Regensburger Schuhladen in der Unteren Bachgasse muss Gründungsstandort aufgeben

Nach über zehn Jahren schließt der Think!-Store in der Unteren Bachgasse. Für Inhaber Stephan Fricke ist dieser Schritt schmerzhaft, vor allem weil Regensburg der Gründungsstandort der Filialen war. „Mir tut das in der Seele weh, gerade bei unserem Gründungsladen“, sagt er im Gespräch.
2013 eröffnete der erste Think!-Store in Regensburg, seit Februar 2014 ist er in der Unteren Bachgasse zu finden. Von hier aus expandierte das Unternehmen und eröffnete weitere Läden in München und Berlin. Doch während die Metropolen von einer größeren Nachfrage profitieren, sei Regensburg trotz vieler Touristen kein idealer Standort. „Meine subjektive Sicht ist, wir haben einfach immer weniger potenzielle Kunden“, so Fricke.
„Würden gerne in Regensburg bleiben“
Hinzu kamen mehrere Belastungen: Erfahrene Mitarbeiter gingen in Rente und der Standort entspräche einfach nicht mehr Frickes Ansprüchen. „Wir würden natürlich gerne in Regensburg bleiben“, sagt er. Das sei jedoch nur möglich, wenn man einen Standort findet, der Kriterien wie zum Beispiel ein größeres Schaufenster erfüllt.
Zudem würden sie nicht mehr das qualifizierte Personal finden, das sie benötigen, erklärt Fricke. „Der reine Kauf wie im Supermarkt funktioniert bei uns nicht – wir setzen auf Verkauf, also dass der Kunde durch mich, den Verkäufer, auf Ideen gebracht wird. Ich muss der entscheidende Faktor sein, warum Kunden ein Produkt kaufen.“
In den 90ern gegründet
Auch der Fachkräftemangel habe die Situation verschärft. Viele Beschäftigte kamen zuletzt nicht mehr aus Regensburg, sondern aus München oder Passau. „Wir quälen uns seit fast zwei Jahren durch“, fasst Fricke zusammen. Die Marke Think!, die in den 90er Jahren entstanden ist, setzt auf nachhaltige Lederschuhe. Das Unternehmen verzichtet weitgehend auf Chromgerbung und setzt stattdessen auf eine pflanzliche Variante. „Das hat nichts mit Öko zu tun, das ist einfach gutes Handwerk“, betont Fricke.
Die Nachfrage nach den Produkten sei weiterhin vorhanden, auch in Regensburg. Doch am Ende war es die „Summe der Dinge“, die den Ausschlag gab. „Wir sind ja nur Kleinunternehmer, machen alles selbst – vom Verkauf bis zum Marketing. Irgendwann geht das nicht mehr.“
Bis Ende Oktober soll der Laden noch für den Ausverkauf geöffnet bleiben.