Pilgersegen und Gaumenschmaus: Zwei Familien und ein Verein bewirten Hellring-Gäste

Von 9. bis 13. Oktober steht der Langquaider Ortsteil Hellring wieder ganz im Zeichen der Heiligen Ottilie. Tausende Besucherinnen und Besucher werden zum traditionellen Wallfahrtsfest erwartet, das Glauben, Musik und bayerische Küche vereint.
Noch ist in Hellring, dem kleinen Langquaider Ortsteil, alles ruhig. Doch schon bald steht das Dorf Kopf: Von 9. bis 13. Oktober findet hier wieder das traditionelle Wallfahrtsfest zu Ehren der Heiligen Ottilie statt.
Jahr für Jahr strömen dazu tausende Besucher in den Ort, die dann von den Hellring-Wirten verköstigt werden. Diese haben während des Wallfahrtsfests, das immer am zweiten Wochenende im Oktober stattfindet, ein seltenes Schankrecht. Früher räumten sie ihre Häuser und Scheunen aus, um dort die Pilger zu bewirten, die oftmals einen weiten Weg zu Fuß gegangen waren.
Auftakt mit Musik
In diesem Jahr werden die Besucher im Ottilienhof und im Brunnerhof verköstigt. Außerdem sorgen die Oldtimerdeifl’n für das leibliche Wohl. Der Verein ist nach 2024 zum zweiten Mal beim Hellring dabei. „Wir haben letztes Jahr sehr viel positives Feedback bekommen“, sagt Vorsitzender Tobias Klingseis. Als einziger ortsansässiger Verein sei es keine Frage gewesen, sich wieder zu engagieren.
So stehen ab Donnerstag ein beheiztes Zelt, Ausschankwagen, Grillstand und Feuertonnen in seinem Hof. Viele der 68 Mitglieder der Oldtimerdeifl’n, die bis aus Landshut kommen, sind beim Hellring im Einsatz. Die Frauen backen eifrig, damit am Sonntag wieder mehrere hundert hausgemachte Kiachl zum Kaffee angeboten werden können.
Der Hellring ist etwas Einzigartiges in unserer Region.
Bürgermeister Herbert Blascheck
Offiziell wird der Hellring am Donnerstag, 9. Oktober, um 18 Uhr eröffnet. Dann zapft Bürgermeister Herbert Blascheck im Ottilienhof das erste Fass Bier an und die Zammgwürfelten spielen auf. „Der Hellring ist etwas Einzigartiges in unserer Region“, sagt Blascheck. Es sei ein tolles Fest, bei dem man viele Leute treffe. Früher sei er regelmäßig mit seinen Eltern zu Gast gewesen, nun komme er mit seiner Familie.

Hildegard Hirthammer freut sich auf die Gäste, die im Ottilienhof einkehren. Dort wird sie am Donnerstag in der Küche stehen und frisch ihr Gänseklein zubereiten, ein Ragout aus Innereien, Hälse und Flügel. Vor allem bei älteren Gästen sei die Speise, die es nur am Hellring gibt, sehr beliebt. Vergangenes Jahr habe sie vier Kessel voll gekocht. Ansonsten warten Gänse- und Entenbraten wie auch bayerische Spezialitäten in den Höfen auf die Besucher.
Nicht nur kulinarisch ist beim Wallfahrtsfest etwas geboten. Am Freitag und am Samstag finden ab 18 Uhr die Heuboden-Partys im Ottilienhof statt, bei denen ÜberdÜber und die Stoasberger Lumpen für Stimmung sorgen. Der Sonntag steht ganz im Zeichen der Dult. Auf der Festwiese wird ein großer Vergnügungspark mit Kinderkarussell, Schiffschaukel, Trampolin sowie Los- und Schießstand, Süßigkeiten und Dosenwerfen aufgebaut. Zudem bieten zahlreiche Fieranten im ganzen Dorf ihre Waren an.
Puppentheater für Kinder
„Als besondere Familienattraktion gibt es in diesem Jahr wieder ein Puppentheater im eigenen Theaterzelt“, sagt Blascheck. Dies sei im vergangenen Jahr sehr gut bei den Besuchern angekommen. Aufführungen sind um 11 und um 15 Uhr vorgesehen. Der Hellring sei ein Fest für alle Generationen, auch das zeichne ihn aus, sagt der Bürgermeister. „Er ist ein wichtiges Stück Heimat und Tradition.“
Vor der Corona-Pandemie seien die Besucher bis aus München gekommen. Nach der Pandemie habe sich laut Blascheck das Bild gewandelt. Heute sei der Hellring wieder ein Fest für die Region und die Besucher kämen wieder mehr aus Langquaid und Umgebung.

Früher führte der Weg der Pilger zuerst in die Wallfahrtskirche. Das ist heute nicht mehr so. Der Hellring sei in erster Linie ein Wallfahrtsfest betonen Blascheck und Hirthammer. Das müsse er auch bleiben. Hildegard Hirthammer und ihr Mann Konrad sind große Verehrer der Heiligen Ottilie, die bei Augenleiden angerufen wird. Jeden Tag setzen sie sich für ein kurzes Gebet in die Kirche und benetzen ihre Augen mit dem Ottilienwasser. „Wir haben ihr viel zu verdanken“, sagt sie.
An Hellring ist die Wallfahrtskirche täglich von morgens bis abends geöffnet. Die Augustinerchorherren der Propstei in Paring bieten Pilgermessen und Andachten an und spenden mit der Reliquie der Heiligen Ottilie den Einzelsegen.
• Samstag: Messe um 18 Uhr
• Sonntag: 8.30 Uhr Rosenkranz, 9 Uhr festliche Messe, 14 Uhr Andacht
• Montag: 18.30 Uhr Rosenkranz, um 19 Uhr Messe
Für die Zukunft wünscht sich Blascheck, dass wieder mehr Höfe ihre Türen öffneten und die Besucher von Haus zu Haus wandern können. „Denn auch das zeichnet den Hellring aus.“