Videokamera installiert: Zerstörungswut am Esper in Roding soll gestoppt werden

Viel Geld kostet die Stadt Roding (Landkreis Cham) jedes Jahr das Wüten Unbekannter, die öffentliches Eigentum kaputt schlagen, beschmieren oder entwenden. Vielfaches Ziel der Vandalen war die öffentliche Toilettenanlage am Esper. Dem soll nun Einhalt geboten werden: Der Bereich wird nun videoüberwacht. Damit sollen Vandalen abgeschreckt oder zumindest ermittelt werden, um ihnen die Rechnung zu präsentieren.
Der Stadt Roding ist hier der Geduldsfaden gerissen. Denn in regelmäßigen Abständen wird die Toilettenanlage am Rodinger Esper durch Unbekannte beschädigt, musste teils für mehrere Wochen für Reparaturen geschlossen bleiben. Die Schäden hätten sich mittlerweile auf eine stolze Summe aufsummiert, so Bürgermeisterin Alexandra Riedl. Am Mittwoch teilte sie bei einem Pressetermin mit, dass ab sofort der Eingang der Toilettenanlage videoüberwacht wird.
Kamera filmt ausschließlich den Eingang
Und sie betonte dabei explizit, dass die Kamera so eingestellt sei, dass ausschließlich der Eingang überwacht werde und nicht die vorbeifahrenden Fahrzeuge aufgenommen würden. Es werde hier also nicht kontrolliert, wer wie oft oder gar wie lange parkt.
Für die Bürgermeisterin liegen die Gründe dafür auf der Hand: „Gerade in den letzten zwei Jahren haben sich die Vandalismusschäden gehäuft, so dass wir oft über mehrere Wochen zusperren mussten.“ Und wie das Stadtoberhaupt betonte, habe man die Anlage gebaut, um sie auch 365 Tage im Jahr nutzen zu können.
Es galt, viele rechtliche Dinge abzuklären und uns entsprechend abzusichern.
Bürgermeisterin Alexandra Riedl
Der Weg jedoch, bis solch eine Kamera installiert werden durfte, war ein langer, beschreibt Alexandra Riedl: „Es galt, viele rechtliche Dinge abzuklären und uns entsprechend abzusichern.“ Die Nachbarstadt Cham etwa hatte eine Kameraüberwachung am Marktplatz zur Vandalenabwehr nach Prüfung immer wieder fallen lassen müssen – aus Datenschutzgründen der Gefilmten.
Der Verwaltungschef im Rathaus, Josef Kaml, erklärte die rechtlichen Hintergründe. Es gehe dabei vor allem um Persönlichkeitsrechte und Datenschutz. So wurden viele Gespräche im Vorfeld geführt – um die Notwendigkeit zu begründen, mussten in sämtlichen Dokumenten die vielen Vandalismusschäden aufgeschlüsselt werden. In Zusammenarbeit mit dem Datenschutzbeauftragtem Stefan Michl wurde die Videoüberwachung so auf sichere und rechtliche Beine gestellt. „Wir sind auch rechtlich zu 100 Prozent abgesichert. Gleichzeitig hoffen wir nun, dass in der Toilettenanlage nichts mehr passiert“, so Kaml.
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Gleichzeitig betonte er auch, dass die Installation der Videoüberwachung erst dadurch möglich war, dass in den zurückliegenden Jahren in regelmäßigen Abständen große Schäden durch Vandalismus entstanden seien. „Das war stets mit purer Absicht, und immer wieder haben wir uns mühsam zusammen mit der Polizei auf Tätersuche machen müssen“, so Kaml. Mit der Videoüberwachung hoffe man nun, dass hier Ruhe einkehre.

Abschließend machte Bürgermeisterin Alexandra Riedl aber auch deutlich, dass man nun wisse, was man für Unterlagen brauche, um eine Videoüberwachung zu starten. So kündigte sie auch für einen zweiten Ort eine Videoüberwachung an. Welcher Ort hier gemeint ist, da ließ sich die Bürgermeisterin noch nicht in die Karten schauen. Vandalismus gab es in den vergangenen Jahren an mehreren Orten in Roding.
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Dass die Kameraüberwachung durchaus Erfolg haben kann, ist in Roding erst im Juli dieses Jahres bewiesen worden. An einem Sonntagabend war ein Mann unbefugt in ein Hotel in der Rodinger Innenstadt eingedrungen. Dort entwendete er mehrere Pfandflaschen. Die Polizei konnte den Täter mit Hilfe der dort installierten, hauseigenen Videoüberwachung identifizieren. Anhand der Kamerabilder war der Mann gut zu erkennen.
Erinnung an Mörder an Rodinger Tankstelle
Kameras gibt es in Roding bereits an mehreren Stellen – auch im öffentlichen Raum, etwa am Bahnhof, wo einige Kameras das Geschehen überwachen. An den Rodinger Tankstellen überwachen – wie wohl überall – Videokameras die Zapfsäulen und deren Nutzer, um eine Tanken ohne Bezahlung zu vermeiden. Diese Kameras nehmen aber auch schon einmal Dinge auf, die eher am Rande passieren, die im Ernstfall nützlich sind.
Spektakuläres gab es etwa 2020 auf einer Kameraaufzeichnung einer Rodinger Tankstelle zu sehen. Der damals noch als mutmaßlicher Doppelmörder gesuchte und später als solcher verurteilte Karlheinz R. aus Schwandorf wurde von einer Überwachungskamera an einer Tankstelle bei Roding gefilmt. Er war auf einem Fahrrad unterwegs. Seit Januar 2024 wird zudem die Rodinger Stadtpfarrkirche videoüberwacht, nachdem es einige Vorfälle dort gab. Um die Sicherheit der Besucher gewährleisten zu können, wurde nach mehreren Vorfällen von Vandalismus auf Anraten der Polizei eine Videokamera installiert, die den Haupteingang und das Kirchenschiff filmt.