Fokusgruppe Jugend Burglengenfeld: Es geht weiter – aber ohne Präventionstage

Von Thomas Rieke · 7. Oktober 2025 um 05:00

Die Würfel sind gefallen: Die Präventionstage, welche die Fokusgruppe Jugend zuletzt im Juli dieses Jahres mit großem Erfolg in Burglengenfeld (Landkreis Schwandorf) durchgeführt hat, wird es nicht mehr geben. Der Runde Tisch, an dem über eine Neuauflage hätte nachgedacht werden sollen, kam nicht zustande. Für Hauptinitiator Merlin Bloch ist das Kapitel damit erledigt.

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Zur Erinnerung: Die Fokusgruppe Jugend, die 2014 aus der Zukunftskonferenz Burglengenfeld 2030 hervorgegangen war, steht seit längerem am Scheideweg. Weil die führenden Köpfe dem Teenageralter längst entwachsen oder beruflich zu stark eingebunden sind und sich gleichzeitig keine Nachfolger zu finden schienen, war die Auflösung zum Jahresende so gut wie besiegelt.

Rund 3000 Teilnehmer aus dem Landkreis Schwandorf

Doch vorher wollte das Team noch einmal zeigen, was es zu leisten imstande ist. Die Präventionstage, die es bereits 2018 erstmals gegeben hatte, sollten heuer wiederholt werden. Mit neuer Schwerpunktsetzung – und für noch mehr Teilnehmer. 3000 Kinder und Jugendliche aus dem gesamten Landkreis Schwandorf bekamen Mitte Juli die Chance, im Burglengenfelder Schulzentrum Workshops zu den unterschiedlichsten Themen zu besuchen und sich zum Beispiel darüber zu informieren, wie man seine mentale Gesundheit stärkt und sich davor schützt, zu viel Zeit im Internet zu verbringen.

Das Echo war beeindruckend. Überregionale Medien interessierten sich für die Veranstaltung. Nicht nur von den Teilnehmern wurden die Organisatoren mit Lob überhäuft, auch Workshopanbieter zeigten sich vom Verlauf sehr angetan. Seitens der Sponsoren kam letztlich sogar das Angebot, man sei gerne bereit, eine ähnliche Veranstaltung erneut zu unterstützen – nicht nur finanziell. Das angekündigte Ende der Präventionstage respektive der Fokusgruppe solle doch noch einmal überdacht werden, meinten Firmenvertreter. Das Thema, psychische Gesundheit und digitale Resilienz, sei einfach zu wichtig, um die Aktivitäten einzustellen.

Nach einer Denkpause, so die Idee, möge man daher einen Runden Tisch einberufen, um zu überlegen, unter welchen Voraussetzungen es eventuell doch möglich wäre, die Präventionstage irgendwann zu wiederholen.

Mittlerweile ist ein Vierteljahr vergangen – und den ins Spiel gebrachten Runden Tisch hat es nicht gegeben. Niemand habe diesbezüglich die Initiative ergriffen, berichtete Merlin Bloch, und der Kontakt zu den Sponsoren, von denen die Anregung gekommen war, sei schlicht abgerissen.

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In Bloch löst dies unterschiedliche Gefühle aus: Zum einen bedauert er es, dass sich das Feuer nicht wieder entfachen ließ. Immerhin hatte es zuletzt wieder mehrere Anfragen von Schulen gegeben, die wissen wollten, „ob es weitergeht“ und sie sich bereits wieder anmelden könnten. Zum anderen fällt von dem 26-Jährigen eine Last ab. Nach über zehn Jahren ehrenamtlichen Engagements in der Fokusgruppe kann er sich nun ruhigen Gewissens zurückziehen.

Neue Impulse noch heuer, die Erinnerungen wecken

Erleichtert wird der Abschied zum Jahresende zusätzlich durch eine positive Entwicklung, auf die kaum noch jemand zu hoffen gewagt hatte: Die Fokusgruppe Jugend kann offenbar doch weiter bestehen. Mit Lily Gahn habe ein Mitglied aus dem bisherigen Leitungsquartett signalisiert, dass sie sozusagen Nachwuchsarbeit leisten wolle, berichtet Bloch. Sie habe fünf, sechs Mitschülerinnen an der Hand, die sich mit ihr ein Engagement in der Fokusgruppe vorstellen könnten, darunter ausgebildete Jugendleiter.

Noch in diesem Jahr, heißt es weiter, wollen sie zu ersten Veranstaltungen in den Bürgertreff laden, um mit Jugendlichen zu basteln. Für Bloch ist dies wie ein Déjà-vu-Erlebnis. Auf ähnliche Weise war er selbst einst in die Jugendarbeit eingestiegen.