Deshalb war das BBW in Abensberg in den 1970er-Jahren ein Kraftakt

Von Mittelbayerische Zeitung · 4. Oktober 2025 um 11:00

In einem kleinen, aber feierlichen Rahmen blickten der Gesamtleiter des Berufsbildungswerks (BBW) St. Franziskus und einige Ehrengäste vor kurzem auf die Wurzeln der Einrichtung zurück. Anlass war der 50. Jahrestag der Grundsteinlegung, die am 12. September 1975 den Start für eines der damals größten Projekte der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) der Diözese Regensburg markierte, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Vision lebt bis heute fort

Diakon Tom Beringer eröffnete die kleine Gedenkfeier mit einem Wortgottesdienst. „Keiner soll verloren gehen“ – dieses Leitwort des damaligen Direktors der KJF Regensburg, Prälat Dr. Josef Schweiger, prägte den Rückblick. KJF-Direktor Michael Eibl betonte bei seiner Begrüßung: „Prälat Dr. Schweigers Vision lebt bis heute fort: Wir eröffnen jungen Menschen mit Einschränkungen eine berufliche Perspektive.“ Das ursprüngliche Bauprojekt war für die 1970er-Jahre ein Kraftakt. 42 Millionen Mark waren veranschlagt, drei Jahre wurden für das Projekt Bauzeit kalkuliert.

Auf fast zehn Hektar am Kronwittbuckel entstanden Werkstätten, eine Sonderberufsschule, drei Wohnheime und eine Großküche. Geplant waren Ausbildungsplätze in Elektrotechnik, Wirtschaft und Verwaltung, Farb- und Raumgestaltung, Bau-Holz, Metall sowie Textil- und Bekleidungstechnik. Finanziert wurde das Vorhaben durch ein breites Bündnis, bestehend aus dem Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung, mehreren Staatsministerien, der Bundesanstalt für Arbeit, der Arbeitsgemeinschaft der Bezirke, dem Landkreis und der Stadt Abensberg. Die Stadt stellte das Grundstück, die Abensberger Baufirma Stanglmeier führte die Arbeiten aus. Als treibende Kraft galt Senator Josef Stanglmeier.„Ich bin stolz, dass das Berufsbildungswerk in Abensberg errichtet wurde“, sagte der stellvertretende Landrat Wolfgang Gural, der schon 1975 politische Verantwortung trug.

Großes Jubiläum folgt

Abensbergs Bürgermeister Bernhard Resch zollte den Gründern Respekt und zitierte den Philosophen Perikles: „Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit, das Geheimnis der Freiheit ist der Mut. Es ist gut, dass damals die Verantwortlichen den Mut hatten, dies zu bauen.“

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Fast fünf Jahrzehnte später präsentiert sich das B.B.W. St. Franziskus Abensberg als moderner Bildungscampus. „Der Segen auf Gründungsurkunde aus dem Jahr 1975 hat gewirkt, die Gebäude stehen auf festem Boden und wurden von Naturgewalten verschont“ betonte Gesamtleiter Frank Baumgartner. „Wir feiern heute in kleiner Runde, das große Jubiläum folgt in drei Jahren.“