuhigung der Altstadt nur „rudimentär“. Schoberer fordert, sie müsse mindestens parallel zum Parkhausbau kommen.

Kritisch sieht er auch, dass die Stadt die alte Planung für einen weiteren Schiffsanleger aufgreife, ohne die Folgen – etwa mehr Verkehr – auszuführen. Auch Verfahrensmängel sieht der BN. Schwer wiegt aus seiner Sicht, dass schon vor der Verabschiedung des Bebauungsplans der Parkhausbau beauftragt worden sei – mit der Folge, dass jetzt Regressforderungen drohen, wenn der Stadtrat doch dagegen stimmt. „Das bedeutet, dass die Entscheidung nicht mehr frei ist“, kritisiert Schoberer.

Stadtsprecherin Katrin Holzgartner sagt dazu: „Es kann nicht erkannt werden, gegen welche rechtliche Vorgabe des Baugesetzbuches verstoßen wurde oder wird.“ Auch räume der Plan dem Grün „eine möglichst hohe Wertigkeit“ auf dem Areal ein. Dass wohl sieben Bäume gefällt werden müssten, werde ausgeglichen. Ergänzend würden mindestens zehn neue gepflanzt.