Nach Flammen-Inferno im Jagdschloss: Gloria von Thurn und Taxis ist erschüttert

Gloria von Thurn und Taxis ist tief berührt: Trotz eines Großeinsatzes von rund 200 Rettungskräften ist das ehemalige Fürstliche Jagdschloss im Thiergarten bei Donaustauf (Landkreis Regensburg) in der Nacht zum Montag vollständig ausgebrannt. „Das ist schrecklich“, reagierte sie auf die Zerstörung des mehr als 100 Jahre alten Gebäudes. Sie hat selbst eine besondere Verbindung zu dem Schloss.
Gegen 0.30 Uhr hatten Anwohner aus Sulzbach eine Rauchentwicklung im Bereich des ehemaligen Jagdschlosses bemerkt. Das Anwesen wird als Clubhaus des Golfund Landclubs Regensburg genutzt. Auch ein Restaurant gibt es dort. Abgesehen davon ist das Gebäude aber unbewohnt. Zum Zeitpunkt des Brandes befand sich offenbar niemand in dem Haus. Personen kamen nicht zu Schaden, berichten die Polizei und Kreisbrandrat Johann Bornschlegl.
Das Fürstenhaus zeigte sich tief berührt von der Tragödie der Nacht. Gloria von Thurn und Taxis sagte zur Mittelbayerischen Zeitung: „Erschüttert haben wir von dem Großbrand und der Zerstörung des Golfclub-Hauses Schloss Thiergarten erfahren. Schrecklich!“ Die Adelige selbst ist nach eigenen Angaben leidenschaftliche Golferin: „Es ist grausam“, sagte sie. Der schönste Golfplatz Deutschlands habe kein Clubhaus mehr. Sie selbst habe im Club begonnen, Golf zu spielen. „Ich bin tief traurig“, betonte sie. Man warte nun die Ermittlungen ab, erklärte die Unternehmerin gestern.

Jagdschloss in Donaustauf stand lichterloh in Flammen
Nach Auskunft von Abschnittsleiter Wolfgang Weigert von der Feuerwehr Donaustauf vor Ort, waren die Einsatzkräfte nach der Erstmeldung zunächst noch von einem Kleinbrand ausgegangen. Deshalb rückten zunächst nur die Feuerwehren Donaustauf und Sulzbach an. Am Ort des Geschehens war den Feuerwehrleuten aber schnell klar, dass hier ein Großaufgebot an Hilfskräften erforderlich ist. Innerhalb kürzester Zeit stand das mehr als 100 Jahre alte Gebäude in Vollbrand. Lichterloh züngelten die Flammen aus dem Gebäude.

Neun Feuerwehren aus der Region Regensburg rückten in der Nacht aus
Insgesamt rückten in der Nacht neun Feuerwehren an, darunter auch die Berufsfeuerwehr aus Regensburg und die Feuerwehr Neutraubling Drehleitern. Die Einsatzleitung hatte der Donaustaufer Feuerwehrkommandant Christopher Möck. Weil das Wasser aus der Löschwasserzisterne nicht ausreichte, um die Flammen zu bekämpfen, musste Wasser aus dem Otterbach bei Hammermühle zum Einsatzort gepumpt werden. Dazu verlegten die Einsatzkräfte zwei rund einen Kilometer lange Schlauchleitungen auf dem Zufahrtsweg zu dem Jagdschloss.

Trotzdem war das Gebäude nicht zu retten. Nur noch die Grundmauern standen am frühen Morgen von dem historisch sehr bedeutenden Bauwerk, dessen Räume prächtig ausgestattet waren. Von der Leitstelle alarmiert wurden auch zwei Fachberater des Technischen Hilfswerks Wörth, die bei Schadenslagen größeren Ausmaßes automatisch hinzugezogen. Nach Auskunft des Wörther Ortsbeauftragten Thomas Heiss, der in der Nacht selbst am Ort des Geschehens war, werden die THW-Einsatzkräfte hinzugezogen, um die Statik des Gebäudes zu beurteilen. Dies dient der Sicherheit der eingesetzten Feuerwehrkräfte.
Bürgermeister Jürgen Sommer sprach in einer ersten Reaktion von einem sehr gut koordinierten Einsatz der Feuerwehren. Hier hätten sich die Einsatzübungen bewährt, die in der Vergangenheit immer wieder auf dem Gelände stattfanden. Sehr froh zeigte sich Sommer, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind. „Jetzt ist die Frage, warum es gebrannt hat“, betonte er.
Brandermittler der Kriminalpolizei Regensburg sind vor Ort
Damit beschäftigt sich jetzt die Kriminalpolizei Regensburg. Noch in der Nacht eilten die Brandermittler der Kripo zum Brandort. Bislang ist allerdings noch völlig unklar, warum das Feuer ausgebrochen ist.

Trotzdem hat die Kriminalpolizei einen Zeugenaufruf veröffentlicht. Zeugen, die in der Nacht von Sonntag auf Montag gegen 0.30 Uhr im Bereich Thiergarten verdächtige Personen, Fahrzeuge gesehen oder sonstige ungewöhnliche Beobachtungen gemacht haben, sollen sich dringend melden. Hinweise nimmt die Kripo in Regensburg unter der Telefonnummer 0941/506-2888 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.
Historischer Ort im Jagdwald der Fürsten Thurn und Taxis
Das Schloss im englischen Jagdhausstil wurde bis Ende des Zweiten Weltkriegs vom Regensburger Fürstenhaus als Sommerresidenz genutzt. In den 1960er Jahren wurde es Sitz des örtlichen Golfclubs. Auch ein gehobenes Restaurant befand sich in dem Gebäude.
Der Fürstliche Thiergarten ist ein mehrere Hektar großes Park- und Waldgebiet, das Anfang des 19. Jahrhunderts als Jagdwald der Fürsten Thurn und Taxis angelegt wurde. 1988 brach hier der damalige bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß (CSU) bei einem Jagdausflug zusammen und starb wenige Tage später in einem Regensburger Krankenhaus.
Der Artikel wird fortlaufend aktualisiert.