Stadtbahn in Regensburg: Jetzt liegen Alternativen für die Sandgasse auf dem Tisch

Kaum ein Streckenabschnitt der geplanten Stadtbahn in Regensburg steht so in der Kritik wie die Sandgasse. Jetzt stehen Alternativen für diese Route zur Diskussion.
Wenn es um die Trassenführung der Stadtbahn geht, betonen die Planer wie auch die Oberbürgermeisterin stets: „Wir befinden uns noch in einem sehr frühen Stadium.“ Was das konkret bedeutet, wird bei der Sitzung des Ausschusses für den Neubau einer Stadtbahn an diesem Mittwoch deutlich. Für den höchst umstrittenen Streckenverlauf durch die Sandgasse liegen jetzt nämlich verschiedene Alternativen auf dem Tisch. Die Diskussionen und Planungen könnten hier also gegebenenfalls wieder von ganz vorn beginnen.
Seit mehr als einem Jahr ist klar, dass sich das Epizentrum des Stadtbahn-Widerstands in der Sandgasse befindet, noch vor Burgweinting und der Wöhrdstraße. Eine im Oktober 2022 durchgeführte Begehung der schmalen Straße in der Konradsiedlung geriet zum Spießrutenlauf für die Planer. Als Konsequenz daraus wurden in der Zwischenzeit fünf alternative Trassenverläufe durch den Stadtnorden geprüft, bei allen handelt es sich übrigens um Anregungen aus der Bürgerschaft.
Zwei Vorschläge – eine Route über die Posener und Eupener Straße sowie eine Streckenführung über Aussiger-, Dolomiten, Pommern- und Schlesierstraße – erwiesen sich als nicht praktikabel. Die anderen drei Alternativen allerdings sind nun im Rennen.
Einmal nicht nach Wutzlhofen
Da ist zum einen die Option, die Stadtbahn an der Kreuzung Isarstraße/Lechstraße nicht nach Norden in Richtung Sandgasse abbiegen zu lassen, sondern weiter nach Osten auf der Isarstraße bis zur Brandlberger Brücke zu führen. Ab hier würde die Route schnurgerade zwischen Pilsen-Allee und Neubaugebiet Brandberg zum Endpunkt Wutzlhofen verlaufen.
Einen ungleich weiteren Weg nach Wutzlhofen würde die Stadtbahn nehmen, wenn sie am Alex-Center geradeaus über die Nordgau- und Amberger Straße fahren und schließlich rechts in die Chamer Straße abbiegen würde. Diese Variante verlängert zwar die Gesamtstrecke beträchtlich, die Planer halten sie aber dennoch für überlegenswert. Vor allem deshalb, weil sich so dereinst über die Sallerner Regenbrücke eine Verbindung nach Lappersdorf herstellen ließe.
Alternative Nummer drei schließlich ignoriert Wutzlhofen als Endpunkt und Verknüpfungsort mit dem überörtlichen Bahnverkehr. Stattdessen würde die Stadtbahn via Donaustaufer Straße den Walhalla-Bahnhof ansteuern.
„Ich frage mich, wie ernst diese Alternativen-Prüfung gemeint ist. Werden die Optionen wirklich als machbar erachtet oder stellt man sie nur zur Diskussion, um letztlich sagen zu können ,Schaut her, wir müssen doch durch die Sandgasse‘“, zeigt sich Kathrin Fuchshuber nach dem ersten Studium der Ausschuss-Unterlagen skeptisch. Die CSU-Stadträtin war beim Ortstermin im Oktober 2022 dabei und ist seither überzeugt: „Die Stadtbahn kann nicht durch die Sandgasse geführt werden. Man kann sie da nicht durchzwängen.“
Kritik an den Planern
Dass nun ein Jahr später konkret über andere Varianten diskutiert wird, ist für sie kein Grund für ein Lob. Ganz im Gegenteil: „Wir prüfen jetzt Alternativen, weil die Bürger zahlreiche Argumente gegen diese Streckenführung vorgebracht haben. Auf all diese Argumente hätten die Planer aber selbst kommen müssen, wir haben doch ein eigenes Amt dafür. Dieses Vorgehen ist unverständlich, unvorstellbar, unfähig“, schimpft die CSU-Stadträtin, die zudem eine weitere Verzögerung des Gesamt-Prozesses – bis Dezember soll die Masterplanung, bis März/April eine verlässliche Nutzen-Kosten-Rechnung vorliegen – befürchtet.
Für reichlich Diskussionsstoff ist also gesorgt, wie immer im Stadtbahn-Ausschuss. Dessen letzte Sitzung im Juli dauerte satte viereinhalb Stunden, weshalb die zeitliche Planung für Mittwoch sehr optimistisch anmutet. Um 15 Uhr ist Beginn, bereits um 17 Uhr soll sich eine Sitzung des Planungsausschusses anschließen. Ob zwei Stunden reichen werden, bezweifelt nicht nur Fuchshuber: „Alleine ich habe einen Katalog mit 20 Fragen – und die will ich auch anbringen.“