Rund 1500 Besucher kamen zum Tag des offenen Waldes nach Burglengenfeld

Mit einem Tag des offenen Waldes feierte der Forstbetrieb Burglengenfeld am Freitagnachmittag das 20-jährige Bestehen der Bayerischen Staatsforsten. Als zentraler Ort des bunten Programms wurde das alte Jägerhaus mitten im Staatswalddistrikt Raffa gewählt. Dorthin hatte Forstbetriebsleiter Hans Mages seine Gäste eingeladen, die sich ein umfassendes Bild der modernen Waldbewirtschaftung machen konnten.
Die goldene Oktobersonne strahlte um die Wette mit der leuchtend orangen Schutzbekleidung der rund 60 Forstarbeiter, als die Jagdhornbläser unter der Leitung von Ilona Rothballer das Begrüßungssignal erklingen ließen.
Veränderte Sichtweisen
Mages hieß bei seiner Eröffnungsrede viele Ehrengäste willkommen und beleuchtete in seiner kurzen Rückschau den politischen Wandel der vergangenen 20 Jahre, mit dem sich auch die Sichtweise auf die zunächst überwiegend wirtschaftliche Orientierung der Staatsforsten wesentlich geändert habe.
Durch die unübersehbaren Folgen des Klimawandels müssten die Staatsforsten die Bewahrung und Stärkung des Waldes mit seinen vielfältigen Funktionen nunmehr im Blick haben und hätten daher den Schwerpunkt ihrer Arbeit verlagert. Der Leitspruch laute daher: „Wir gestalten für die Menschen in Bayern den besten Wald und machen ihn fit für den Klimawandel“. Dies treffe im 20 000 Hektar großen Raffa-Gebiet besonders zu. Hier habe man bereits 1500 Hektar Mischbaumarten wie Buche, Eiche, Tanne, Douglasie, aber auch Ahorn, Ulme, Erle, Edelkastanie und Elsbeere angepflanzt sowie die Naturverjüngung gefördert.

Lebensräume erschaffen
Wörtlich meinte Mages dazu: „Wir pflanzen wie die Weltmeister“, man sei bei dieser Generationenaufgabe daher auf gutem Wege. MdL Alexander Flierl (CSU) griff in seinem Grußwort diese Neuausrichtung auf und lobte in seinen Worten, dass eben nicht nur Holzhandel betrieben werde. Auch Lebensräume würden erschaffen, die Hand in Hand mit dem Naturschutz gingen. So solle es künftig sein. Dabei spiele die Information der Bevölkerung eine wichtige Rolle.
Stellvertretender Landrat Jakob Scharf (CSU) ging in seinem Redebeitrag auf die tiefere Bedeutung des „Tag des offenen Waldes“ ein und betonte dabei die Wichtigkeit des Klimaschutzes, den Erhalt des Lebensraumes für Mensch und Tier sowie die Schutzfunktion des Waldes für das Wasser. Für die Anrainerbürgermeister ergriff der dritte Bürgermeister der Stadt Burglengenfeld, Sebastian Bösl (SPD) das Wort und dankte im Namen der Bevölkerung für die Schaffung dieses Kleinods im Raffa, bestehend aus dem Dreiklang von Kultur, Natur und Wirtschaft.

Viele Stationen gab es zu entdecken
Nach den Grußworten galt es, die vielen im Wald aufgebauten Stationen zu entdecken. Diese Gelegenheit ließen sich die geschätzt gut 1500 Besucher, vor allem Familien mit kleinen Kindern, nicht entgehen. Ausgestattet mit einer Laufkarte, konnten sie den Spuren der Forstwirtschaft folgen. Wer alle sieben Stempel auf seiner Karte vorweisen konnte, durfte an einer Verlosung teilnehmen.
Lagebedingt durchwanderten sie dabei auch den Kunstwaldgarten. Einer der Erschaffer, der Künstler Florian Zeitler, stand für eine Führung und Erläuterungen parat.
Ebenso bot sich die seltene Gelegenheit, das Wasserwerk zu besichtigen. Alle drei aktiven Brunnen liegen nämlich im Wasserschutzgebiet des Raffa und versorgen Burglengenfeld sowie Holzheim a. F. mit bestem Trinkwasser. Daher beteiligten sich auch die Stadtwerke unter der Leitung von Johannes Ortner sowie dem technischen Leiter, Josef Hollweck, mit Führungen durch die sonst verschlossenen, hochmodernen Versorgungsanlagen. Ein Kinder-Highlight gestaltete zudem Stephan Karl im grünen Klassenzimmer. Mit seiner Mitmachgeschichte entführte er die Kleinsten in die Fantasiewelt des Waldes.

Den eigenen Nistkasten gestalten
An der Station „Vielfältiger Lebensraum“ bildete sich eine Warteschlange, denn viele Besucher wollten sich dort ihren eigenen Nistkasten zusammenschrauben.
Das Resümee der Besucher fiel überaus positiv aus. „Gut organisiert, interessant und lehrreich“, befand beispielsweise das Ehepaar Christopher und Lisa Bleicher. Besonders die Information über die Zukunftsbäume und das Ausbildungsangebot bei den Staatsforsten kamen bei ihnen gut an.
