Die Stadtbahn fährt, der Jahn wird Meister: So wild malt sich die KI Regensburgs Zukunft aus

Von Jonas Raab · 19. Januar 2024 um 10:00

Sieht so das Regensburg von übermorgen aus? Wir haben die Künstliche Intelligenz gebeten, verschiedene Szenarien in Bildern festzuhalten: Die Stadtbahn fährt, der Jahn ist Meister und dem Waller reicht’s. Ein augenzwinkernder Blick in die Zukunft der Domstadt.

Die Künstliche Intelligenz leidet an Orientierungsschwäche. Jüngst hat das den Mitgliedern einer Regensburger Facebook-Gruppe einen köstlichen Nachmittag beschert. Ein Bildgenerator hatte den Auftrag, zeichne eine blonde Frau, die mit einer Leberkäsesemmel in der Hand an der Donau in Regensburg steht, recht eigen interpretiert. Mit einem Maßkrug in der Hand – ihn zierten mehrere umschlungene Brezen – stand die Frau vor einem Hintergrund, der verdächtig nach Prag aussah, Karlsbrücke inklusive.

Ein Test der MZ zeigt: Innerhalb von drei Tagen hat die Maschine dazugelernt und den Auftrag viel besser umgesetzt (siehe Bild unten). Gut, ein Dom-Turm hat sich auf Wanderschaft begeben, der andere ist untergetaucht. Auch die restlichen Bauten existieren so in echt nicht. Aber: Das Ganze sieht nun viel mehr nach Regensburg als nach Prag aus. Aus dem Maßkrug ist immerhin eine Wurstsemmel geworden.

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Künstliche Intelligenz ist die Zukunft. Da sind sich Experten einig. Deshalb haben wir die Maschine gebeten, drei Zukunftsszenarien zu zeichnen, die sich jeder Regensburger schon einmal ausgemalt hat (zu 100 Prozent).

Szenario eins: Der Goldene Waller greift das Haus der Bayerischen Geschichte an

Was hat er nicht gelitten, unser Waller? „Teurer Unsinn“ schimpfte manch einer, als der Riesenfisch im Jahr 2019 auf seinen Sockel gesprungen kam. Als „Spermie“ musste er sich seitdem fast täglich bezeichnen lassen. Mal angenommen: Was, wenn das Gemüt des viel gescholtenen Flusswels’ weit weniger schlicht als seine Silhouette ist? Er fühlt. Er denkt. Unser Szenario: Es kommt der 8. August 2025. Ein Halbstarker ritzt schon wieder was in den güldenen Torso. Jetzt steht da auch noch „Diggah“, direkt neben „187“ und „F*cken“. Da brennen dem Fisch die Sicherungen durch. „Der Goldene Waller greift das Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg an“, lautet deshalb unser (völlig logische) Auftrag an den Bildgenerator.

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Das Ergebnis: Gewachsen ist er, der Waller – und zum Karpfen geworden. Bedrohlich reißt er sein Fischmaul auf und springt auf das Dach eines ins Wasser gebauten Gebäudes, das dem Bayern-Museum in (rudimentärsten) Ansätzen ähnelt. Drin ist’s wohl trotz Riesenfisch auf dem Dach heller als heute. Von den grauen Gitterstäben, die dem Bau seinen unverwechselbaren Charakter verleihen, fehlt jede Spur. Ob der Karpfen in seiner Tobsucht die Gebäude um das Museum herum ganz lässt? Egal, denn mit den tatsächlichen Bauten rund um den Donaumarkt haben die auf dem Bild (siehe unten) nichts gemein.

Szenario zwei: Der SSV Jahn Regensburg holt die Bundesliga-Meisterschaft

Klar, der Jahn ist von der dritten Liga bis ins Oberhaus durchmarschiert. Aber wer hätte das für möglich gehalten, was laut unseren Überlegungen am 23. Mai 2026 passiert? Was wird das für ein Jubel sein, wenn die Jahnelf am letzten Spieltag der Saison ihren ärgsten Verfolger, den FC Bayern, denkbar knapp mit 5:0 (88., 90., 90.+2, 90.+7, 90.+7) aus dem Jahnstadion schießt und die Meisterschale erstmals in den Regensburger Himmel hievt.

Wobei, glaubt man der Künstlichen Intelligenz, dann wird bis dahin in der Bundesliga nicht mehr um eine Schale, sondern um einen goldenen Pokal gespielt. Sei’s drum: Die Spieler in Rot und Weiß feiern ihren Titel frenetisch, gar beflügelt (siehe Bild unten). Auch von der Hans Jakob Tribüne, die inzwischen in „Bundcslstan ... Regenssurg“ umbenannt wurde, kommt einer der Meisterhelden angeflogen – prächtige Aussichten.

Szenario drei: Die Regensburger Stadtbahn fährt

Wir stellen uns vor: Es ist der 19. Oktober 2037, die Regensburger Stadtbahn fährt – sechs Jahre früher als gegen Ende des Planfeststellungsverfahrens vorgesehen. Ob draußen in Burgweinting, in der Sandgasse oder der Wöhrdstraße: Die Diskussionen um die Trassenführung sind längst vom Tisch. Auch die Kosten, die das Megaprojekt verschlungen hat, sind kein Thema mehr.

Die Jungfernfahrt beklatschen selbst die größten Skeptiker. Lächelnd winkt der schöne Fahrer zurück, bevor er in eine Gasse abbiegt. In welche Straße er fährt, wissen sie nicht. Denn wie das Bild (siehe unten) der Künstlichen Intelligenz nahelegt, wird die Regensburger Stadtbahn irgendwo gebaut, aber sicher nicht in Regensburg.

Wo ist der zweite Dom-Turm geblieben? Der KI-Bildgenerator Dall-E hat leichte Orientierungsprobleme in Regensburg. Foto: Dall-E/Jonas Raab
Szenario eins: Der Goldene Waller greift das Haus der Bayerischen Geschichte an. So stellt sich die KI das vor. Foto: Dall-E/Jonas Raab
Szenario zwei: Der SSV Jahn Regensburg holt die Bundesliga-Meisterschaft. Frenetisch – und beflügelt – stellt der Bildgenerator Dall-E die Meisterhelden dar. Foto: Dall-E/Jonas Raab
Szenario drei: Die Stadtbahn fährt. Nur wo? Regensburg scheint das, was die Künstliche Intelligenz zeichnet, nicht zu sein. Foto: Dall-E/Jonas Raab