Langquaids Plan für die Wärmeversorgung der Zukunft

Der Markt Langquaid will bis 2040 klimaneutral sein. Eine zentrale Rolle spielt dabei auch die Wärmeversorgung. Wie die künftig aussehen könnte, zeigt der rund 155 Seiten umfassende Abschlussbericht der kommunalen Wärmeplanung. Anton Dechant von der Energieagentur Regensburg hat ihn kürzlich im Marktgemeinderat vorgestellt.
„Der kommunale Wärmeplan liefert uns einen Kompass für verlässliche und zukunftsorientierte Entscheidungen über den Weg zur klimaneutralen Wärmeversorgung und ist damit auch ein wichtiger Meilenstein für den Klimaschutz“, sagte Bürgermeister Herbert Blascheck.
Wohnhäuser überwiegen
Bei der kommunalen Wärmeplanung wurden der aktuelle Bestand und der zu erwartende Wärmebedarf ermittelt, mögliche Optionen auf Basis erneuerbarer Energiequellen untersucht sowie mögliche und notwendige Infrastrukturmaß- nahmen wie Wärmenetze und die räumliche Priorisierung abgestimmt.
Im Gebiet des Markts Langquaid dominieren Wohngebäude. Rund zwei Drittel davon werden noch mit fossilen Energien beheizt, mehr als die Hälfte davon mit Öl. Daneben gebe es einen hohen Anteil an Biomasse bei der Wärmeversorgung, erläuterte Dechant. Knapp die Hälfte der Häuser sei vor der ersten Wärmeschutzverordnung gebaut worden. Hier gebe es Sanierungspotenzial. Das Durchschnittsalter der Heizungen liegt bei etwa 20 Jahren.
Dass Interesse an Wärmenetzen besteht, zeigten die Ergebnisse der Bürgerbefragung. Rund 550 Bögen wurden zurückgegeben. Zwei Drittel der Bürger hätten angegeben, „nicht ganz abgeneigt“ zu sein, wie Dechant sagte.
Jedoch hätten die bisherigen Ergebnisse gezeigt, dass ein großflächiger Neubau von Wärmenetzen wirtschaftlich meist nicht tragfähig sei, sagte Blascheck. Es gebe aber Gebiete, wo ein Wärmenetz als Alternative zur Einzelversorgung durchaus interessant sei, wie dem Marktkern. Hier habe es bereits einen Infoabend mit den betroffenen Eigentümern gegeben, bei dem die Resonanz positiv gewesen sei. In einer Machbarkeitsstudie soll das Gebiet nun detaillierter geprüft werden. Auch in Adlhausen oder Paring wären laut Dechant Wärmnetze möglich, wenn Interesse vor Ort bestehe.
Keine rechtlichen Auswirkungen
Für den überwiegenden Teil der Gebäude, sowohl im Markt als auch in den Ortsteilen, zeichnet sich jedoch eine dezentrale Wärmeversorgung über Einzellösungen auch langfristig als die wirtschaftlich sinnvollste Variante ab. Das heißt, dass für jedes Gebäude eine individuelle Lösung zur zukünftigen Wärmeversorgung gefunden werden muss. Hier empfiehlt Dechant den Einsatz von Luft-Wärmepumpen oder von Biomasseheizungen sowie den Ausbau der Photovoltaik auf den Dächern wie auch in der freien Fläche.
Er und Bürgermeister Blascheck betonten, dass der Wärmeplan keine rechtlichen Auswirkungen für die Bürger habe. Er sei vielmehr ein Strategiedokument, das je nach Entwicklungsmöglichkeiten fortgeschrieben und aktualisiert werde.
Bürger können sich beraten lassen
Um die Gebäudeeigentümer auf dem Weg zu begleiten, wird der Markt mit Unterstützung der Energieagentur individuelle Erstberatungsgespräche anbieten. Außerdem soll als Orientierungshilfe im Internet ein „Sanierungssteckbrief“ zur Verfügung stehen, der einen Überblick über die verschiedenen Themen der Gebäudesanierung , wie Tausch des Heizkessels, Einbau einer PV-Anlage oder Dämmung der Gebäudehülle. Dort sollen auch die derzeit gültigen Förderbedingungen zusammengefasst werden. Um den Bürgern den Einstieg in das Thema zu erleichtern, ist zusätzlich eine Informationsveranstaltung geplant.
Die kommunale Wärmeplanung sei ein entscheidender Schritt, um Langquaid auch in diesem Bereich weiterhin zukunftsfähig aufzustellen, sagte Blascheck. „Wir geben damit unseren Bürgern nicht nur sinnvolle Perspektiven zur Wärmewende, sondern bieten mit konkreten Umsetzungsvorschlägen nachhaltige Lösungsmöglichkeiten.“