Jagdschloss Thiergarten: Nach den Flammen bleibt nur Fassungslosigkeit

Von Thomas Kreissl · 7. Oktober 2025 um 18:11

Was bleibt, ist Fassungslosigkeit, Leere und Schmerz. Mit diesen Gefühlen hat der verheerende Brand im Jagdschloss Thiergarten bei Donaustauf im Landkreis Regensburg all jene zurückgelassen, die dort gearbeitet oder einen großen Teil ihrer Freizeit verbracht haben. Sagen wollten die Betroffenen am Dienstag dazu noch nichts. Zu Wort gemeldet haben sie sich trotzdem.

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Nach einem solchen Unglück ist es für einen Verein gar nicht so einfach, zu seinen Mitgliedern Kontakt aufzunehmen. Das gilt auch für den Golf- und Landclub Regensburg, dessen Clubhaus mit dem Jagdschloss in Flammen aufgegangen ist. Immerhin zählt der Verein mehr als 1000 Mitglieder. Büros und Sekretariat waren in dem Gebäude untergebracht.

Bis auf die Grundmauern abgebrannt

Trotzdem ist es dem Vorstandsteam gelungen, wieder auf die Mitgliederdaten zuzugreifen. In einer Mail hat der Vorstand die Mitglieder über den Sachstand informiert. „Dass unser wunderschönes Clubhaus bis auf die Grundmauern abgebrannt ist, können wir aktuell noch gar nicht richtig fassen und versuchen jetzt einfach nach vorne zu schauen“, heißt es darin.

Es ist die erste Aussage der Vereinsverantwortlichen zu dem Unglück. Zumindest gegenüber der MZ wollte sich der Vorstand bislang nicht äußern. Allerdings hatten die Verantwortlichen in den Stunden nach dem Brand auch genug damit zu tun, sich einen ersten Überblick über die Lage zu verschaffen.

Brand Jagdschloss im Thiergarten: Golfplatz bleibt zunächst gesperrt

Wie schwer das ist, bestätigte Clubmanager Christian Früh gegenüber dem Internetportal golf.de: „Momentan können wir die Anlage nicht betreten. Wir müssen abwarten, bis Brandermittler und Gutachter das Gelände freigeben“, wird er dort zitiert.

Klar ist: Der Golfplatz bleibt zunächst gesperrt. Das machte der Vorstand in seinem Schreiben deutlich und begründete dies mit den Untersuchungen durch die Brandsachverständigen von Polizei und der Versicherungen. Zudem sei aufgrund der Einsturzgefahr eine weiträumige Absperrung erforderlich.

Nachbarvereine bieten Unterstützung an

Doch es gibt auch Solidarität und Hilfsbereitschaft für den Club. So hat der Golfclub Schwanhof den Mitgliedern des Golf- und Landclubs angeboten, bis zum 30. Oktober kostenlos auf der dortigen Anlage zu spielen. Beim Golfclub Bad Abbach Deutenhof ist das noch bis zum 15. Oktober möglich. „Für die tolle Unterstützung möchten wir uns ausdrücklich bedanken“, heißt es in dem Schreiben an die Mitglieder.

Per Facebook zu Wort gemeldet hat sich mittlerweile auch das Team des Restaurants Jagdschloss Thiergarten. Vor gut zwei Jahren haben Elena und Michael Kreuzer das Restaurant in dem herrschaftlichen Gebäude übernommen. Die MZ erreichte die Gastronomin telefonisch am Brandort, doch hatte sie dort im Anblick ihres in Flammen aufgegangenen Restaurants und unmittelbar vor dem Termin mit der Versicherung keinen Sinn für öffentliche Erklärungen.

„Ein Stück Geschichte in Flammen“

Die folgten über die Sozialen Medien. „Ein Stück Geschichte in Flammen“, heißt es dort. Der Brand habe nicht nur Mauern vernichtet, sondern auch Erinnerungen, Träume und unzählige Stunden harter Arbeit, schreibt das Team des Restaurants, das sich ebenso wie den Golfclub vor einem Scherbenhaufen sieht.

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Mit gemischten Gefühlen blickt Kreisbrandrat Johann Bornschlegl auf den massiven Löscheinsatz am Jagdschloss im Thiergarten. „Wir hatten eigentlich keine Chance“, sagt der Chef der Feuerwehren im Landkreis zu den Versuchen der rund 200 Einsatzkräfte, das Jagdschloss vor den Flammen zu retten. Dank einer Reihe von Übungen in der Vergangenheit waren die Feuerwehren Donaustauf und Sulzbach unter der Leitung von Christopher Möck optimal auf einen möglichen Einsatz auf dem Gelände vorbereitet.

Einsatzkräfte waren gut vorbereitet

Sie wussten, dass das Wasser in der Löschwasserzisterne für einen Brand dieser Größenordnung nicht ausreicht. Sie wussten, wie und wo die Schlauchleitungen und Pumpen platziert werden müssen, um Löschwasser vom Otterbach zum Brandort zu bringen. Und sie wussten, dass die enge Zufahrtsstraße von der Hammermühle zum Jagdschloss zum Nadelöhr werden kann, wenn der Verkehr der Rettungsfahrzeuge hier nicht exakt abgestimmt wird. Trotzdem war das historische Gebäude schon beim Eintreffen der Rettungskräfte nicht mehr zu retten, berichtet der Kreisbrandrat.

„Das Jagdschloss stand in Vollbrand“, umschreibt er im Feuerwehr-Deutsch die Situation für die Feuerwehrleute. Überall schlugen die Flammen aus dem Gebäude. Für die Feuerwehrleute wäre es lebensgefährlich gewesen, dort hinein zu gehen. Es sei eigentlich nur noch darum gegangen, das Feuer einzudämmen und die anderen Gebäude auf dem Gelände vor den Flammen zu schützen, erklärt Bornschlegl.

Zwölf Feuerwehren kämpften gegen die Flammen

Zumindest das ist den insgesamt zwölf Feuerwehren gelungen, die alarmiert wurden. Neben den beiden örtlichen Feuerwehren sowie der Berufsfeuerwehr und der Feuerwehr Neutraubling mit ihren Drehleitern rückten Einsatzkräfte aus Barbing, Sarching, Tegernheim, Altenthann, Lichtenwald, Bach, Demling und Frengkofen an. Der größte Teil davon war in der Nacht vor Ort. Doch der Kampf gegen Glutnester zog sich noch nahezu den ganzen Tag bis gegen 17 Uhr hin. Ein kleine Gruppe von Feuerwehrleuten war allerdings noch bis in die Nacht hinein am Ort des Geschehens. Trotz des letztlich vergeblichen Kampfes um das Jagdschloss, haben die Helfer nach Ansicht des Kreisbrandrats optimal zusammengearbeitet: „Wir hätten an keiner Stellschraube mehr drehen können.“