Landesgartenschau in Furth im Wald knackt die Schallgrenze von 400.000 Besuchen

Von Alexander Frimberger · 5. Oktober 2025 um 20:09

Die große Sommerparty ist vorbei. Nach 137 Tagen unter dem Motto: „Sagenhaft viel erleben“ wurde am Sonntag Abschied von der Landesgartenschau (LGS) in Furth im Wald (Landkreis Cham) gefeiert. Im Mittelpunkt standen die Fahnenübergabe an das mittelfränkische Bad Windsheim, das im Jahr 2027 die dann 39. LGS ausrichten wird, und der Dank an alle, die das Großereignis in der Drachenstadt möglich gemacht haben.

Ein Rückblick auf die Eröffnung der LGS in Furth:

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Sogar der Himmel weinte, als am Sonntag das Ende eingeläutet wurde. Nur einmal blitze die Sonne zwischen den Wolken hindurch und zwar genau in dem Moment, als Sandro Bauer auf der Sparkassenbühne ans Mikrofon trat: „Das könnte man nicht schöner inszenieren“, sagte der Further Rathauschef folgerichtig.

Wehmut und Freude gleichzeitig zu spüren

Trotz des Schmuddelwetters waren auch an diesem Tag viele hundert Further und auch Gäste aus Bad Windsheim gekommen, um Abschied zu nehmen. Darüber, so Bauer, freue er sich, doch natürlich erfülle es ihn auch mit Wehmut, dass nun vorbei ist, was er als eine der „größten Bürgerbewegungen, die Furth im Wald je gesehen hat“, bezeichnete. Bauer betonte aber auch, dass die LGS nur die Initialzündung für die Zukunft gewesen sei. „Wir haben das nicht nur für das Jahr 2025 gemacht, sondern für die nachhaltige Entwicklung unserer Stadt.“ Natürlich gebe es auch in Zukunft noch viel zu tun, „aber mit dieser Injektion können wir weitermachen.“

Trotz Regen wollten zum Abschluss viele dabei sein. - Foto: Fred Wutz

Das sah auch Gerhard Zäh so. Der Vorsitzende der Bayerischen Landesgartenschau GmbH sagte: „Furth im Wald hat sich positiv verändert und das wird nachwirken.“ Die Lebensqualität habe sich erhöht, der Tourismus wurde gestärkt und auch die Investitionsbereitschaft werde steigen.

Warum sich Furth im Wald als perfekter Gastgeber gezeigt hat, formulierte der mitgereiste Landrat von Neustadt Aisch/Bad Winsheim, Dr. Christian von Dobschütz, so: „Ein großes Kompliment an unsere Freunde in Furth im Wald, ihr habt uns toll empfangen.“ Bevor mit dem Hissen der LGS-Fahne die Übergabe feierlich besiegelt wurde, überreichte Bad Windsheims Bürgermeister Jürgen Heckel ein Originalgemälde des Malers Hans Dimpfl, das in einem Privathaushalt in Mittelfranken gehangen hatte. Es zeigt ein bekanntes Motiv, ein Further Schloss aus dem 18. Jahrhundert, das einem Feuer zum Opfer gefallen ist. Ein in der Drachenstadt durchaus bekanntes Motiv, aber als Original wertvoll.

Sandro Bauer (re.) reicht den Staffelstab weiter. - Foto: Fred Wutz

Heckel nutzte die Gelegenheit, um Werbung für das Vorhaben seiner Stadt zu machen. 70 Millionen Euro sollen investiert werden. Die Bad Windsheimer Schau soll im Zeichen von Tourismus, Gesundheit und Nachhaltigkeit stehen.

Nach der Fahnenübergabe wurden in der Parkarena die Menschen gefeiert, die den Erfolg der Gartenschau erst möglich gemacht haben. Geschäftsführerin Claudia Knoll begrüßte die Anwesenden mit den Worten: „Die Landesgartenschau nach 137 Tagen erfolgreich zu Ende zu bringen ist eine Gemeinschaftsleistung.“ Wie alle anderen Verantwortlichen auch sagte sie mit einiger Wehmut: „Wenn man in die Reihen schaut, ist es ein bewegendes Bild. Ich sehe viele Gesichter, die der Landesgartenschau erst ein Gesicht gegeben haben.“

So ließen es sich die Macher auch nicht nehmen, rund 300 Urkunden zu verteilen. Jede einzelne davon stand für eine Person, die zum Gelingen beigetragen hat. Ein paar Zahlen zur Verdeutlichung: Jeden Tag wurden 127 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet, 650 Führungen durchgeführt.

Urkunden an die Ehrenamtler verteilten Geschäftsführerin Knoll und Bürgermister Bauer. - Foto: Fred Wutz

Kabarettist und Ordnungsamtsleiter Toni Lauerer hatte ein vier Seiten langes Loblied auf alle geschrieben, die für das Gelingen der Landesgartenschau verantwortlich waren. Vorgetragen von Sandro Bauer, vergaß er auch nicht, alle Firmen, Behörden, Institutionen und Aussteller zu erwähnen, die eine Landesgartenschau möglich gemacht haben, die in der Oberpfalz kaum jemand vergessen wird.

Tatsächlich 400.000 Besuche gezählt

Da stellte sich zum Schluss nur noch die Frage, ob die gewünschten 400.000 Besuche erreicht wurden. Die Antwort des Bürgermeister: „Ja“. Kein Wunder, dass sein letzter Satz an alle Mitwirkenden lautete: „Es war mir eine Ehre.“

Ein Dimpfl-Bild hatten die Bad Windsheimer aus Mittelfranken mitgebracht. - Foto: Fred Wutz