Regensburg führt einen KI-Führerschein ein: Das hat es damit auf sich

Von Jonas Raab · 7. Oktober 2025 um 07:00

„Servus und willkommen auf der Steinernen“: So begrüßt einen der KI-Fahrlehrer, niemand geringeres als das Bruckmandl, zur Führerscheinprüfung. Dann geht die virtuelle Radltour durch Regensburg auch schon los. Wer sie bis zum Ende absolviert und ein paar Quizfragen richtig beantwortet, bekommt ihn, Regensburgs KI-Führerschein. Warum das Ganze?

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„KI ist eine Basistechnologie“, sagte der städtische Wirtschafts-, Wissenschafts- und Finanzreferent Prof. Dr. Georg Barfuß gestern, als das Projekt in der TechBase vorgestellt wurde. So verglich Barfuß Künstliche Intelligenz etwa mit der Dampfmaschine, Motor und Herzstück der Industrialisierung. „KI ist absolut relevant für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen, für den Wohlstand in Regensburg“, sagte Barfuß, der das Thema naturgemäß weiter vorantreiben will – allerdings nicht nur in den Unternehmen und Hochschulen. „Wir wollen die Bevölkerung miteinbeziehen.“

KI-Lernplattform mit starkem Bezug zur Region Regensburg

KI zu verstehen, sei angesichts eines sich wandelnden Arbeitsmarktes eine Zukunftskompetenz, wichtig für demokratische Teilhabe und „ein Stück weit Selbstbestimmung“, sagte Barfuß, auf dessen Idee hin der KI-Führerschein innerhalb von acht Monaten entwickelt und umgesetzt worden ist. Mit Blick auf vergleichbare Verwaltungsprojekte durchaus Rekordzeit.

Bitte lächeln: Die Projektbeteiligten posieren vor der TechBase für ein Gruppenfoto. - Foto: Jonas Raab

Ziel des Projekts ist es, ein digitales Bildungsangebot zu schaffen, das unterschiedliche Bevölkerungsgruppen – ob jung oder alt, deutsch- oder englischsprachig – auf spielerische, leicht verständliche und praxisnahe Weise für das Thema KI begeistert. Im Fokus stehen dabei konkrete Alltagsanwendungen mit starkem Bezug zur Region. Dafür sorgen auch echte Personen. An einer Station der Führerscheinfahrt erklärt beispielsweise Prof. Dr. Udo Kruschwitz von der Universität Regensburg, welche Technologien sich hinter dem Begriff KI verbergen. Sein Kollege Prof. Dr. Timo Baumann von der OTH Regensburg gibt Tipps zum Thema Prompt, also zur Anweisung an die KI.

Meistert man alle Stationen, setzt sich Stück für Stück ein Lösungswort zusammen. Damit lässt sich der KI-Führerschein – „ein Zertifikat zum Angeben und Staunen“ – schließlich abholen. „Schüler können das in die Bewerbungsmappe legen“, sagte Anne Häner, Projektmanagerin vom Cluster Mobility & Logistics.

Der KI-Führerschein wurde im Rahmen des Smart-City-Projektes R_NEXT in Kooperation regionaler Akteure entwickelt. Umgesetzt hat die Anwendung das Regensburger Start-up i40. „Eine Anfrage, die man nicht alle Tage bekommt“, freute sich Gründer und Geschäftsführer Dr. Philipp V. Ramin. Als „sehr innovativ“ bezeichnete er das Bildungsangebot. „Ich kenne in Deutschland kein einziges vergleichbares Projekt“, sagte Ramin, dessen Unternehmen es sich zum Ziel gemacht hat, Firmen mit Lernsoftware und Qualifizierungsprogrammen im Bereich Digitalisierung fit für die Zukunft zu machen.

Stolzer Besitzer des Zertifikats: Regensburgs Wirtschafts-, Wissenschafts- und Finanzreferent Prof. Dr. Georg Barfuß - Foto: Jonas Raab

In den kreativen Prozess gab Benedikt Dirscherl von i40 Einblicke. „Wir wollen eine Geschichte erzählen“, sagte er. Dirscherl versprach nützliche Praxistipps und kleine Spiele. „Es ist echt kurzweilig.“

Regensburgs KI-Führerschein: Workshop im Schreiberhaus

Die kostenlose Lernplattform ist als Web-Anwendung konzipiert. Erreichbar ist sie ab sofort unter www.ki-regensburg.de. Wer schnell ist, den KI-Führerschein in den kommenden Tagen abschließt und sein Zertifikat mit dem Hashtag #KiRegensburg in sozialen Medien postet, bekommt laut Häner ein Mittagessen in der SpeicherBar, der Cafeteria im Foyer der TechBase, umsonst.

Wer noch Berührungsängste hat, kann sie sich am Mittwoch, 15. Oktober von 17 bis 18.30 Uhr bei einem Workshop im Schreiberhaus nehmen lassen. Eine Anmeldung bei der Stadt ist erforderlich.