Ein Kraftakt: Tennis-Anlage in Neukirchen-Balbini erstrahlt in neuem Glanz

Die Planung dauerte gut zwei Jahre, die Umsetzung gerade einmal knapp zwei Monate. Die Rede ist von der kompletten Sanierung der Sportanlage der Tennisabteilung in der SpVgg Neukirchen-Balbini. Nun wurde die Fertigstellung erst einmal gefeiert.
Die neuen LED-Flutlichter erhellten am Mittwoch das Szenario für eine kleine, helferinterne Einweihungsfeier. „Damit geht für mich ein echtes Herzensprojekt in Erfüllung“, sagte die langjährige Spartenleiterin Dana Spießl im Gespräch mit der MZ.
Künftig auch Abendspiele möglich
Künftig werden die Strahler auch Punktspiele in den Abendstunden beleuchten. Denn die Sparte sicherte sich mit der modernisierten Beleuchtung zugleich die Berechtigung, nach der Regelverordnung des Bayerischen Tennisverbandes auch abends Punktspiele der Spielklasse zwei auszutragen. Allein beim Strom ersparen die neuen LED-Strahler dem Verein rund 50 Prozent der Kosten gegenüber den alten Natrium-Dampflampen.
Die Beleuchtung war aber nur ein Teil der Sanierung der kompletten Anlage, denn auch der neue Belag ermöglicht praktisch die Bespielbarkeit der Plätze über das ganze Jahr hinweg. „Mit großem Aufwand musste der Platz früher nach dem Winter immer wieder aufwendig neu hergerichtet werden“, ergänzte Gründungsvorstand Lothar Jobst.
Kunstrasen mit Kaolinsand
Die alte Sandschicht musste abgetragen und durch neue Ziegelmehlschichten ersetzt werden. Danach hieß es Wässern und Walzen, um den Belag wieder zu verfestigen. „Wenn es das Wetter zulässt, wäre theoretisch jetzt sogar ein Silvester-Turnier möglich“, scherzte Dana Spießl. Jetzt könnten die Plätze das ganze Jahr über offen bleiben. Möglich mache dies ein Kunstrasen aus den Niederlanden, der mit Kaolinsand aus Hirschau versetzt ist.

Als kompetenter Partner für die Platzsanierung habe sich die Sportbau HL GmbH aus Österreich erwiesen, die über Erfahrungen mit über 200 Plätzen mit dem sogenannten Red Court verfüge. Die Entscheidung habe sich die relativ kleine Sparte nicht leicht gemacht, zumal erhebliche Kosten damit verbunden sind. Die belaufen sich auf rund 110 000 Euro, die durch 25 000 Euro Eigenkapital, 21 000 Euro Zuschuss der Gemeinde und eine in der Höhe noch nicht genau festgelegte Förderung des Bayerischen Landes-Sportverbands (BLSV) gedeckt seien. „Den Rest erbringen wir in Eigenleistung“, sagte Spießl.
Es brauche Mut, so etwas überhaupt anzugehen, dann die richtigen Entscheidungen zu treffen und schließlich auch dazu zu stehen. Das Ganze funktioniere auch nur mit entsprechendem Teamgeist, der hier gegeben sei: „Es waren sogar Gründerväter mit dabei, die uns in allem tatkräftig unterstützt haben.“ Besonders erwähnte sie ihren Gatten Matthias Spießl, der die gesamte Projektleitung innegehabt habe, bis hin zu den Verhandlungen mit den Firmen. Ebenso bezog sie den Gesamtvorstand der SpVgg unter Vorsitz von Markus Schlegel mit ein, der ebenfalls wertvolle Unterstützung geleistet und viele Erfahrungen mit eingebracht habe.
Ganz wichtig war ihr die Feststellung, die Investition gelte nicht allein dem Sport, sondern sei für die ganze Familie gedacht. Aktuell verfüge die Sparte über 40 Kinder zwischen sechs und 14 Jahren, eine Herrenmannschaft, die seit vier Jahren im Punktspielbetrieb aktiv sei und Damentennis, welches sich momentan ein „Mami-Timeout“ gönne. Seit einiger Zeit könne wieder ein jährlicher Mitgliederzuwachs verzeichnet werden.
Zu Beginn der kleinen Feier sprach sie allen Beteiligten noch einmal ihren besonderen Dank aus: „Ich bin stolz auf euch, was wir hier gemeinsam geschaffen haben“, betonte Dana Spießl. „Was hier für die Jugend und Familien ehrenamtlich geleistet wird, hat unser Vertrauen in euch bestärkt, und deswegen haben wir euch auch einstimmig unterstützt“, betonte Bürgermeister Markus Dauch.
Gesamtvorstand Markus Schlegel sagte, für die Kinder und Familien sei hier erneut ein „Stück heile Welt“ geschaffen worden. „Nach 35 Jahren strahlt unsere Anlage wieder in neuem Glanz, und ich bin sicher, das hält wieder 30 Jahre“, so Gründungsvorstand Jobst.