Für Chamer Rockfans: Ralf Weber organisiert Disconacht im Moonlight, Fun und Flash

Von Tanja Fenzl · 8. Oktober 2025 um 19:00

Die vier DJs haben in den 90ern und frühen 2000ern alles mitgemacht, was das Nachtleben im Landkreis Cham und darüber hinaus zu bieten hatte: Fun (Cham), Rast (Rötz), Moonlight und Areal (Cham), Penker (Ascha), Revolution (Teisnach), Easy, Woodstock (Straubing), Flash (Kötzting). Am Samstag lassen Rally, Andix, Franz und V-Mich die kultigen Rocknächte auferstehen. Und: Wir sammeln Erinnerungen ans und vom Disco-Fieber von früher. Bitte her damit!

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Die Tatsache, dass die Erstauflage des RockBlock Anfang des Jahres ein großer Erfolg wurde, lässt Organisator Ralf Weber auf eine tolle Partynacht hoffen. 800 Besucher machten im Januar im LA die Nacht zum Tag und die Veranstaltung des Kegelvereins Chamer Ritter zu einem Hit. Die Ausweitung der Motto-Partys von einer reinen Moonlight-Revival-Party hin zu einer musikalischen Reminiszenz an alle früheren Rock-Discos im Landkreis sei die richtige Entscheidung gewesen, meint Weber deshalb. „Es wird immer schwieriger, die 50-, 60-jährigen Moonlight-Stammgäste aus dem Haus zu bringen“, grinst Weber, selbst Anfang 50. „Wir wollten die Zielgruppe erweitern.“

Alte Clubs und bunte Hunde

Immerhin sind die Revival-Partys und die RockBlock-Nacht eine der wenigen Einnahmequellen der Kegler, von denen viele selbst früher in Ostbayerns größter Disco – so wurde damals das Moonlight beworben – aufgewachsen sind. So wie Weber, der auch jetzt noch in verschiedenen Discos bei Ü30-Partys und Veranstaltungen für die ältere Zielgruppe auflegt. Beim ersten RockBlock ließ sich auch die Bikerszene aus ganz Ostbayern blicken.

Organisator Ralf Weber freut sich auf Samstag - Foto: M. Schießl

Besonders glücklich ist Weber, dass er DJ Franz dazu überreden konnte, wieder mit dabei zu sein. „Der legt eigentlich wirklich nicht mehr auf, höchstens noch zwei-, dreimal im Jahr. Er wollte aber unbedingt dabei sein, weil es ihm letztes Mal so viel Spaß gemacht hat“, erzählt Weber über seinen DJ-Kollegen, der früher ein bunter Hund in der Szene war und unter anderm im Flash, Fun und Woodstock vom Mischpult nicht wegzudenken war.

Das Chamer Nachtleben früher: fast schon stressig

Denn gerade als Rockfan hatten viele vor 20, 30 Jahren eine feste Wochentour: Mittwoch Fun, Donnerstag Flash, Freitag Moonlight, Samstag Woodstock. Fast alle Discos und Clubs der Region hatten damals jenen festen Rock-Tag – und daran bauten sich viele ihren Fortgeh-Kalender zusammen.

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Kaum zu glauben, dass es eine Zeit gab, als es im Landkreis gut ein Dutzend größere Discotheken gab – dazu noch zahlreiche kleine Dorf-Discos und etliche clubartige Bars. Während in Cham ziemlich zeitgleich Moonlight, Sax und Vanity, später Crocodile und Sax in der Badstraße zuhause waren und in Cham-Janahof Fun und Lollipop (über dem K+B-Fachmarkt) sowie auf der Schanze das Easy geöffnet hatten, gab es in Rötz bereits die Rast, die das Discosterben bis in die Gegenwart überdauert hat, in Waldmünchen das Factory und das Fantasia, in Roding das Galaxy, in Bad Kötzting das Cockpit sowie das Flash mit Extra, und in Furth im Wald war in der Nähe vom Bahnhof das Frank über einen dunkleren Hinterhofeingang zu erreichen. Den Zeitgeist von damals mit den bekannten Rocksongs, die damals in jeder Rocknacht gespielt wurden, das haben die Veranstalter rund um Ralf Weber mit dem RockBlock vor.

In zwei Areas legen vier DJs Rockmusik auf. Eine professionelle Sound- und Lichtanlage wird dazu aufgebaut. - Foto: Ralf Weber

Am Samstag wird das LA deshalb zu zwei Discos umgebaut, mit hochwertigen Sound- und Lichtanlagen. In der EventHall sollen Fans des Classic Rock auf ihre Kosten kommen – mit den besten Rockhits aus Moonlight, Fun und Areal, die DJ Andix und DJ Rally dabei haben. Im Cafe vorne wird es Hard’n Heavy, mit allem, was so richtig rockt und dem Sound des LA. „Die Zusammenarbeit mit den Inhabern des LA, den Wittmanns, ist super“, lobt Ralf Weber die Herbergsleute.

Bis zu 1000 Besucher

14 Partys haben Weber und sein Team bisher organisiert, teilweise kamen über tausend Rockfans zu den Veranstaltungen. Doch auch Weber merkt, dass die Leute einfach nicht mehr so spontan ausgehen wie früher. „Das liegt meiner Meinung nach am Handy. Die Leute müssen einen bestimmten Anlass haben zum Weggehen, ein Event wie unsere Partys. Früher hatten die Discos einfach geöffnet, und man ist spontan hingegangen und hat spontan Leute getroffen. Das gibt es so heute ja gar nicht mehr.“

Gerade deshalb hätten Veranstaltungen wie der RockBlock gute Chancen, ein größeres Publikum anzuziehen. „Die Leute suchen sich heute schon genauer aus, wohin sie gehen, wenn sie schon aus dem Haus kommen“, sagt er.

Einlass zum RockBlock im LA in Cham ist am Samstag, 11. Oktober, um 18 Uhr, der Eintritt kostet 8 Euro.

Wer erinnert sich? Schickt uns Fotos und mehr

• Damals: Eine Pizza hinten im Flash, dann ein Guinness in der kleinen Irish Bar, eine Partie Billard im Spielbereich im Moonlight oder einmal Tetris im Factory, danach auf die Tanzfläche oder auf eine Goaßmaß an die Stehtische: Wer erinnert sich an Strip-Abende im Easy, süßlich riechende Nächte im Cockpit oder Miss-Wahlen im Moonlight? Wer weiß noch, was es wo überall zu essen gab – denn fast jede Disco hatte damals auch einen Bistrobereich. Wer weiß die Starter-Songs in den Discos, zu denen pünktlich zur Öffnung die Lichtmaschine in aller Pracht vorgeführt wurde? Wer war dabei, als ein Hypnotiseur im Moonlight reihenweise Leute auf der Bühne in Trance versetzte, wer erinnert sich an die Anfangszeit im Sax, als der hintere Bereich abgetrennt wurde, damit es vorne „voller“ aussah? Wer hat sich die Jeans an den speckigen Teppich-Treppen im Vanity vollgeklebt, wer kann sich erinnern, welche Filme im Cockpit gezeigt wurden? Wo war Euer Stammplatz? Was Euer Llieblingssong?

• Aufruf: Hat jemand handfeste Erinnerungen an Fun, Lollipop, Flash & Co? Fotos, Eintrittskarten, Plakate? Und: teilt Eure Erinnerungen mit uns und anderen. Schreibt uns oder schickt uns Fotos und Texte, wir würden das gerne sammeln und veröffentlichen. Sendet eine E-Mail an: echo@mittelbayerische.de!